STADT LUZERN: Bestattungen: bis 1200 Franken statt kostenlos

Wird Sterben in der Stadt Luzern bald kostenpflichtig? Darüber stimmt das Parlament ab. Littau verfolgt diese Pläne mit Argwohn.

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(Symbolbild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

(Symbolbild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Bis jetzt sind Bestattungen für Stadtluzerner gratis. Das soll sich ändern: Gemäss Thomas Schmid von der Stadtgärtnerei, welche für den Friedhof Friedental zuständig ist, wird dem Stadtrat in den nächsten ein bis zwei Wochen ein entsprechendes Konzept vorgelegt. Eine Urnenbestattung kostet dann rund 800 Franken, eine Erdbestattung rund 1200 Franken.

Schmid betont, dass diese Gebühren nicht vollständig kostendeckend seien. Insgesamt rechnet er aufgrund der neuen Gebühr mit Einnahmen von 700'000 Franken. Über ein entsprechendes Reglement werde der Grosse Stadtrat noch in diesem Herbst abstimmen.

Pro und Kontra bei den Parteien
Noch ist allerdings nicht sicher, ob die Gebühr eingeführt wird. Denn bei den Parteien kommt sie unterschiedlich gut an. Markus Mächler, Fraktionschef der CVP, sagt: «Wir befürworten diese Gebühr grundsätzlich. Doch wir müssen noch das Konzept genauer anschauen und die Details beurteilen.» Die FDP lehnt die Gebühr «nicht grundsätzlich ab», sagt Fraktionschefin Laura Grüter-Bachmann.

Eine klare Position vertritt René Kuhn, Präsident der SVP: «Wir lehnen die Bestattungsgebühr ab. Die Menschen haben schliesslich ihr ganzes Leben lang Steuern gezahlt.» Philipp Federer, Fraktionsmitglied der Grünen, sagt: «Die Steigerung von 0 auf mindestens 800 Franken ist massiv.»  Er schwanke aber zwischen einer Ablehnung und der Einführung einer Minimalgebühr. Federer gibt grundsätzlich zu bedenken: «Diese Gebühr ist nicht sozial. Sie trifft alle gleich, egal, wie viel man verdient.» Gaby Schmidt, Fraktionsmitglied der SP, vertritt die gleiche Haltung. Deshalb gehe sie davon aus, dass es schwierig sein wird, die SP vom neuen Reglement zu überzeugen.

Die Stadt wendet jährlich 2 Millionen Franken für das Bestattungswesen auf. Mit der Erhebung der Gebühren sollen auch die Leistungen ausgebaut werden, etwa die Beisetzung der Asche von Verstorbenen unter Friedhofsbäumen.

Andreas Bättig

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.