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STADT LUZERN: 27 Personen nach Villenbesetzung im Obergrund verurteilt

Nach der Besetzung einer Villa an der Obergrundstrasse vor rund einem Jahr müssen 27 Personen Geldstrafen und Bussen wegen Hausfriedensbruchs zahlen. Die Urteile sind mehrheitlich noch nicht rechtskräftig.
Die besetzte Villa an der Obergrundstrasse 99 in Luzern. (Bild: Pius Amrein)

Die besetzte Villa an der Obergrundstrasse 99 in Luzern. (Bild: Pius Amrein)

Die Villa an der Obergrundstrasse 99 in Luzern war im vergangenen Jahr am 9. April besetzt worden. Die Hausbesetzer traten als Gruppierung Gundula an die Öffentlichkeit. Nach 21 Tagen war der Spuk vorbei: Die Hausbesetzer rollten ihre Transparente ein und verliessen das Gebäude freiwillig. Die Besitzerschaft, die Bodum Invest AG, reichte allerdings während der Besetzung Strafklage wegen Hausfriedensbruchs ein.

Die Staatsanwaltschaft Luzern hat nun gemäss einer Medienmitteilung von Montag ihre Untersuchung gegen insgesamt 33 Personen abgeschlossen. 27 Hausbesetzer wurden wegen Hausfriedensbruchs oder Gehilfenschaft dazu mit bedingten Geldstrafen bis zu 2000 Franken und Bussen bis zu 500 Franken bestraft. Zudem müssen sie Verfahrenskosten bis zu 460 Franken bezahlen. 25 Besetzer stammen gemäss Angaben der Behörden aus der Schweiz, je eine Person aus Serbien und aus Lettland. Die 9 Frauen und 18 Männer sind zwischen 19 und 34 Jahren alt und wohnen in den Kantonen Luzern, Genf und Zürich.

Drei Untersuchungen wurden wegen zusätzlicher Delikte an andere Staatsanwaltschaften überwiesen. Diese Fälle sind noch offen.

Eine Journalistin verurteilt

Die Staatsanwaltschaft Luzern hat zudem Untersuchungen gegen drei Journalisten geführt, welche über die Hausbesetzung berichtet haben. Sie wurden verdächtigt, dass sie sich auch illegal und ohne Bewilligung auf dem Gelände aufgehalten haben. Bei zwei Journalisten konnte laut der Staatsanwaltschaft bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden, ob sie sich auch illegal auf dem Gelände aufgehalten hatten. Diese Untersuchungen werden deshalb voraussichtlich nicht mehr weitergeführt.

Verurteilt indes wurde eine Journalistin des Onlinemagazins «Zentralplus». Denn ihr konnte anhand ihrer Reportage eindeutig nachgewiesen werden, dass sie in der Villa an der Obergrundstrasse war. Christian Hug, publizistischer Leiter von «Zentralplus», schreibt in seinem Kommentar: «Sie betrat das Gelände durch ein offenes Tor, sprach beim Essen mit den Besetzern und machte Fotos.» Wie hoch die Strafe ist, wissen weder Hug noch die Journalistin. Bei der Strafzumessung sei die Rolle der Journalistin berücksichtigt worden, so Hug weiter. «Zentralplus» wird das Urteil weiterziehen.

Ein Jahr nach Hausbesetzung wurde die ebenfalls leerstehende Nachbarvilla ebenfalls besetzt. Die Besetzung wurde am 4. April von der Polizei beendet. Dabei wurden zwei Personen im Innern des Hauses und zwei ausserhalb verhaftet. «Die Untersuchung gegen die zwei im Haus Verhafteten läuft. Ob es bei den anderen ebenfalls zu einer Untersuchung kommt, wird erst noch geprüft», sagt Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft Luzern. Waren die Besetzer identisch mit denen vom letzten Jahr? Kopp: «Die Personen, die bei Gundula II festgenommen wurden, waren beim ersten Mal nicht dabei.»

pd/cv/sam/spe

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