STADT LUZERN: Basisstufe rettet Schulhäuser

Um die Quartierschulhäuser Steinhof und Büttenen zu erhalten, führt die Stadt dort die Basisstufe ein. Die Mehrkosten seien trotz Finanzsorgen gerechtfertigt.

Luca Wolf
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Unterricht in der Basisstufe der Schule Utenberg, die zum Schulbetrieb Unterlöchli gehört. (Archivbild Manuela Jans)

Unterricht in der Basisstufe der Schule Utenberg, die zum Schulbetrieb Unterlöchli gehört. (Archivbild Manuela Jans)

In den Schulhäusern Steinhof und Büttenen werden Basisstufen eingeführt. «Damit ist sichergestellt, dass in diesen Quartieren auch weiterhin ein Kindergarten sowie eine erste und eine zweite Klasse geführt werden können», begründet der Stadtrat den Entscheid. Damit unterstreiche man sein Bekenntnis zu wohnortsnahen Quartierschulen. In der Basisstufe sind die ersten beiden Kindergartenklassen sowie die erste und die zweite Primarschulklasse vereint.

Ein Jahrgang hat zu wenig Kinder

In der Stadt kennt man die Basisstufe nur im Schulhaus Unterlöchli/Utenberg. Die Erfahrungen sind laut Stadtrat gut. Kantons- und schweizweit ist dieses Schulsystem weit verbreitet (siehe Box).

Ursprünglich hatte der Stadtrat aus finanziellen Überlegungen beschlossen, die teureren Basisstufen nur bei Sanierungen und Umbauten zu prüfen. In den Schulhäusern Steinhof (Einführung Basisstufe ab Mitte 2013) und Büttenen (ab Mitte 2014) hat er eine Ausnahme gemacht. Volksschulrektor Rolf von Rohr erklärt: «In den beiden Quartieren sind erhebliche Schwankungen bei den Schülerzahlen eingetreten, wie sie nicht vorhersehbar waren.» Mal habe es sehr starke Jahrgänge gegeben, mal sehr schwache. Dieser Umstand hat laut von Rohr jetzt dazu geführt, dass ein Jahrgang zu wenig Kinder für eine eigene Klasse aufgewiesen hat. «In diesem Fall kann die Klasse nicht geführt werden, und die Kinder müssten in ein anderes Quartier zur Schule. Die Führung von nicht altersgetrennten Basisstufen kann solche Schwankungen aufnehmen und trägt zum Erhalt von Quartierschulhäusern bei.» Dies entspreche dem Willen des Parlaments und des Stadtrates. Derzeit besuchen knapp 120 Kinder das Steinhof-Schulhaus. Etwa 60 werden künftig in der Basisstufe unterrichtet. Im Büttenen-Schulhaus gehen knapp 90 Kinder in den Unterricht. Etwa 50 werden künftig in die Basisstufe integriert.

88 000 Franken Mehrkosten

Basisstufen brauchen mehr Schulraum und mehr Personal als herkömmliche Klassen. Den meisten Primarschulhäusern der Stadt fehlt dieser Platz – im Steinhof und im Büttenen ist er jedoch vorhanden. Deshalb fallen dort «nur» die Mehrkosten für die Lehrpersonen an. Diese betragen laut von Rohr für 2014 total rund 62 000 Franken. Ab 2015 ist mit jährlichen Netto-Mehrkosten (nach Abzug von Kantonsbeiträgen) von 88 000 Franken zu rechnen. «Weil wir dadurch die beiden Quartierschulhäuser erhalten können, ist dies gerechtfertigt.»

Eine flächendeckende Einführung der Basisstufe ist in der Stadt kein Thema. «Dies aus finanziellen Überlegungen, da die baulichen Massnahmen nicht tragbar sind», sagt von Rohr. Im Moment gebe es auch keine weiteren Pläne für die Einführung der Basisstufe an weiteren Schulen. Auch im Maihof-Schulhaus, das derzeit saniert wird, werde es keine Basisstufen geben.

Motion verlangt kleinere Klassen

In der Stadt ist noch eine Volksmotion hängig, deren Auswirkungen auf die Schulraumplanung wohl ziemlich gross wären. Der Elternrat des Steinhof-Schulhauses verlangt mit der Motion durchschnittliche Klassengrössen von 18 Kindern. Der Kanton Luzern gibt eine Spannbreite von 15 bis 22 Kindern vor. Die Stadt Luzern hat im Zug der letzten Sparpakete die Klassengrösse von 18 auf neu 19,5 bis 20 Schüler erhöht. Das sei zu viel und gefährde das schulische Angebot, argumentierte der Elternrat. Wann die Volksmotion im Grossen Stadtrat behandelt wird, ist noch unklar.