Stadt Luzern
Es bleibt dabei: Mit Gratisparkieren während der Musikprobe ist bald Schluss

Die Bürgerlichen sind mit ihrem Anliegen für eine Sonderbehandlung für Vereine abgeblitzt: Ab Sommer kosten auch Parkplätze bei Schulhäusern.

Robert Knobel
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Autos verboten: Schild beim Säli-Schulhaus.

Autos verboten: Schild beim Säli-Schulhaus.

Manuela Jans-Koch | Lz

Wer mit dem Auto zum Fussballtraining oder zur Musikprobe fährt, kann direkt vor der Turnhalle oder der Aula parkieren: Was in vielen Landgemeinden als Selbstverständlichkeit gilt, ist in der Stadt Luzern schon seit einiger Zeit nicht mehr möglich. Die Stadt hat ein konsequentes Autoverbot für Pausenplätze durchgesetzt. Und dieses gilt auch für Vereine, die abends dort trainieren oder proben.

Bei den Bürgerlichen sorgte dies für Unmut. Per Motion forderten FDP, Mitte und SVP eine Sonderlösung für Vereine. Doch damit sind sie am Donnerstag im Stadtparlament abgeblitzt. Die Links-GLP-Mehrheit lehnte die Motion ab.

Parkieren kostet bis zu 3 Franken pro Stunde

Damit nicht genug: Die offiziellen Parkplätze auf Schularealen, die tagsüber für Lehrpersonen reserviert sind, dürfen zwar abends von Vereinsmitgliedern benutzt werden. Doch ab August werden dort Parkgebühren fällig. Die Tarife bewegen sich je nach Lage des Schulhauses zwischen 1 und 3 Franken pro Stunde, analog zu den Parkzonen im jeweiligen Quartier. Die neue Regelung betrifft auch Lehrpersonen. Auch sie werden künftig mehr fürs Parkieren bezahlen müssen (wir berichteten).

Parkplätze beim Schulhaus Maihof.

Parkplätze beim Schulhaus Maihof.

Bild: Stefan Dähler (Luzern, 9. Mai 2022)

Die Bürgerlichen sind höchst unglücklich über diese neue Praxis. Marco Baumann (FDP) sagte: «Viele Vereinsmitglieder sind aufs Auto angewiesen, zum Beispiel weil sie schweres Material oder ein Instrument transportieren müssen.» Auch Patrick Zibung (SVP) fand, man könne zwar mit den autofreien Pausenplätzen leben, aber es seien Alternativen nötig. «Es braucht ein angemessenes Parkierungsangebot für Vereine.»

Linke wollen keine Vorzugsbehandlung für Vereine

Ganz anders tönte es auf der linken Seite. Martin Abele (Grüne) betonte, es dürfe in Sachen Parkieren keine Vorzugsbehandlung für Vereine geben. Sonst würde die Stadt ihre eigene Mobilitätsstrategie abschwächen:

«Man kann wunderbar mit dem Velo oder dem ÖV zum Training oder zur Chorprobe. Und längst nicht alle haben eine Tuba oder eine Bassgeige dabei.»

Auch Baudirektorin Manuela Jost (GLP) betonte: «Es darf keine privilegierten Lösungen für einzelne Gruppen geben. Es braucht einheitliche Regeln, die für alle gelten.» Stadtratskollege Adrian Borgula (Grüne) ergänzte, dass in der Innenstadt schon bisher kaum auf Schularealen parkiert worden sei. Tatsächlich wurde diese Möglichkeit vor allem in Littau und Reussbühl stark genutzt. So kommen in der Musikgesellschaft Littau jeweils rund die Hälfte der Mitglieder mit dem Auto, wie Präsident Stefan Häfliger sagt.

«Wir haben auch einige Mitglieder, die aus anderen Kantonen kommen – die können nicht mit dem ÖV anreisen.»

Bisher habe man jeweils die Lehrerparkplätze beim Schulhaus Littau Dorf benutzt. Diese würden meistens knapp ausreichen. «Dass die Parkplätze ab August kostenpflichtig werden, löst sicher keine Begeisterung aus», sagt Stefan Häfliger.

Vereine sollen Parkgebühren zurückerhalten

Immerhin ein Zückerchen hat die Stadt den Vereinen versprochen: Die Einnahmen aus den Parkgebühren sollen den Vereinen zugutekommen. In welcher Form, ist noch offen. Doch für Marco Baumann ist dies bloss unnötige Bürokratie: «Man würde besser den Vereinen direkt entgegenkommen mit günstigen Konditionen.» Baumann hätte sich etwa ein Kontingent an Gratisparkplätzen gewünscht. Worauf Adrian Borgula einwarf, die Stadt wolle allen Vereinen Wertschätzung zeigen – «nicht nur denjenigen, deren Mitglieder mit dem Auto anreisen».

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