Stadt Luzern
An der Kanti Alpenquai gibt es erhöhte Schadstoffbelastungen

In gewissen Räumen wird der Naphthalin-Richtwert gemäss einer internen Mitteilung der Kantonsschule überschritten. Nun werden bauliche Massnahmen ergriffen.

Merken
Drucken
Teilen
An der Kantonsschule Alpenquai wurden in der Raumluft erhöhte Schadstoffwerte gemessen.

An der Kantonsschule Alpenquai wurden in der Raumluft erhöhte Schadstoffwerte gemessen.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 13. März 2020)

(sok) Die Dienststelle Immobilien hatte eine externe Firma damit beauftragt, die Räume der Kantonsschule Alpenquai Luzern auf Raumluftschadstoffe zu untersuchen. Grund dafür seien Gerüchen gewesen, wie in einer internen Mitteilung der Kantonsschule an die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern steht, welche dieser Zeitung vorliegt.

Erhöhte Konzentration von Raumluftschadstoffen festgestellt

Die Messungen wurden im Januar und Februar dieses Jahres durchgeführt und zeigten, dass der Naphthalin-Richtwert in einzelnen Räumen überschritten wird. Naphthalin ist ein Bestandteil von teerhaltigen Produkten, welche insbesondere in den 50er- bis 70er-Jahren im Bau eingesetzt wurden.

In gewissen Räumen wurden Naphtalinkonzentrationen von bis zu 155 μg/m3 festgestellt. Hier wird die Sache kompliziert. In der Schweiz gibt es keine gesetzlichen Grenz- und Richtwerte für Naphthalin, weshalb man sich bei Beurteilungen an die Richtlinien der WHO hält. Diese gibt einen Richtwert II (was bedeutet, dass Naphthalin vermutlich Krebs erregend ist) von 30 μg/m3 vor. Dabei geht die WHO aber auch von einer ständigen Exposition aus. Im Vergleich: der Arbeitsplatzgrenzwert (gemäss SUVA) liegt 1600-Mal höher.

Bauliche Massnahmen werden ergriffen

Eine Richtwertüberschreitung bedeute zwar keine akute Gesundheitsgefährdung, heisst es im Schreiben. Dennoch will man auf Nummer Sicher gehen. So hat sich die Dienststelle Immobilien dazu entschieden, bauliche Massnahmen zu ergreifen. Die Vorbereitungen dazu seien bereits im Gange. «Wir werden Sie über den weiteren Verlauf rechtzeitig informieren», heisst es weiter.

Bei den betroffenen Räumen handelt es sich um Parterreräume im «Roten Flügel» sowie dem Parterre des Zeichen- und Sporttraktes. Die Messungen seien ohne vorheriges Lüften durchgeführt worden. Die Schadstoffkonzentration sei deswegen während der regulären Raumnutzung in der Regel tiefer. Bis mit baulichen Massnahmen begonnen werde, würden mobile Raumluftreinigungsgeräte saubere Raumluft gewährleisten. Sie hätten sich jedoch in anderen Objekten als sehr effektiv erwiesen, heisst es weiter.

Diese sollen in den nächsten Tagen in Betrieb genommen werden. Auch das geltende Lüftungsregime wegen der Pandemie wirke gegen die Naphthalinimmissionen. Mit diesen beiden Massnahmen könne sichergestellt werden, dass niemand übermässiger Belastung von Raumluftschadstoffen ausgesetzt sei, bis die definitiven Sanierungsarbeiten umgesetzt sind. Die Wirksamkeit dieser Massnahmen wird laut der Mitteilung zudem mit Nachmessungen überprüft.

Online-Konferenz für Lehrpersonen geplant

In den kommenden Tagen wird zudem eine Online-Konferenz für die Lehrpersonen stattfinden, in der Fachleute detailliert zu Naphthalin Auskunft geben werden, wie die Staatskanzlei Luzern in einer separaten Medienmitteilung schreibt.