Stadt Luzern
234-jähriges Altstadthaus in Luzern hat einen neuen Besitzer

Das Sonnenberghaus im Zöpfli gehört neu einem Zürcher Unternehmer. Die Mieter – unter anderem eine Bäckerei und ein Goldschmied – dürfen weiterhin bleiben.

Stefan Dähler
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Das denkmalgeschützte Sonnenberghaus im Zöpfli (auf der linken Seite der Reussbrücke).

Das denkmalgeschützte Sonnenberghaus im Zöpfli (auf der linken Seite der Reussbrücke).

Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 20. Januar 2021)

Im letzten Sommer wurde das historische Sonnenberghaus im Zöpfli an der Kramgasse 1 zum Verkauf ausgeschrieben. Die damalige Eigentümerschaft, die aus mehreren Personen und Erbgemeinschaften bestand, legte für das Bieterverfahren einen Richtpreis von 3,6 Millionen Franken fest (wir berichteten).

Inzwischen ist der Verkauf der denkmalgeschützten Altstadtliegenschaft über die Bühne gegangen und der neue Eigentümer im kantonalen Grundbuch eingetragen. Es handelt sich um den Unternehmer Beat Andreas Stuber mit Wohnsitz in Zürich. Er besitzt noch weitere historische Gebäude; in Luzern das Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Gundoldingerhaus an der Seidenhofstrasse, das im kantonalen Bauinventar als erhaltenswert eingestuft ist.

Für Stuber handelt es sich beim um 1787 errichteten Sonnenberghaus im Zöpfli um ein Liebhaberobjekt. Er sagt auf Anfrage:

«Es geht nicht darum, eine Rendite zu erzielen. Ich habe grosse Freude an diesem geschichtsträchtigen Haus.»

Sein Ziel sei, das Gebäude in einem guten Zustand zu erhalten. Dafür stehe demnächst eine sanfte Sanierung in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege an. Änderungen bei den Mietparteien plant er keine. Im Gebäude befinden sich vier Wohnungen und zwei Geschäftslokale – eine Bäckerei sowie ein Goldschmied. Zum Kaufpreis macht Stuber keine Angaben.

Standortbestimmung in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege steht an

Bezüglich der Sanierung werde derzeit eine Standortbestimmung erstellt, sagt Kevin Huber von der Bewirtschaftungsfirma Dormen AG. Vorerst stünden einige kleinere Massnahmen an wie Instandstellungs- sowie Sanierungsarbeiten in der Dachwohnung. Weiter müssten die Fensterbänke, die langsam vermodern würden, instand gestellt werden. Eine Kostenschätzung sei zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht möglich, so Huber:

«Sobald die Standortbestimmung in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege steht, können wir weitere Aussagen zu möglichen Unterfangen machen.»

Das Sonnenberghaus im Zöpfli gehörte einst Marschall Jakob Anton Thüring von Sonnenberg. Er erwarb den Vorgängerbau 1787 für seinen Sohn Alfred von Hauptmann Franz Lorenz Pfyffer von Altishofen, wie Unterlagen der Denkmalpflege zu entnehmen ist. Noch im gleichen Jahr erlaubte die Obrigkeit, dass das Gebäude neu erstellt wird. Umfassende Erneuerungen erfolgten 1830. Die letzte Gesamtsanierung des Gebäudes fand 1977/78 statt. Damals wurde eine bemalte Leinwandtapete freigelegt. Es wurden aber auch historische Bilder und Spiegel gestohlen, die seither nicht mehr auffindbar sind.

Das Sonnenberghaus im Zöpfli zeichne sich an den Fassaden durch «ausgezeichnete bauzeitliche Grisaillemalereien» aus, schreibt die Denkmalpflege. Weiter «besticht» es durch ein reiches Eingangsportal Richtung Kramgasse:

Das Eingangsportal an der Kramgasse.

Das Eingangsportal an der Kramgasse.

Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 20. Januar 2021)

Speziell sei auch, dass ein Teil des Gebäudes quasi in der Reuss steht und von Pfeilern getragen wird. Alles in allem sei der Bau «von ausserordentlicher städtebaulicher Bedeutung».