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STADT LUZERN: Ein Brunnen auf Wanderschaft

Der Krienbrügglibrunnen befindet sich zurzeit in Sursee, zerlegt in seine Einzelteile. Es ist nicht das erste Mal, dass der fast 300-jährige Brunnen den Ort wechselt.
Hugo Bischof
Links: Restaurator Vitus Wey mit den Hauptelementen des in seine Einzelteile zerlegten Krienbrügglibrunnens in Sursee. Rechts: Der Brunnen vor dem Wegtransport auf seinem gewohnten Platz in der Luzerner Kleinstadt. Bilder: Eveline Beerkircher (Sursee, 19. Oktober 2016) und Boris Bürgisser (Luzern, 30. August 2016)

Links: Restaurator Vitus Wey mit den Hauptelementen des in seine Einzelteile zerlegten Krienbrügglibrunnens in Sursee. Rechts: Der Brunnen vor dem Wegtransport auf seinem gewohnten Platz in der Luzerner Kleinstadt. Bilder: Eveline Beerkircher (Sursee, 19. Oktober 2016) und Boris Bürgisser (Luzern, 30. August 2016)

Wer in diesen Tagen durch die Luzerner Kleinstadt geht, dem muss es sofort auffallen: Es fehlt etwas Wichtiges. Der Krienbrügglibrunnen zwischen Pfistergasse und Burgerstrasse ist weg (wir berichteten). An seiner Stelle befindet sich eine mit Gitter abgesperrte Baugrube. Der Brunnen selber befindet sich zurzeit in Sursee, zerlegt in seine Einzelteile. Dort wird er vom bekannten Bildhauer und Steinrestaurator Vitus Wey aufpoliert und wieder in Stand gesetzt.

Doch warum kann der Brunnen nicht vor Ort restauriert werden? «Der Brunnen ist undicht, er leckt; zudem ist das Fundament, auf dem er steht, nicht mehr gerade und nicht mehr tragfähig», erklärt Angelo Garofalo, Gesamtprojektleiter im Tiefbauamt. Tatsache ist: Der Krienbrügglibrunnen steht teilweise auf den Kanälen, die in den 1880er-Jahren zur Eindeckung des Krienbachs gebaut wurden, der zuvor offen durch die Stadt floss. «Die Kanäle sind teilweise eingebrochen und verstopft», sagt Garofalo. «Deshalb müssen wir die ganze Fundation erneuern.» Das sei der Grund, weshalb der Krienbrügglibrunnen vorübergehend wegtransportiert werden musste.

Das ganze Quartier wird neu gepflästert

Die Erneuerung des Fundaments erfolgt im Rahmen der Gesamterneuerung des Kleinstadt-Quartiers, die vor wenigen Tagen gestartet wurde. Unter anderem werden grosse Strassenabschnitte der Kleinstadt mit einer behindertengerechten Natursteinpflästerung versehen. Der Grosse Stadtrat hat für das Gesamtprojekt einen Kredit von 4,4 Millionen Franken bewilligt. Weitere 2 Millionen wurden für die Sanierung von städtischen Brunnen gesprochen – der Krienbrügglibrunnen ist ebenfalls Teil dieses Sanierungsprogramms. Er ist aber der einzige, der dafür wegtransportiert werden musste. Die übrigen Brunnen werden vor Ort restauriert.

Zurück nach Sursee: Fein säuberlich in seine Bestandteile zerlegt, liegt der Brunnen im dortigen Werkhof. Wann kommt er wieder zurück? «Spätestens nach dem Abschluss der Pflästerung im Kleinstadt-Quartier im Juni 2018», sagt Garofalo. Der Brunnen wird an der genau gleichen Stelle wie vorher wieder aufgebaut.

Schon der Martini-Stadtplan Luzerns von 1597 zeigt einen Brunnen mit einem Bannerträger beim Krienbrüggli. Der von der Zunft zu Safran heute im Nölliturm aufbewahrte Krieger, eine 115 Zentimeter hohe Steinskulptur aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, ist wohl ein Überbleibsel davon. Die heutige Brunnenanlage stammt aus der Zeit zwischen 1730 und 1740. Auf der Brunnenstocksäule ganz oben stehen zwei barocke Putten (kindliche Engelsfiguren) – deshalb heisst der Brunnen eigentlich Puttenbrunnen.

Er stand bei der Kantonalbank

Der Brunnen stand allerdings nicht immer an diesem Ort: 1877 wurde er auf die Buobenmatt verlegt. Dort musste er Ende der 1960er-Jahre dem nördlichen Anbau der Kantonalbank weichen. Danach war er im städtischen Werkhof eingelagert, bevor er 1978 wieder an seinen ursprünglichen Standort in der Kleinstadt zurückkehrte. Zwischenzeitlich stand eine Verlegung auf die Wiese zwischen Jesuitenkirche und Luzerner Theater zur Diskussion. Eine der beiden Brunnen-Putten wurde 1906 beschädigt. 1956 schlugen Nachtbuben die Putten erneut ab. Der Brunnen wurde mehrmals restauriert, unter anderem bereits früher schon von Vitus Wey, der 2008 die heutigen Kopien der Figurengruppe schuf.

Der Luzerner Krienbrügglibrunnen ist als historischer Trink- und Löschwasserspender von grosser Bedeutung. Er wurde 1964 ins kantonale Denkmalverzeichnis aufgenommen. Ästhetisch-stilistisch gilt er aber nicht als Vorzeigebrunnen. «Zu dem kräftigen, ja wuchtigen Trog passt die eher spielhaft zierliche Säule nicht so recht», heisst es dazu etwa in einem Artikel im «Luzerner Tagblatt» vom 11. Dezember 1968.

Hugo Bischof

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