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STADT LUZERN: Ein Stelleninserat sorgt für Aufregung

Die EWL sucht eine Assistentin der Geschäftsleitung. Das Stelleninserat zementiere alte Rollenbilder, kritisieren die Grünen – und gelangen an den Stadtrat.
Die ewl will den Frauenanteil erhöhen. (Archivbild Neue LZ)

Die ewl will den Frauenanteil erhöhen. (Archivbild Neue LZ)

Das Stelleninserat von Energie Wasser Luzern (EWL) kann durchaus Schmunzeln verursachen. Denn im Jobprofil für eine Assistentin der Geschäftsleitung werden ausser der Fachkompetenz auch noch Humor, Niveau und Herzlichkeit gewünscht. Und werden all die Anforderungen erfüllt, dann verspricht das Inserat gar, dass die künftige Mitarbeiterin zur «gern gesehenen Persönlichkeit» wird. Und ja: Die Ausschreibung richtet sich explizit an Frauen, und Bewerberinnen sollen ein Foto einschicken.

Bei den städtischen Grünen löst dieses Inserat kein Schmunzeln, sondern Ärger aus. «Die männlich dominierte Führungsetage der EWL akzentuiert mit dem Stelleninserat veraltete Rollenbilder», schreiben die Grünen in einem Postulat, das sie im Stadtparlament eingereicht haben. Das Prinzip, dass Frauen als Dienstleisterinnen den männlichen Chefs zuarbeiten, widerspreche völlig der Geschlechtergleichstellung. Der Stadtrat soll gemäss den Grünen dafür sorgen, dass die Gleichstellung in den stadteigenen Unternehmen auch umgesetzt wird. Dazu fordert das Postulat einen «Aktionsplan Gleichstellung» für die städtischen Betriebe. Dies sei umso nötiger, als die Geschäftsleitungen von EWL und VBL ausschliesslich männlich besetzt sind.

EWL will Frauenanteil erhöhen

Doch was sagt man bei EWL zum Stelleninserat? Sind männliche Bewerber wirklich unerwünscht? Nicole Reisinger, Sprecherin von EWL, beschreibt die Unternehmensphilosophie: «Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Frauenanteil von heute knapp 20 Prozent zu erhöhen. Daher schreiben wir Inserate für Arbeitsstellen, bei welchen wir Chancen sehen, Frauen anzusprechen, weiblich aus.» Die geforderten Attribute Herzlichkeit und Humor begründet Reisinger so: «Sie beziehen sich auf die ausgeschriebene Stelle und sind zentrale Anforderungen für die Aufgaben. Deshalb haben wir dies explizit benannt, um die Wichtigkeit der Persönlichkeit hervorzuheben.» Im Prinzip könnte natürlich auch ein Mann eine solche Stelle besetzen. Doch, so Reisinger: «Mit Berücksichtigung der Teamzusammensetzung und unserem Ziel, den Frauenanteil zu erhöhen, wünschen wir uns eine Frau.»

Übrigens: Gemeldet haben sich bis anhin zwischen 70 und 75 Personen – darunter auch zwei unerschrockene Männer.

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

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