Stadt Luzern entsorgte während Fasnacht fast 120 Tonnen Abfall

Mit dem schönsten Krach der Welt ging die Fasnacht nach dem Monstercorso zu Ende. Aus Sicht der Luzerner Polizei war es abgesehen von einzelnen Festnahmen ruhig. Mehr zu tun als in anderen Jahren hatte das Strasseninspektorat.

Roger Rüegger
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Zwei Polizisten beobachten den Fritschi-Umzug am Schweizerhofquai. (Bild: Manuela Jans-Koch, 28. Februar 2019)

Zwei Polizisten beobachten den Fritschi-Umzug am Schweizerhofquai. (Bild: Manuela Jans-Koch, 28. Februar 2019)

Nach dem Monstercorso endete die Fasnacht am Güdisdienstag mit dem Tschau Fritschi. Ganz vorbei wars dann aber noch nicht. Offiziell durfte in der Stadt Luzern bis um 4 Uhr ausgekehrt werden. Laut Christian Bertschi, dem Medienchef der Luzerner Polizei, waren nach dem Corso noch gegen 11'000 Leute unterwegs. «Der Rathaussteg wurde aufgrund der vielen Fasnächtler ab 22.30 Uhr noch einmal für rund zwei Stunden gesperrt», sagt er auf Anfrage. Besondere Vorkommnisse seien keine gemeldet worden.

Auch die Nacht vom Güdismontag auf Güdisdienstag verlief gemäss der Polizei grösstenteils friedlich. Auch da waren geschätzte 10‘000 Fasnächtlerinnen und Fasnächtler unterwegs, weshalb der Rathaussteg ebenfalls für rund zwei Stunden gesperrt werden musste. «Dank der grossen Präsenz der Polizei konnte mehrmals bei sich anbahnenden Streitigkeiten frühzeitig interveniert werden», heisst es in einer Mitteilung der Polizei.

Mehr als 30 Festnahmen

Insgesamt wurden über 300 Personenkontrollen durchgeführt. Dabei wurden vereinzelt Masken, Sturmhauben oder verbotene Waffen sichergestellt. Über 30 Personen mussten festgenommen oder in Polizeigewahrsam genommen werden, teilt die Luzerner Polizei am Mittwochmorgen mit.

Die Polizei zieht für die Fasnachtstage 2019 aber insgesamt eine positive Bilanz. An den verschiedenen Umzügen und Veranstaltungen im Kanton Luzern nahmen total rund 420‘000 Personen teil. Die diversen Umzüge und Veranstaltungen seien grösstenteils friedlich, in ausgelassener Stimmung und ohne nennenswerte Zwischenfälle, verlaufen.

Mehr als 153'000 Fasnächtler

Dank des meist schönen Wetters, waren an verschiedenen Tagen mehr Leute unterwegs als in anderen Jahren. In der Stadt Luzern waren es über 153‘000, leicht mehr als im Vorjahr (148‘500). Zum Abschluss nahmen am Güdisdienstag rund 30‘000 Besucher am Monstercorso teil, ebenfalls etwas mehr als im Vorjahr, als 28‘000 vor Ort waren. Am Schmutzigen Donnerstag verfolgten den Fritschiumzug rund 38'000 Zuschauer.

Auch die Rettungsdienste wurden mehrere Male aufgeboten. «Der Rettungsdienst des Luzerner Kantonsspital leistete in Zusammenhang mit der Fasnacht 32 Einsätze. Dies sind 11 weniger als im Vorjahr», teilte die Unternehmenskommunikation auf Anfrage mit. Der Rückgang sei unter anderem auf die optimale Zusammenarbeit mit den Samaritervereinen zurückzuführen. Diese hätten hervorragende Triage- und Erstmassnahmen geleistet und dadurch den Rettungsdienst entlastet.

Die Einsätze des Rettungsdienstes fanden laut Luks fast ausschliesslich im Festperimeter der Luzerner Fasnacht statt. «Bei 18 Fällen handelte es sich um übermässigen Alkohol- und Drogenkonsum, in vier Fällen rückte der Rettungsdienst wegen Unfällen aus», heisst es. Dreimal habe es sich um Verletzungen nach Deliktsituationen gehandelt, die restlichen sieben Einsätze seien statistisch nicht erhoben worden.

Für das Lozärner Fasnachtskomitee LFK war die Fasnacht «traumhaft», wie Mediensprecher Peti Federer sagt.

«Die Leute blieben wegen des schönen Wetters länger auf der Gasse, was die Stimmung beflügelte.»

Die Stimmung sei mehrheitlich fröhlich und ausgelassen gewesen. Dies zeigte sich laut Federer auch indem es keine gröberen Zwischenfälle gegeben habe.

Mehr als 100 Tonnen Abfall

Eine derart grosse Ansammlung von Menschen verursacht aber nicht nur prächtige Stimmung, sondern auch entsprechend viel Abfall. Das Strasseninspektorat der Stadt Luzern vermeldet deshalb ebenfalls Rekordzahlen. Laut Florian Aschbacher, Leiter Betrieb und Strassenunterhalt, wurden seit Beginn der Fasnacht bis zum Güdisdienstag rund 80 Tonnen Abfall entsorgt. Hochgerechnet ergibt das eine Menge von insgesamt 110 bis 120 Tonnen Abfall.

Das Strasseninspektorat und die Stadtgärtnerei hatte während der Fasnacht 100 bis 120 Personen eingesetzt. «Der Abfallberg war gross, aber uns spielte das schöne Wetter in die Hände. Die Arbeit war auf trockenen Strassen perfekt, das Putzen fiel uns einfacher», so Aschbacher.

Abfall landet in der Reuss und im See

Mit ein Grund für die grosse Menge Abfall sei auch das zum Teil seltsame Verhalten einzelner Stadtbewohner. Laut Aschbacher werfen die Leute während der Fasnacht enorm viel Material illegal weg. Zudem hätten offensichtlich etliche Leute zu Hause Güsel gehortet, um diesen an der Fasnacht in den sogenannten «Big Bags» zu entsorgen. Die Stadt hat an der Fasnacht 180 dieser Abfallbehälter auf dem ganzen Stadtgebiet aufgestellt.

Es sei leider immer auch so, dass einzelne Abfallrückstände wie Becher oder Essensverpackungen durch den Wind oder durch Personen in der Reuss oder im See landen. Es kommt auch immer wieder vor, dass Personen einzelne «Big Bags» in die Gewässer werfen. Das sei unschön, komme aber jedes Jahr vor.

Für Aschbacher und seine Mitarbeiter ist die Fasnacht noch nicht zu Ende. Während noch rund zwei Wochen werden sie mit dem Feinschliff beschäftigt sein. «Bis alle Spuren der Fasnacht aus den Baumscheiben, Gebüschen, Hecken und entlang dem Seeufer und der Reuss entfernt sind, dauert es noch einige Tage», sagt Aschbacher.

Weniger als ein Jahr warten

Nicht nur in der Stadt, sondern im ganzen Kantonsgebiet gab es während den Fasnachtstagen sehr viele Fasnachtsveranstaltungen. Diese verliefen aus polizeilicher Sicht ruhig.

Die Luzerner Polizei schätzt die Anzahl Teilnehmer an diesen Veranstaltungen auf rund 270‘000. Im Vorjahr waren es geschätzte 210‘000. Für die Sicherheit und den Verkehrsdienst waren Polizei, Verkehrsdienste von Feuerwehren und teilweise private Organisationen im Einsatz. Die Gastgewerbe- und Gewerbepolizei hat für Fasnachtsveranstaltungen im ganzen Kantonsgebiet rund 350 Einzelanlassbewilligungen ausgestellt.

Für das LFK und Peti Federer ist das Ende zwar etwas traurig, aber er meint trotzdem: «Jetzt ist gut damit. Sie dürfte keinen Tag weiter gehen, darin liegt der Zauber. Zudem müssen wir kein Jahr warten.» Wer es noch nicht weiss: Der Schmutzige Donnerstag ist der 20.2.2020.