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STADT LUZERN: Diskreter Brandschutz auf Luzerner Brücken

Bald jährt sich der Brand der Kapellbrücke zum 25. Mal. Die Feuerwehr hat daraus ihre Lehren gezogen. Eine Katastrophe wie damals könnte heute nicht mehr passieren.
Marc Benedetti
Theo Honermann, Kommandant der städtischen Feuerwehr, auf der Kapellbrücke. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 3. Mai 2018))

Theo Honermann, Kommandant der städtischen Feuerwehr, auf der Kapellbrücke. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 3. Mai 2018))

Marc Benedetti

marc.benedetti@luzernerzeitung.ch

Der Brand des Hotels Schlüssel mitten im historischen Zentrum hat die Stadt Luzern diese Tage in Atem gehalten (wir berichteten). Gleichzeitig jährt sich bald ein weiteres Grossereignis zum 25. Mal: Der Brand der Kapellbrücke am 18. August 1993, dessen Bilder um die Welt gingen. Eine Katastrophe wie damals wäre bei den historischen Holzbrücken der Stadt Luzern heute nicht mehr möglich. «Nach dem Brand der Kapellbrücke haben wir die Sicherheit bei Kapell- und Spreuerbrücke massiv verbessert», sagt der städtische Feuerwehrkommandant Theo Honermann. «Die Feuerwehr wird heute bei beiden Brücken zusätzlich von Überwachungsanlagen alarmiert, und wir sind in fünf Minuten vor Ort», sagt Honermann.

Dazu tragen technische Hilfsmittel bei: In den Dachgiebeln sind nebst Rauchmeldern auch Wärmekabel verlegt, welche jede Temperaturveränderung registrieren. Ausserdem wurden Brandschutzgläser in den Giebeln angebracht. «Sie verhindern, dass sich ein Brand schnell über die ganze Brücke ausbreiten kann», erklärt Honermann. Die Brücke wird ausserdem von der Polizei videoüberwacht.

Sprinkleranlage ist nicht nötig

Die Brandschutzmassnahmen sind aus denkmalpflegerischen Gründen von blossem Auge kaum zu sehen und sichern die Kapellbrücke und analog auch die Spreuerbrücke. «Unsere beiden gedeckten Holzbrücken sind gut geschützt», ist Theo Honermann überzeugt. Was bewusst nicht installiert wurde, ist eine Sprinkleranlage. Diese sei dank der kurzen Reaktionszeit der Feuerwehr nicht nötig. Zudem würde sich eine Sprinkleranlage auf der Brücke auch nicht so einfach kaschieren lassen.

Wie Häuser sind auch gedeckte Brücken versichert gegen Feuer- und Elementarschäden. Boris Camenzind leitet die Abteilung Prävention bei der Gebäudeversicherung Luzern. «Die Kapellbrücke und die Spreuerbrücke sind die einzigen Brücken im Kanton Luzern, bei welchen eine Brandmeldeanlage installiert ist», erklärt Camenzind. Das sei eine der Massnahmen, die man nach dem Brand 1993 eingeführt habe. Er erwähnt auch das Blitzschutzsystem.

Feuerwehrkommandant Theo Honermann zeigt Brandschutzmassnahmen auf der Kapellbrücke. Im Hintergrund, kaum sichtbar, die Videokameras. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 3. Mai 2018))
Die Kameras der Videoüberwachung von näher betrachtet. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 3. Mai 2018))
Von Auge kaum sichtbar: Glasscheiben zwischen den Bildern und dem Dachbalken rechts oben sollen das Feuer aufhalten. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 3. Mai 2018))
Hier sieht man die Scheibe besser. Sie ist zwischen den zwei Holzleisten rechts oben eingeklemmt. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 3. Mai 2018))
Ein weiteres Giebelbild mit Glasscheiben links und rechts oben zwischen Bild und Dachbalken. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 3. Mai 2018))
Im Bild: Theo Honermann, der Luzerner Feuerwehrchef. (Bild: Manuela Jans-Koch | LZ)
Die Brandmelder und die verlegten wärmeempfindlichen Kabel. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 3. Mai 2018))
Ein weiterer Brandmelder. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 3. Mai 2018))
Brandschutz auf der Kapellbrücke. Feuerwehrkommandant Theo Honermann zeigt uns Brandschutzmassnahmen auf der Kapellbrücke. Im Bild: Brandmelder Fotografiert am 3. Mai 2018 in Luzern. (Manuela Jans-Koch | LZ) (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 3. Mai 2018))
Feuerwehrkommandant Theo Honermann ist überzeugt, dass die Katastrophe von 1993 nicht mehr möglich wäre. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 3. Mai 2018))
10 Bilder

Brandschutz auf der Luzerner Kapellbrücke: Diskret und effektiv

Spreuerbrücke: Schaden von 300 Franken

Im Kanton Luzern gibt es neben den berühmten Brücken in der Stadt noch diverse andere gedeckte Holzbrücken (siehe Kasten). Laut Boris Camenzind verzeichnete die Gebäudeversicherung in den letzten 50 Jahren dort aber keinen Brandfall. Das einzige Ereignis, das in den Akten vermerkt ist, spielte sich wiederum in Luzern ab. 1997 gab es eine kleinere Brandstiftung auf der Spreuerbrücke. «Der Schaden betrug aber nur 300 Franken». Apropos Geld: Die Gebäudeversicherung zahlte der Stadt als Eigentümerin der Kapellbrücke nach dem Brand 1993 rund eine Million Franken für den Schaden.

Zusätzliche Sicherheit verleiht gemäss Camenzind auch das Rauchverbot auf der Kapell- und der Spreuerbrücke, das die Gebäudeversicherung sehr begrüsse. Elementarereignisse seien denn auch viel häufiger als Brände – zum Beispiel Stürme oder Hagel, welche die Dachziegel beschädigen.

Fast nicht zu sehen: Brandschutzglas im Leerraum zwischen Dachbalken und Brückenbild rechts oben. (Bild: Manuela Jans-Koch (3. Mai 2018))

Fast nicht zu sehen: Brandschutzglas im Leerraum zwischen Dachbalken und Brückenbild rechts oben. (Bild: Manuela Jans-Koch (3. Mai 2018))

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