Stadt Luzern
Quartierkräfte setzen sich für Zwischennutzung der Brache im Eichwäldli-Gebiet ein

Seit dem Abbruch der Soldatenstube wuchert im Stadtluzerner Eichwäldli-Gebiet ein ungenutzter Kiesplatz vor sich hin. Nun will der Quartierverein Obergrund zu einer Belebung des Areals beitragen.

Miriam Abt
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Wo bis im November 2021 die umkämpfte Soldatenstube stand, befindet sich heute nur noch ein Kiesplatz – spärlich geschmückt mit provisorischer Bepflanzung.

Das Areal der ehemaligen Soldatenstube Eichwäldli. Hier will der Quartierverein Obergrund eine Nachnutzung auf die Beine stellen.

Das Areal der ehemaligen Soldatenstube Eichwäldli. Hier will der Quartierverein Obergrund eine Nachnutzung auf die Beine stellen.

Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 12. April 2022)

Nun streben der Quartierverein Obergrund und weitere Quartierkräfte eine weitergehende Zwischennutzung an, wie der Quartierzeitung zu entnehmen ist. Nachdem ein partizipativer Prozess mit der Stadt Luzern ohne Ergebnis geblieben ist, soll eine neu gegründete Interessengemeinschaft die Sache selber in die Hand nehmen. Die Mitwirkenden wollen ein mögliches Nutzungskonzept entwickeln und koordinieren. Auch Zusammenarbeiten mit dem Verein Netzwerk Neubad sowie der Wohngenossenschaft Geissenstein (EBG), die nebenan eine neue Überbauung realisiert, sind in Diskussion.

Quartierverein startet Aufruf

Wie erwähnt ist das Gebiet der ehemaligen Soldatenstube derzeit ungenutzt, obwohl einst schnellstmögliche Zwischennutzung geplant war. Andreas Gervasi, Co-Präsident des Quartiervereins Obergrund, schreibt in diesem Zusammenhang in der «Obergrund Quartierzeitung»:

«Dass dies keine tragbare Situation ist, ist allen Beteiligten bewusst.»

Das Potenzial des Areals sei gross und die Stadt habe durchaus ein offenes Ohr, fügt er an. Durch einen Aufruf sollen sich nun Engagierte zusammenfinden, um Ideen für eine Nachnutzung des Areals zu sammeln. «Wir versuchen, möglichst viele Interessierte zu finden», so Gervasi. Bis im Herbst sollen erste Ideen kommuniziert werden können.

Stadt sammelt weiter Ideen

Involviert bei den ergebnislosen Treffen bezüglich der Nachnutzung des Areals waren neben der Stadt der Quartierverein Obergrund sowie der Verein Brache Eichwäldli (KuBra) und Beteiligte der «Familie Eichwäldli», die ehemaligen Bewohnenden der Soldatenstube. Nach der letzten Partizipationssitzung im Januar verblieb man zwar mit Ideen, jedoch ohne ein konkretes Konzept für die Zwischennutzung. Dies bestätigt Marko Virant, Leiter Immobilien bei der Stadt Luzern:

«Da keine Nutzungsmöglichkeiten genannt wurden, hat die Stadt vorgeschlagen, zunächst weiter Ideen zu sammeln.»

Bei der Stadt seien bereits Ideen Dritter eingetroffen, die nun geprüft werden. Treffen zwischen der Stadt und der Gemeinschaft rund um den Quartierverein Obergrund gab es seit Januar keine mehr. Sobald es aber um Konkretisierungen gehe, würde man wieder zusammensitzen, so Virant.

Die Eichwäldli-Chronik

Die Soldatenstube am Stadtluzerner Murmattweg 2 wurde vergangenen November abgerissen. Es war der Schlussstrich unter eine politische Debatte sowie einen Rechtsstreit zwischen der Grundeigentümerin Stadt Luzern und den ehemaligen Bewohnenden, der «Familie Eichwäldli». Das Kollektiv setzte sich gegen den Abriss des sanierungsbedürftigen Gebäudes ein, verliess jedoch am Ende das Areal auf Druck der Stadt.

Von der Stadt wurde eine Zwischennutzung durch die Quartierbevölkerung in Aussicht gestellt, mittelfristig soll das Areal für KMU, Kleingewerbe und Kultur zur Verfügung stehen.

Wer Ideen für die Zwischennutzung des Eichwäldli-Areals hat und in der IG mitwirken will, kann sich beim Quartierverein Obergrund melden (info@obergrund.ch).