STADT LUZERN: Das Zügeln braucht starke Nerven

Wem in der Stadt ein Zügeltermin bevorsteht, tut gut daran, rechtzeitig mit der Planung zu beginnen. Aber auch beste Vorbereitung schützt mitunter nicht vor Ungemach.

Thomas Heer
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Eine Frau schleppt Bananenschachteln in die neue Wohnung (Symbolbild). (Bild: KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Eine Frau schleppt Bananenschachteln in die neue Wohnung (Symbolbild). (Bild: KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Die Stadt Luzern hat vieles zu bieten. Eines aber mit Bestimmtheit nicht – ein Überangebot an Parkplätzen. Diesen Umstand spüren in ganz besonderem Masse all jene, die irgendwann auf einen Zügelwagen angewiesen sind. Und schon bald ist wieder Ende März. Für Unternehmen, die auf Umzüge spezialisiert sind, bricht dannzumal eine der hektischsten Zeiten des Jahres an.

Auch auf das Zügelbusiness trifft zu, was in der Logistik allgemeine Gültigkeit hat: Der Grundsatz der kurzen Wege. Kein Umzugsarbeiter mag Betten, Klaviere oder Schränke länger herumschleppen als unbedingt nötig. Ein Optimum ist vielfach erreicht, wenn sich der Zügelwagen möglichst nahe an jenes Gebäude heranmanövrieren lässt, woraus die Ware schlussendlich herausgeschafft werden muss

Behörde stellt Verbotstafeln auf

Was die Stadt Luzern betrifft, ist das allerdings einfacher gesagt als getan. Vor zahlreichen Liegenschaften befinden sich zwar Parkplätze, aber nicht private Flächen, sondern solche, die jedermann benutzen kann. Also was ist zu tun, um sicherzustellen, dass am Tag X der Parkraum vor dem Haus frei verfügbar ist, damit der Chauffeur des Umzugwagens direkt vor dem Ein- und Ausgang parkieren kann?

Als zielführend kann sich ein Anruf bei der Dienststelle Verkehrstechnik/Signalisation erweisen. Deren Mitarbeiter verfügen über eine Vielzahl von mobilen Parkverbotstafeln. Diese Signalisationen werden dann am Tag vor dem gewünschten Termin vor Ort platziert. Zwei bis drei Parkfelder können so frei gehalten werden. Die Polizei büsst all jene Rücksichtslosen, die ihre Fahrzeuge trotz Verbot in die freie Lücke parken.

Ein Problem ist dabei aber noch nicht aus dem Weg geräumt. Denn oft ist es so, dass die Parkfelder bereits besetzt sind, wenn die städtischen Angestellten mit den temporären Verbotstafeln anrücken. Denn besitzt jemand eine Dauerparkkarte für die Stadt, kann er sein Auto in den dafür bestimmten Zonen am Strassenrand so lange stehen lassen, wie er will. Und genau daraus kristallisiert sich jenes Ärgernis, dem Zügelfachleute regelmässig ausgesetzt sind. Davon kann auch der Littauer Umzugsunternehmer Roger Habermacher ein Lied singen. Er sagt: «Oft stehen wir trotz Reservation vor besetzten Parkfeldern.»

Es fallen Gebühren von 110 Franken an

Um die Dauerparkierer doch noch loszuwerden, hilft womöglich ein Anruf bei der Polizei. Diese verfügt über die nötigen Register, um die Halter ausfindig zu machen, auch jene, die ihre Nummer sperren liessen. Urs Wigger spricht in diesem Zusammenhang von «wegtelefonieren» und kreiert damit gleich noch ein neues Verb. Die Signalisation durch die Stadt kostet 110 Franken. Alphons Arnet, Leiter Verkehrstechnik, sagt: «Das ist die Abgeltung für unseren Aufwand.»