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STADT LUZERN: Falken-Apotheke in Luzern schliesst Ende Juni

In der Altstadt schliesst mit der Falken-Apotheke ein Geschäft, das seit über hundert Jahren besteht. Grund dafür ist ein höherer Mietzins, den eine Apotheke laut der Inhaberin nicht erfüllen kann.
Roger Rüegger
Schliesst Ende Juni: die Falken-Apotheke in der Weggisgasse. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 27. März 2018))

Schliesst Ende Juni: die Falken-Apotheke in der Weggisgasse. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 27. März 2018))

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

«Die Falken-Apotheke wurde 1901 am Standort Weggisgasse eröffnet. Nun werden wir per Ende Juni aufhören. Das tut uns weh», sagt Inhaberin Marianne Dublanc. Mit der Schliessung der Apotheke würden auch ihre 13 langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Stelle verlieren. Ganz besonders liegen ihr die zwei Lernenden im ersten und zweiten Lehrjahr am Herzen, sagt die Apothekerin, die das Geschäft seit 1984 führt.

Grund der Geschäftsaufgabe ist der Mietzins, der vom neuen Eigentümer der Liegenschaft gefordert wird. «Das Gebäude wurde verkauft und wird in der nächsten Zeit saniert. Mein Mietvertrag wäre zwar noch bis Ende Juni 2019 gültig, mit Option bis 2024. Der neue Eigentümer hat aber Mietzinsvorstellungen, die eine Apotheke nicht erfüllen kann. So habe ich mich entschlossen, den Vertrag vorzeitig aufzulösen», sagt Dublanc.

«Die Einfältigkeit des Branchenmix nimmt zu»

Die Rede sei von einem «Innenstadt üblichen Zins» gewesen. Was dies genau bedeutet, beziffert Dublanc im Detail nicht. Nur soviel: «Es ist das mehrfache vom heutigen Zins.» Die Geschäftsführerin, die seit letztem Herbst offiziell pensioniert wäre, findet es besonders schade, dass mit der erneuten Aufgabe einer Apotheke die weitere Verarmung der Altstadt erfolgt und «die Einfältigkeit des Branchenmix seinen Lauf nimmt». Vor rund einem Jahr hat nämlich bereits die Rigi Apotheke geschlossen. «Wir sind eigentlich gut frequentiert an dem Standort, auch mit Touristen. Künftig müssen sich die Besucher unserer Stadt wohl aber bald mit Uhrengeschäften und Unterwäsche-Shops begnügen. Das kann ich nicht verstehen und das ist schade», so Dublanc.

Über die Schliessung ihrer Apotheke hat sie die Angestellten am letzten Montag unterrichtet. «Wir haben uns seit einiger Zeit mit der Situation auseinandersetzen müssen. Die ehemalige Miteigentümerin der Liegenschaft war 87 Jahre alt. Ein Besitzerwechsel war also auf Zeit absehbar. Insofern war niemand geschockt über die Neuigkeiten.»

Eine Apotheke an einem neuen Standort zu betreiben, kommt für sie nicht in Frage. «In einer Nebengasse fehlt die Laufkundschaft und eine Zukunft für Apotheken mit dem Margen- und Frequenzrückgang ist keine Option. Nach Ende Juni ist definitiv Schluss.» Über die Platzierung ihrer Mitarbeiterinnen macht sie sich wenig Sorgen. «Wir sind zuversichtlich, dass unsere gut qualifizierten Mitarbeiterinnen einen neuen Arbeitgeber finden. Die zwei Apothekerinnen werden ohnehin keine Mühe haben, unterzukommen.»

Strukturwandel in der Apothekerbranche

Die Schliessung der Falken-Apotheke bedauert auch André Bachmann, Präsident ad interim der City Vereinigung Luzern. «Jede Geschäftsschliessung ist ein Verlust. Bei alteingesessenen Unternehmungen und Dienstleistern ist dies noch mehr zu bedauern, weil eine Stammkundschaft ihre bewährte Anlaufstelle verliert und langjährige Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz», so Bachmann auf Anfrage.

Auch im Bereich der Apotheken finde offensichtlich ein Strukturwandel statt, welcher eine Ausdünnung der Standorte zur Folge habe. «Wir müssen Sorge tragen zu dem, was wir an Branchen-Vielfalt haben. Online-Shoppen und der vermeintlich günstigere Einkauf im grenznahen Ausland hat Folgen», mahnt er und fügt an: «Dies werden nicht die einzigen Gründe für eine Schliessung sein, aber in der Summe ist die Abwanderung aus dem stationären Handel und der Verlust an Umsatz und Marge verheerend. Hier tragen wir als Konsumentinnen und Konsumenten eine Mitverantwortung.»

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