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STADT LUZERN: Biker sollen im Bireggwald legal fahren dürfen

Mit einem Pilotprojekt will der Kanton Konflikte zwischen Spaziergängern und Bikern entschärfen. Noch sind jedoch viele Fragen offen – unter anderem jene der Finanzierung.
Stefan Dähler
Mountainbiken ist in Luzerner Wäldern derzeit abseits markierter Pisten oder befestigter Wege verboten. (Symbolbild: Roger Grütter)

Mountainbiken ist in Luzerner Wäldern derzeit abseits markierter Pisten oder befestigter Wege verboten. (Symbolbild: Roger Grütter)

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Mountainbiking ist beliebt, doch vielerorts im Kanton Luzern eigentlich verboten. Gemäss Waldgesetz ist der Sport im Wald nur auf Waldstrassen, befestigten Waldwegen oder speziell markierten Pisten erlaubt. Solche Pisten existieren jedoch kaum, eine Ausnahme ist der Biketrail im Gigeliwald in der Stadt Luzern.

Doch nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Die kantonale Abteilung Landwirtschaft und Wald (Lawa) plant im Bireggwald und in den Wäldern rund um Neudorf Pilotprojekte zur sogenannten Bikerlenkung. Das Ziel ist, «unter Einbezug der Beteiligten und Betroffenen» Erfahrungen zu sammeln, wie Sejana Amir vom Lawa auf Anfrage mitteilt. Auf dieser Basis soll eine «kantonsweite Lösung» entwickelt werden. Im Fall des Bireggwalds will der Kanton auf Waldeigentümer, die Stadt, die Gemeinde Horw, Bikervertreter, «andere Erholungssuchende» und Naturschutzvertreter zugehen. «Mitwirkungsveranstaltungen werden voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2018 stattfinden.» In Neudorf hat bereits ein Treffen stattgefunden.

Illegale Trails als Problem

«Wir beobachten seit zwei bis drei Jahren, dass es immer mehr Biker im Bireggwald gibt», sagt Stadtoberförster Raphael Müller. Er vertritt den Stift im Hof, die Korporation und die Stadt Luzern, die zusammen zwei Drittel des Bireggwalds besitzen. «Das Gebiet ist beliebt, weil es aufgrund der steilen Topografie zum Fahren interessant ist und sehr nahe an Siedlungen liegt. Die Leute können also auch nach dem Feierabend noch schnell in den Wald.» Das führe teils zu Konflikten mit Fussgängern, man erhalte ab und zu entsprechende Rückmeldungen. Ein weiteres Problem sei, dass mit Säge, Schaufel und Pickel immer mehr illegale Biketrails gebaut würden, welche Wildtiere störten oder die Waldbewirtschaftung erschweren. «Teils werden sogar Bäume gefällt, Rampen und Sprünge gebaut, ohne dies mit uns abzusprechen», sagt Müller. Es sei zudem schwierig, Ansprechpartner bei den Bikern zu finden, da viele von ihnen nicht in Gruppen oder Vereinen organisiert seien.

Eine Organisation ist die Freeride Connection, die den legalen Biketrail im Gigeliwald und einen Pumptrack – einen Bike-Rundkurs – in Horw gebaut hat. Mitglied Dario Resenterra betont, dass Konflikte auch von Nicht-Bikern ausgehen könnten – so sei der Gigeliwald-Trail erst kürzlich sabotiert worden. Für die Pilotprojekte im Bireggwald sei man offen. Zwar bevorzuge er das Konzept der «Trail Tolerance». Das heisst, die Wege stehen verschiedenen Nutzern offen, man nimmt Rücksicht aufeinander. In Ferienorten wie etwa Davos wird das so praktiziert. «Bei Hotspots ist eine Regelung aber in Ordnung», sagt Resenterra. Der Bireggwald sei ein geeignetes Gebiet für solch einen Versuch. Man sollte aber nicht einfach nur Wege für Biker sperren, sondern auch Alternativen anbieten.

Waldeigentümer wollen nicht für Unterhalt zahlen

Wie eine mögliche Lösung aussehen könnte, ist noch offen. Was der Kanton nicht tolerieren will, ist «das Biken quer durch den Wald sowie das illegale Anlegen von Pfaden und der Bau von Hindernissen oder Schanzen», so Sejana Amir. Weiter seien «störungsarme Gebiete für die Wildtiere sicherzustellen». Für Raphael Müller keine Option sind neue Infrastrukturen, denn es bestünden schon sehr viele Wege. «Es braucht aber eine Lenkung beziehungsweise Eingrenzung der heutigen Nutzung. Denkbar wäre, gewisse Abschnitte für Biker freizugeben, während andere dann Fussgängern vorbehalten sind.»

Eine weitere Frage ist jene des Unterhalts. «Der Eigentümer soll nicht dafür verantwortlich sein, zumal er mit dem Unterhalt der Waldstrassen bereits viel zur Erholungsnutzung beiträgt», sagt Müller. Der Kanton macht über mögliche Kosten und deren Finanzierung noch keine Angaben.

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