STADT LUZERN: Dank Widerstand aus dem Quartier: Poststelle Schönbühl bleibt erhalten

Die Post macht einen Rückzieher und hebt den im Februar beschlossenen Hausservice der Post Schönbühl auf. Dies dank Widerstand aus der Bevölkerung. Neu wird die Post als Agentur geführt.

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Soll geschlossen werden: Die Poststelle Schönbühl in Luzern. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 8. Februar 2017))

Soll geschlossen werden: Die Poststelle Schönbühl in Luzern. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 8. Februar 2017))

Die Post hat ihre ursprüngliche Idee, statt der Poststelle Luzern 14 Schönbühl einen Hausservice einzurichten, fallen gelassen. Der Hausservice sollte es der Bevölkerung ermöglichen, Briefe und Pakete dem Postboten bei der eigenen Haustür abgeben zu können. Dies wird nun aber nicht passieren.

Erst im Februar hatte die Post noch grosse Probleme, einen Agenturpartner für die Poststelle in Schönbühl zu finden (zum Artikel »). Nun aber, durch starken Widerstand aus dem Quartier und der Zusammenarbeit mit dem Quartierverein Tribschen-Langensand konnte nun eine Agenturpartnerin gefunden werden. Neu werden die Dienstleistungen in der Post Schönbühl von der Migros angeboten. Das teilt die Stadt Luzern am Mittwoch mit.

Damit hat die Luzerner Bevölkerung weiterhin die Möglichkeit, in Schönbühl an altbewährter Stelle ihre Post aufzugeben – nur eben nicht in einer herkömmlichen Post, sondern in einer Agentur mit eingeschränkten Dienstleistungen. So werden in der neuen Agentur in Schönbühl neu keine Bareinzahlungen, kein Bargeldwechsel, sowie auch keine Abgabe von Betreibungsurkunden und Gerichtsvorladungen möglich sein. Diese Beschränkung der Dienstleistung sei jedoch gemäss aus sicht des Quartiervereins verkraftbar.

Auch die bis anhin selbst geführten Poststellen Luzern 15 Würzenbach und Luzern Reussbühl will die Post in Postagenturen umwandeln. Dies aus betriebswirtschaftlichen Gründen. Weil Dienstleistungen der Post laufend weniger nachgefragt seien und die Post die Grundversorgung eigenwirtschaftlich erbringen muss, habe man sich auch hier für eine Postagentur entschieden: in Würzenbach ist dies der Spar-Supermarkt, in Reussbühl die Bäckerei Bucher, so Stadtpräsident Beat Züsli auf Anfrage.

Auch andere Gemeinden haben protestiert

Mit den Agenturlösungen könne die Versorgung der Quartiere mit den zentralen Postdienstleistungen gesichert werden. Für die spezialisierteren Postgeschäfte stünden um den Bahnhof und an weiteren Standorten in der Stadt von der Post selbst betriebene Poststellen zur Verfügung. Aus Sicht der Quartiervereine seien Agenturlösungen akzeptable Alternativen zu den bisherigen Poststellen. Dies weil die wesentlichen Dienstleistungen fortgeführt werden.

Die Gemeindebehörden haben das Recht, sich bei der Post-Aufsichtsbehörde PostCom gegen Änderungen im Poststellennetz zu wehren. Die Luzerner Stadtregierung geht aber nicht davon aus, dass die PostCom eine Unregelmässigkeit bei den Plänen der Post feststellen wird. Sie will deswegen die Aufsichtsbehörde nicht anrufen.

Widerstand gegen die Schliessung von Poststellen gibt es auch anderswo. Gegen die drohende Schliessung der Poststelle Eschen­bach hat die dortige CVP eine Petition lanciert. Auch die Einwohner der 444-Seelen-Berggemeinde Wassen hat im Mai diesen Jahres für den Erhalt ihrer Poststelle gekämpft (zum Artikel »). Bereits im Jahr 2015 ist es in der Gemeinde Vitznau zum Widerstand aus der Bevölkerung gekommen. Der Protest war jedoch zwecklos: Der Gelbe Riese hat die Filiale in Vitznau dennoch geschlossen.

 

nop