STADT LUZERN: Die maskierten Schläger kamen nachts

Nach den Anschlägen auf die Gassechuchi und den Salesia-Park ist in Luzern eine weitere Randgruppe angegriffen worden - von Rechtsextremen.

Drucken
Teilen
Den Personen hier im Salesia-Park galt ein früherer Angriff. (Bild Roberto Conciatori/Neue LZ)

Den Personen hier im Salesia-Park galt ein früherer Angriff. (Bild Roberto Conciatori/Neue LZ)

Drei Mitglieder der alternativen Wohngemeinschaft erinneren sich: «Wir kamen vom Ausgang nach Hause und sassen hier noch kurz zusammen. Dann hörten wir draussen Stimmen. Ich begab mich in den Garten und sah auf dem Nachbargrundstück schattenhafte Gestalten.» Die Zeit: 1.30 Uhr.

Der Mann, der hier erzählt, ist Peter* und er eilt die wenigen Meter zum Parkplatz des angrenzenden Terrains. Dort steht ein Unbekannter. Er trägt eine Sturmmaske, schweigt und macht keine Anstalten, den Platz zu verlassen. Plötzlich geht alles sehr schnell. Der Maskierte greift Peter an. Es entwickelt sich eine Keilerei. Zu guter Letzt gelingt es Peter, den Angreifer auf den Boden zu drücken und ihn zu blockieren.

Rechtsextreme
Auf dem Gelände befindet sich aber noch ein zweiter Mann, auch er maskiert. Mit Fäusten und Schuhen prügelt er auf Peter ein. Der zweite Schläger kann aber rasch von Peters Kollegen überwältigt werden. Eine WG-Bewohnerin alarmiert via Handy die Polizei, die wenige Minuten nach dem Notruf auf der Liegenschaft eintrifft.

Bei den Maskierten handelt es sich um Personen aus dem rechtsextremen Milieu, wie Richard Huwiler, Chef Kommunikation bei der Kantonspolizei Luzern, bestätigt. Nach Angaben von Szenekennern sollen die beiden Prügler aus dem Kanton Bern respektive dem Luzerner Hinterland stammen. Peter erstattete Anzeige gegen die beiden Männer.

Explosivkörper
Der Überfall auf die WG vor acht Tagen war nicht der einzige, der in der Region Luzern gegen Mitglieder von Randgruppen gerichtet war. Auf die Gassechuchi und in den Salesia-Park warf eine unbekannte Täterschaft insgesamt drei Explosivkörper ("Zentralschweiz am Sonntag" vom 28. September).

*Name von der Redaktion geändert

Thomas Heer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Sonntag in der Zentralschweiz am Sonntag.