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STADT LUZERN: Bevölkerung kann bei Raumentwicklung mitreden

Die Stadtregierung hat klare Vorstellungen davon, wie sich Luzern in Zukunft räumlich entwickeln soll. Unter anderem sollen die Quartiere und ihre Zentren sollen gestärkt werden. Für den Entwurf des neuen Raumentwicklungskonzepts lädt die Stadtregierung nun zu Gesprächen mit der Bevölkerung.
Die Quartierzentren, wie sie im Raumentwicklungskonzept stehen. (Bild: LZ)

Die Quartierzentren, wie sie im Raumentwicklungskonzept stehen. (Bild: LZ)

Wie soll sich die Stadt Luzern in den nächsten 15 Jahren räumlich entwickeln? Welche Nutzung – Wohnen, Arbeiten, Freizeit – ist wo sinnvoll? Wie lässt sich die Siedlungsentwicklung mit einer stadtverträglichen Mobilität und genügend vielfältigem Freiraum verbinden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Raumentwicklungskonzept, das die Stadt derzeit erarbeitet. Wie die Baudirektion der Stadt Luzern am Freitagvormittag mitteilte, wird der Entwurf an vier öffentlichen Quartiergesprächen und an einem Fachgespräch präsentiert und diskutiert.

Mehr Lebensqualität trotz Bevölkerungs- und Mobilitätswachstum

Eine «Stadt der kurzen Wege» soll Luzern sein. Dieses Ziel hat der Stadtrat in der Gesamtplanung 2017–2021 festgehalten. Die tatsächliche Entwicklung ging bisher aber in eine andere Richtung: Die Zahl der Städter, die weg pendeln, hat in den letzten Jahr laufend zugenommen ( Artikel vom 3. November 2017 ).

In Luzern leben auch immer mehr Menschen. Das Raumentwicklungskonzept geht von einem Bedarf an 4900 zusätzlichen Wohnungen aus. Rund zwei Drittel davon sollen im Stadtteil Littau entstehen. Um trotz Bevölkerungswachstum eine hohe Lebensqualität zu erhalten, hat der Stadtrat im Raumentwicklungskonzept sechs Ziele formuliert:

  • Der Stadtrat will ein vielfältiges Wohnraumangebot schaffen.
  • Es sollen attraktive Arbeitsplätze für unterschiedliche Qualifikationen entstehen.
  • Die Siedlungsentwicklung muss hohen städtebaulichen, architektonischen und energetischen Ansprüchen genügen. Die spezifischen Qualitäten und Charakteristiken der Quartiere sollen erhalten und gestärkt werden.
  • Im Zusammenhang mit der inneren Verdichtung ist es zentral, dass die Stadt über vielseitig nutzbare und attraktive Freiräume verfügt.
  • Innerhalb der Stadt sollen die Wege kurz respektive die Geh- und Fahrzeiten gering sein. Wohnen, Arbeiten, Freizeit sollen in kurzen Distanzen zueinander stattfinden.
  • Der Stadtrat will die Quartiere und ihre Zentren stärken. Hier spielt sich das Alltagsleben der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Werktätigen ab. Das Raumentwicklungskonzept zeigt, wo es bereits gut funktionierende Quartierzentren gibt, welche weiterentwickelt werden sollten und wo es neue Quartierzentren braucht.

Auch will die Stadt Zwischennutzungen fördern. Auf eigenen Liegenschaften, etwa beim Neubad, bei der Carparkierungsfläche Inseli und im Eichwaldgebiet, sollen temporäre Nutzungen ermöglicht werden.

Immer mehr Einwohner

Der Kanton Luzern rechnet für die Stadt Luzern bis 2035 mit einem Bevölkerungswachstum von 14’000 Personen oder 18 Prozent. 2035 würde die Stadt Luzern somit rund 96’000 Einwohnerinnen und Einwohner zählen. Um das heutige Verhältnis von einem Arbeitsplatz zu einer Einwohnerin oder einem Einwohner beizubehalten, sollen auch die Arbeitsplätze im gleichem Umfang wachsen. Würden alle Möglichkeiten in den heute gültigen Bau- und Zonenordnungen ausgeschöpft, könnte die Stadt von heute 82’000 auf 93’000 Personen anwachsen. Bei der Zusammenführung der beiden Bau- und Zonenordnungen der Stadtteile Littau und Luzern muss folglich noch ein Potenzial für 3000 Personen geschaffen werden. Der Stadtrat will dieses Wachstum nicht mit Einzonungen, sondern mit innerer Verdichtung ermöglichen. Dort, wo es sinnvoll und verträglich ist, soll bei Erneuerungen dichter und allenfalls höher gebaut werden können. (pd)

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Für die Raumentwicklung der Stadt Luzern zentral sei auch die konsequente Umsetzung der Mobilitätsstrategie, heisst es in der Medienmitteilung der Baudirektion weiter. Nur mit der Förderung des öffentlichen Verkehrs und des Fuss - und Veloverkehr könne man den Mehrverkehr bewältigen. Parallel zum Raumentwicklungskonzept soll deshalb auch die Mobilitätsstrategie überarbeitet werden.

Zuerst geht das Konzept nun aber in die Vernehmlassung. Ende Januar sind vier Quartiergespräche geplant. Die öffentliche Mitwirkung läuft noch bis am Freitag, 6. Februar 2018. Die Anregungen aus der Bevölkerung fliessen dann in die Vorlage ein. Das neue Raumentwicklungskonzept und die neue Mobilitätsstrategie werden voraussichtlich Ende Juni 2018 im Stadtparlament behandelt.

pd/sda/dvm

Positives Beispiel für ein Quartierzentrum: Dorfstrasse im Gebiet Geissenstein mit öffentlichem Platz, ­Tempo-20-Zone und Einkaufsmöglichkeit. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 5. Januar 2018))

Positives Beispiel für ein Quartierzentrum: Dorfstrasse im Gebiet Geissenstein mit öffentlichem Platz, ­Tempo-20-Zone und Einkaufsmöglichkeit. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 5. Januar 2018))

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