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STADT LUZERN: Büroflächen: Andere Städte haben Nase vorn

Grössere Firmen, die nach Luzern ziehen wollen, haben keine Chance, geeignete Räume zu finden. In Zug und Zürich ist das anders – warum?
Robert Knobel
In der Stadt fehlt es an grossen Büroflächen. Hier auf dem Mattenhof-Areal soll in den nächsten Jahren eine Überbauung mit vielen Büroräumen entstehen. (Bild: pd/Visualisierung)

In der Stadt fehlt es an grossen Büroflächen. Hier auf dem Mattenhof-Areal soll in den nächsten Jahren eine Überbauung mit vielen Büroräumen entstehen. (Bild: pd/Visualisierung)

Matthias Stadler

Wie ein Mantra wiederholt der Luzerner Stadtrat bei jeder Gelegenheit das Grundproblem der Luzerner Wirtschaftsförderung: In der Stadt Luzern fehlen grosse, zusammenhängende Büroflächen. Solange solche nicht vorhanden sind, werden sich kaum grössere Firmen in Luzern ansiedeln. Schlimmer noch: Selbst Expansionswünsche von einheimischen Firmen bleiben oftmals unerfüllt – mit der Folge, dass diese im Extremfall die Stadt verlassen.

Wie gross ist das Problem wirklich?

Insgesamt gibt es in der Stadt Luzern rund 800 000 Quadratmeter Bürofläche. Nur ein Bruchteil davon betrifft ­grössere zusammenhängende Flächen. Wie gross ist das Problem mit den Büroflächen tatsächlich? Das wollte die SP in einer Interpellation an den Stadtrat wissen. Für seine Antwort hat der Stadtrat bei der Wirtschaftsförderung nachgefragt. Dort waren im vergangenen Oktober sieben Interessenten für grössere Büroflächen registriert. Dabei handelte es sich teils um internationale Firmen, teils um grössere lokale Unternehmen. Die Wünsche dieser Firmen reichten von 500 bis 10 000 Quadratmeter. Insgesamt belief sich die gewünschte Fläche dieser sieben Firmen auf 25 000 bis 32 000 Quadratmeter.

Bedarf an Büros wächst stetig

Bis 2025 wird sich der zusätzliche Bedarf an Büroflächen in der ganzen Agglomeration Luzern auf rund 400 000 Quadratmeter belaufen, davon ein Viertel auf Stadtgebiet. Das zeigt eine Studie von Wüest und Partner von 2013, welche der Stadtrat in seiner Antwort zitiert.

Doch wie sieht es mit dem Angebot aus? Dazu konsultierte der Stadtrat das Immoportal homegate.ch. Eine Recherche unserer Zeitung kurz vor Weihnachten bestätigte die magere Ausbeute: Die Abfrage mit dem Kriterium «mehr als 1500 Quadratmeter» ergibt nur gerade vier Treffer. Zwei davon betreffen die geplante Überbauung Rösslimatt beim Bahnhof, die aber erst 2020 bezugsbereit sein wird. Weitere Büroflächen werden im Mattenhof angeboten, die ebenfalls erst in zwei Jahren erhältlich sind und sich zudem auf Krienser Boden befinden. Einzig in einem Gewerbegebäude in Reussbühl sind 1700 Quadratmeter Bürofläche per sofort verfügbar. Zum Vergleich: Wer Büroflächen bis 500 Quadratmeter sucht, kann unter mehr als 60 Angeboten auswählen.

Zürich und Zug haben Räume

Luzern sei betreffend Lage im Vergleich zu Kantonen wie Zürich, Zug oder Genf im Nachteil, hiess es kürzlich von Seiten der Wirtschaftsförderung in unserer Zeitung (Ausgabe vom 19. Dezember). Kein Wunder, hat die Stadt Luzern bei der Anwerbung von Firmen schlechte Karten. Dies umso mehr, als die Städte Zug und Zürich über genügend grosse und freie Büroflächen verfügen würden, hält der Stadtrat fest. So sind gemäss homegate.ch in der viel kleineren Stadt Zug zurzeit gleich zwei Angebote über 2000 Quadratmeter per sofort erhältlich, in Zürich sogar 17. In dieses Bild passt, dass das Marktforschungsinstitut GFK 2017 von Hergiswil nach Rotkreuz ziehen wird – in der Stadt Luzern sei nichts frei gewesen, das die Kriterien der Firma (3000 Quadratmeter) erfüllt hätte, schreibt der Stadtrat.

Platz dank Verwaltungsumzug

Ab 2023 könnte ein Grossteil der kantonalen Verwaltung in einen Neubau am Seetalplatz ziehen. Damit würden auf einen Schlag grosse Büroflächen in der Stadt frei. Heute ist die Kantonsverwaltung nämlich auf zahlreiche Standorte in der Stadt verteilt. Durch einen Wegzug der Verwaltung würden rund 27 300 Quadratmeter Bürofläche auf Stadtgebiet frei. Dies schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf eine weitere Interpellation der SP, welche sich nach den Auswirkungen des Verwaltungsneubaus auf dem Seetalplatz erkundigte. Unklar bleibt dabei allerdings, ob sich unter den freiwerdenden Büroräumlichkeiten auch grössere zusammenhängende Flächen befinden.

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