STADT LUZERN: Deutschtests für Ausländer werden gefordert

Immer wieder reichen in der Stadt Luzern Ausländer ein Einbürger­ungsgesuch ein, die nicht Deutsch können. Obligatorische Sprach­tests sollen Abhilfe schaffen.

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(Karikatur Jals/Neue LZ)

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Mit einer gemeinsamen Motion fordern SVP, CVP und FDP eine zentrale Änderung im Einbürgerungsverfahren: Gesuchsteller sollen am Anfang des Verfahrens gleich einen obligatorischen Deutschtest bestehen müssen. «Wir haben immer mehr Leute, die sich bei der Einladung vor die Bürgerrechtskommission mit uns nicht verständigen können, obwohl sie oft seit zehn und mehr Jahren hier leben», sagt FDP-Grossstadträtin Trudi Bissig-Kenel.

Auch SVP-Grossstadtrat Urs Wollenmann, der die Motion initiiert hat, hat in den Sitzungen der Bürgerrechtskommission Gesuchsteller erlebt, die nicht genügend Deutsch sprechen. Wenn dereinst noch Littau zu Luzern stosse, ergebe das «riesige Pendenzen» von Einbürgerungsgesuchen, sagt Wollenmann. Die drei bürgerlichen Fraktionen wollen, dass die Einbürgerungswilligen mit den Deutschtests das Niveau A2 gemäss dem Europäischen Sprachenportfolio erreichen. Das heisst unter anderem, dass sich jemand «in einfachen, routinemässigen Situationen verständigen» kann.

Integriert trotz schlechter Deutschkenntnisse
Die grüne Grossstadträtin Katharina Hubacher, Präsidentin der Bürgerrechtskommission, kann mit der Forderung nach obligatorischen Deutschtests nicht viel anfangen. Für Hubacher sind Deutschkenntnisse ein wichtiges, aber nicht das alleinige Kriterium für die Integration.

Es gebe einen Anteil der Migrationsbevölkerung aus so genannt bildungsfernen Schichten, die zwar nicht gut Deutsch könnten, «aber ihren Job gut machen, die Kinder gut erziehen und so trotzdem auf ihre Weise integriert sind». Diesen Personen werde mit der Schriftlichkeit von Deutschtests eine Hürde mehr eingebaut.

Pirmin Bossart

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.