Stadt Luzern
Durchgangsbahnhof: Parlament dämpft Forderungen von SVP und Grünen

Genügend Parkplätze und mehr Grünflächen: SVP und Grüne haben schon klare Vorstellungen, wie das Bahnhofsgebiet dereinst aussehen soll. Doch damit kommen sie zu früh.

Robert Knobel
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Der Durchgangsbahnhof wird ab 2040 nicht nur den Bahnverkehr in der Region Luzern revolutionieren. Er hat auch grosse Auswirkungen auf das ganze Gebiet rund um den Luzerner Bahnhof. So führt die unterirdische Bahnlinie mitten durch das heutige Bahnhofparking P1. Dieses muss deshalb aufgehoben werden.

Der Eingang zum Bahnhofparking P1, das direkt von der Railcity her erschlossen ist.

Der Eingang zum Bahnhofparking P1, das direkt von der Railcity her erschlossen ist.

Bild: René Meier

Von heute 900 Parkplätzen am Bahnhof werden künftig nur noch etwa 520 übrig bleiben. Die SVP fordert vom Stadtrat, er solle aufzeigen, wie die wegfallenden Parkplätze kompensiert werden können.

Von einer Verpflichtung, die Parkplätze zu kompensieren, will der Stadtrat allerdings nichts wissen. Man könne nämlich noch gar nicht abschätzen, wie gross der Bedarf an Parkplätzen nach Eröffnung des Durchgangsbahnhofs tatsächlich sein wird.

Borgula: Es laufen «rein fachliche Abklärungen»

Dazu laufen zurzeit vertiefte Bedarfsabklärungen, wie Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) sagte. Er betonte, dass es dabei um «rein fachliche» Abklärungen gehe. Die Resultate gelte es anschliessend noch politisch zu beurteilen. Dabei liess Borgula durchblicken, welche Haltung der Stadtrat wohl einnehmen wird: Man gehe nicht davon aus, die wegfallenden Parkplätze eins zu eins zu ersetzen.

Wie hoch politisch die Parkplatzfrage heute schon ist, zeigte sich in der Debatte im Stadtparlament. Für Damian Hunkeler (FDP) war klar: Eine derart wichtige Drehscheibe wie der Luzerner Bahnhof müsse auch mit dem Auto gut erreichbar sein. Völlig anders sah dies Martin Abele (Grüne):

«Es ist absolut unnötig, überhaupt mit dem Auto so nahe zum Bahnhof fahren zu können.»

Auch die Frage, ob der Durchgangsbahnhof zu mehr oder weniger Autoverkehr führen wird, wurde kontrovers beurteilt. Patrick Zibung (SVP) findet: Es wird mehr Verkehr geben – allein schon wegen des Entwicklungsschubs auf den frei werdenden Gleisflächen. Benjamin Gross (SP) hingegen glaubt, dass Autos in Zukunft eher an Bahnhöfen in der Agglomeration abgestellt werden und weniger am Hauptbahnhof.

Der Stadtrat will die Parkplatzfrage im Rahmen der weiteren Planungen rund um den Durchgangsbahnhof vertieft anschauen. Das hatte er allerdings ohnehin vor – einfach ohne die von der SVP geforderte Verpflichtung zu einer Kompensation. Die von der SVP als Motion gestellte Forderung wurde daher als weniger verbindliches Postulat überwiesen.

Der Stadtpark wird wohl kleiner als von den Grünen erhofft

Ähnlich ging es einer Motion der Grünen. Diese hatte gefordert, dass im Zuge der frei werdenden Gleisflächen durch den Durchgangsbahnhof ein neuer Stadtpark geschaffen wird. Mindestens zwei Hektaren gross sollte dieser sein. Doch auch hier will sich der Stadtrat und die Mehrheit des Parlaments noch nicht auf eine Zahl festlegen. Denn die aktuellsten Planungen deuten darauf hin, dass gar nicht so viel Gleisfläche frei wird wie ursprünglich angenommen.

An der Zentralstrasse sollen Flächen freigespielt werden. Wie viel, ist allerdings unklar.

An der Zentralstrasse sollen Flächen freigespielt werden. Wie viel, ist allerdings unklar.

Visualisierung: Güller Güller, Atelier Brunecky