STADT LUZERN: Fasnächtler starten Toleranz-Kampagne

Wo drückt den Fasnächtlern der Schuh? Auf Einladung unserer Zeitung diskutierten sie mit Stadtrat Adrian Borgula. Dieser outete sich selber als Fasnächtler.

Christian Hodel
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Guuggenmusigen, Zünfte, Maskengruppen und Fasnachtskomitees gestern in den Räumlichkeiten unserer Zeitung. (Bild: Pius Amrein  / Neue LZ)

Guuggenmusigen, Zünfte, Maskengruppen und Fasnachtskomitees gestern in den Räumlichkeiten unserer Zeitung. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Morgen in drei Wochen wird die Lozärner Fasnacht 2013 mit dem traditionellen Urknall eröffnet. Guugger, Zünftler, Wagenbauer, Maskengruppen- und Maskenkünstler werden dann durch die Gassen ziehen. Doch der gewaltige Aufmarsch von Akteuren und Besuchern verläuft nicht immer reibungslos: Abfall, Vandalismus und betrunkene Jugendliche sind einige der bekannten Ausläufer während der rüüdigen Tage. Wie gehen die Fasnachtsmacher mit solchen Problemen um? Diese Frage wurde gestern am zweiten Fasnachtstreffen unserer Zeitung diskutiert, das von über hundert Fasnächtlern besucht wurde.

Am Gespräch teilgenommen haben Adrian Borgula, Stadtrat und Vorsteher der Direktion Umwelt, Verkehr und Sicherheit der Stadt Luzern, Daniel Medici, Präsident Lozärner Fasnachtskomitee, Linus Jäck, Präsident Vereinigte, Seppi Fässler, Präsident Kult-Ur-Fasnächtler, und Ruedi Baumeler, Obermotteri des Motterirats Malters. Geleitet wurde die Runde von Jérôme Martinu, dem stellvertretenden Chefredaktor der «Neuen Luzerner Zeitung».

Das Stadttier der Willisauer Karnöffelzunft bei der Begrüssung der Luzerner Fasnächtler. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
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Ein «volllustiges» Gruppenbild aller teilnehmenden Fasnächtler. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Stefan Calivers, rechts, Präsident Karnöefelzunft Willisau mit Zunftmeister Paul Setschi. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Maskierte Verteter der Karnöffelzunft Willisau. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Stefan Calivers (rechts, Präsident Karnöffelzunft Willisau) und Paul Setschi (Zunftmeister) (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Das Stadttier wie es zur Willisauer Karnöffelzunft. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Eine Maske der Willisauer Karnöffelzunft (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die Diskussionsrunde mit (von links): Seppi Fässler (Präsident Kult-UR-Fasnächtler), Daniel Medici (Präsident LFK), Adrian Borgula (Stadtrat Luzern), Linus Jäck (Präsident Vereinigte) und Ruedi Baumeler (Obermotteri, Motterirat Malters). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die Diskussionsrunde mit (von links): Seppi Faessler (Praesident Kult-UR-Fasnaechtler), Daniel Medici (Praesident LFK), Adrian Borgula (Stadtrat Luzern), Linus Jaeck (Praesident Vereinigte) und Ruedi Baumeler (Obermotteri, Motterirat Malters). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Diskussionsrunde mit (von links): Seppi Faessler (Praesident Kult-UR-Fasnaechtler), Daniel Medici (Praesident LFK), Adrian Borgula (Stadtrat Luzern), Linus Jaeck (Praesident Vereinigte) und Ruedi Baumeler (Obermotteri, Motterirat Malters). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Man faltet sich Papierhüte für das Gruppenbild. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Amüsiert faltet man sich Papierhüte für das Gruppenbild. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die Diskussionsrunde mit: Moderator Jerome Martinu, Seppi Fässler (Präsident Kult-UR-Fasnächtler), Daniel Medici (Präsident LFK), Adrian Borgula (Stadtrat Luzern), Linus Jäck (Präsident Vereinigte) und Ruedi Baumeler (Obermotteri, Motterirat Malters) (v.l.). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Ein «volllustiges» Gruppenbild aller teilnehmenden Fasnächtler. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Ein Teil der Fasnachtgewaltigen beim Gespräch vor der Veranstaltung. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Ein Teil der Fasnachtgewaltigen beim Gespräch vor der Veranstaltung. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Das Stadttier der Willisauer Karnöffelzunft bei der Begrüssung der Luzerner Fasnächtler. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Neues Projekt für Fasnacht 2014

Die drei grossen Fasnachtsorganisationen in der Stadt Luzern – das Lozärner Fasnachtskomitee, die Vereinigten und die Kult-Ur-Fasnächtler – wollen künftig näher zusammenrücken. Gemeinsam lancieren sie eine Kampagne, in der sie zu mehr Respekt und Toleranz an der Lozärner Fasnacht aufrufen. «Wir haben uns bereits auf loser Ebene zu Gesprächen getroffen», sagt Daniel Medici. Was die Fasnachtsorganisationen konkret planen, steht aber noch nicht fest. «Wir generieren nun Ideen und wollen auf die Fasnacht 2014 das Projekt präsentieren können.» Und Linus Jäck fügt hinzu: «Eine solche Kampagne ist nur möglich, wenn auch wir Organisationen einander besser kennen lernen.» Eine Toleranzkampagne für die Luzerner Fasnacht würde auch der Luzerner Stadtrat Adrian Borgula unterstützen, wie er sagt. Für ihn ist es die erste Fasnacht als Luzerner Sicherheitsdirektor. «Ich schätze das anarchische und wilde Treiben», sagt Borgula, der selbst seit Jahren in der Kleinformation Marie Choller Tuba und Horn spielt. «Doch es gibt auch Grenzen. Und es braucht faire Regeln, damit die Fasnacht funktioniert», sagt Borgula weiter. Damit die Sicherheit in der Stadt Luzern gewährleistet werden könne, sei man über die Fasnachtstage laufend in Gesprächen mit den Organisatoren, der Polizei und der Feuerwehr, sagte Borgula. «Dies alles geschieht aber im Hintergund.» Denn die Stadt dürfe laut Borgula die Fasnacht nicht organisieren. Aber sie müsse die Basis legen, damit der Grossanlass reibungslos funktioniere. «Dazu gibt es Wegleitungen, die den Rahmen setzen», sagt Borgula.

Borgula: «Wild und anarchisch»

Und was wünschen sich die Teilnehmer für die Fasnacht? «Dass sie wild und anarchisch ist», sagt Borgula. Daniel Medici fügt hinzu: «Und ich wünsche mir, dass Adrian Borgula seine Bestrebung nach Anarchie auch gegenüber der Verwaltung durchsetzen kann.» Vor der Diskussion, die sich vor allem um die Fasnacht in der Stadt und der Agglomeration drehte, wurde auch ein Blick auf die Landgemeinden geworfen. Die Karnöffelzunft aus Willisau wurde als Überraschungsgast eingeladen. Auch Regierungsrat Robert Küng verbarg sich unter einer Maske.