Stadt Luzern
Die Wohngenossenschaft EBG erhält grünes Licht für die Eichwald-Überbauung

800 Genossenschafterinnen und Genossenschafter sprechen sich für das im Vorfeld teils kontrovers diskutierte Grossprojekt aus, 231 dagegen. Das Resultat ist deutlich, es war aber schon klarer.

Simon Mathis
Drucken
Teilen
So soll das Bauprojekt Eichwald dereinst aussehen.

So soll das Bauprojekt Eichwald dereinst aussehen.

Visualisierung: Nightnurse Images

Die Luzerner Wohngenossenschaft Geissenstein-EBG hat von ihren Mitgliedern grünes Licht für die Eichwald-Überbauung erhalten. Der Baukredit von knapp 30 Millionen Franken wurde an einer schriftlich durchgeführten Urabstimmung bewilligt, wie die EBG mitteilt. Das Resultat fiel deutlich aus: 800 Personen sprachen sich für den Kredit aus, 231 dagegen – bei 110 Enthaltungen und 8 ungültigen Stimmen. Die Wahlbeteiligung sei «überdurchschnittlich» gewesen (die EBG zählt knapp 3000 Mitglieder). Geplant sind 49 Mietwohnungen.

«Geschäftsleitung und Aufsichtsrat sind hocherfreut, dass das Resultat so deutlich zu Gunsten des Projektes ausgefallen ist», sagt EBG-Geschäftsleiter Pascal Ziegler. «Damit haben wir zwar gerechnet, sind aber trotzdem froh, dass unsere Erwartungen bestätigt wurden.» Es sei ein starkes Zeichen dafür, dass die Mitglieder hinter dem Bau neuer Wohnungen stehen. Trotzdem: Immerhin 231 Personen haben ein Nein eingelegt.

«Dieser Nein-Anteil liegt im gewohnten Rahmen, das ist aus unserer Sicht weder ein Denkzettel noch ein Schuss vor den Bug»,

so Ziegler. Angewachsen ist der Nein-Anteil dennoch. Zum Vergleich: Bei der letzten Urabstimmung, bei der es um den Baurechtsvertrag mit der Stadt für dasselbe Projekt ging, wurden 987 Ja- und bloss 85 Nein-Stimmen eingelegt (bei 42 Enthaltungen und ungültigen Stimmen). Bei der ersten Abstimmung betrug der Ja-Anteil 88 Prozent, bei der zweiten 70 Prozent. Dazu sagt Ziegler: «Es gibt Leute, die finden, dass es das Projekt nicht braucht. Das ist normal und völlig in Ordnung.»

Treffen sollen künftig wieder physisch stattfinden

Die Rückmeldungen, die im Vorfeld geäussert wurden, wolle man sofern möglich aufnehmen. Dabei gehe es vor allem um die Inneneinrichtung und Wohnungsdetails. Das Baugesuch wird bereits in den folgenden Wochen bei der Stadt eingereicht werden. Dank dem Ja bleibe die EBG terminlich auf Kurs.

Kritik wurde vor allem am Umstand laut, dass keine physische Versammlung durchgeführt wurde. Das habe eine echte Diskussion über die noch offenen Fragen verunmöglicht. Über 50 Genossenschafter stellten in einem Brief Fragen an den Aufsichtsrat. Darin wurde vor allem moniert, dass der Mietpreis teurer wurde als ursprünglich kommuniziert. Die Frage sei, ob Genossenschaften nur für den Mittelstand bauen sollen – oder auch für Leute mit geringerem Einkommen.

«Den Wunsch nach einer Face-to-Face-Versammlung teile ich», so Pascal Ziegler. «Wir hätten gerne einen direkten Austausch organisiert, aber die Pandemie hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht», hält er fest. «Wir sind zuversichtlich und bemühen uns darum, dass es das nächste Mal wieder physische Informationsveranstaltungen geben wird.»

Aktuelle Nachrichten