Stadt Luzern

Auf der Hertensteinstrasse in Luzern bleibt es beim Velo-Einbahnverkehr

Tagsüber gilt für Velofahrer auf der Hertensteinstrasse altstadteinwärts weiterhin ein Fahrverbot. Der Stadtrat lehnt eine Forderung der Linken, dies zu ändern, ab. In einem Punkt kommt er ihnen aber entgegen.

Hugo Bischof
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Velofahrer dürfen die Hertensteinstrasse in Luzern tagsüber nur altstadtauswärts in Richtung Museumsplatz befahren. Aber auch so müssen sie auf die Fussgänger Rücksicht nehmen; diese haben hier jederzeit Vortritt.

Velofahrer dürfen die Hertensteinstrasse in Luzern tagsüber nur altstadtauswärts in Richtung Museumsplatz befahren. Aber auch so müssen sie auf die Fussgänger Rücksicht nehmen; diese haben hier jederzeit Vortritt.

Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 4. Dezember 2020)

Velofahrer haben auf der Hertensteinstrasse in Luzern vom Falkenplatz Richtung Löwenplatz jederzeit freie Fahrt. In der Gegenrichtung ist die Fahrerlaubnis für Velos hingegen auf die Zeit zwischen 21 Uhr und 9 Uhr beschränkt. Das wollten SP und Grüne ändern. Mit einem Postulat forderten sie vom Stadtrat, die Einbahnregelung aufzuheben und Velofahrenden zu allen Tageszeiten freie Fahrt in beide Richtungen zu erlauben.

Jetzt liegt die Antwort des Stadtrats auf den von Mario Stübi (SP) und Martin Abele (Grüne) eingereichten Vorstoss vor. Er hat sich nach der Abwägung aller Vor- und Nachteile entschieden, die bisherige Regelung beizubehalten, wie er schreibt:

«Der Stadtrat gewichtet in dieser stark frequentierten Fussgängerzone das Bedürfnis der zu Fuss Gehenden, Einkaufenden und der flanierenden Touristinnen und Touristen, welche Luzern hoffentlich bald wieder besuchen werden, stärker als das Bedürfnis der Velofahrenden nach einer Alternativroute.»

Für Velofahrende gilt also weiterhin: Sie dürfen die Hertensteinstrasse tagsüber nur altstadtauswärts, vom Falkenplatz Richtung Löwenplatz, befahren. Um ihnen entgegenzukommen, will der Stadtrat das Verkehrsregime dennoch etwas anpassen: Statt wie bisher nur zwischen 21 Uhr und 9 Uhr soll die Durchfahrt für Velos altstadteinwärts, vom Löwenplatz Richtung Falkenplatz, um zwei Stunden auf 20 Uhr abends bis 10 Uhr morgens ausgeweitet werden. «Diese Zeiten lehnen sich an die freien Zufahrtszeiten zur Anlieferung und an das Fussverkehrsaufkommen in der Altstadt an, welches nach 20 Uhr deutlich geringer ist», erklärt Stadtrat Adrian Borgula (Grüne), Vorsteher der Umwelt- und Mobilitätsdirektion. «Damit erhalten die Velofahrenden zumindest in den Abend- und Nachtstunden sowie zur Hauptverkehrszeit am Morgen eine sichere Alternativroute zur Fahrt über den Schweizerhofquai», so Borgula.

Konflikt zwischen Sicherheit der Fussgänger und Velofahrer

«Die Hertensteinstrasse liegt in einer Fussgängerzone. Hier haben die Fussgänger Vortritt, die Velofahrenden müssen entsprechend auf die zu Fuss Gehenden Rücksicht nehmen, das ist im Strassenverkehrsgesetz so geregelt», sagt Borgula. Sehr oft würden die Fussgängerinnen und Fussgänger die vorbeifahrenden Velofahrer als Gefahr empfinden: «Aufgrund der mit dem Alter abnehmenden Reaktionsfähigkeit fühlen sich insbesondere ältere Personen unwohl, wenn sie von Velofahrenden überholt werden, obwohl diese der Ansicht sind, die Fussgänger mit ihrer Fahrweise nicht gefährdet zu haben.»

Stadtrat hofft auf Bus-/Velospur auf der Alpenstrasse

Er sei sich aber bewusst, dass vor allem für weniger geübte Velofahrer die Hertensteinstrasse eine willkommene Möglichkeit biete, den heiklen Bereich Schweizerhofquai/Luzern und je nach Ziel auch die Seebrücke zu umfahren, sagt Borgula. Primäres Ziel müsse es sein, die Verkehrssicherheit für Velofahrende auf den Hauptverkehrsstrassen sicherer zu gestalten. Vor allem auf der Alpenstrasse sei die Verkehrssicherheit für ungeübte Velofahrende zurzeit nicht gegeben. Eine Verbesserung ergäbe sich durch die Realisierung eines neuen Projekts, sagt Borgula. Dieses sieht auf der Alpenstrasse eine kombinierte Bus-/Velospur vor und ist Teil des Gesamtverkehrskonzepts Agglomerationsprogramm Zentrum Luzern. Borgula bedauert, dass der Kanton dieses Projekt zurückgestellt hat. Vorgesehen ist, dieses erst nach der erfolgreichen Inbetriebnahme neuer Dosierungsanlagen zu realisieren. Dies ist auf Ende 2021 vorgesehen.