STADT LUZERN: Fixerraum soll Ende August schliessen

Der Stadtrat schlägt dem Grossen Stadtrat im Sinne der kantonalen Drogenkonferenz vor, den Fixerraum Geissmättli per Ende August 2008 zu schliessen und das Pilotprojekt mit angepasstem Konzept in der Gassenküche zu Ende zu führen.

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Das ehemalige Restaurant Geissmättli, in dem der Fixerraum untergebracht war. (Bild Marco Zanoni/Neue LZ)

Das ehemalige Restaurant Geissmättli, in dem der Fixerraum untergebracht war. (Bild Marco Zanoni/Neue LZ)

In einem Zwischenbericht zum Pilotprojekt Fixerraum schlägt der Stadtrat von Luzern dem städtischen Parlament vor, den Fixerraum zu schliessen und die verbleibende Projektphase bis Ende Januar 2009 dazu zu nutzen, den Standort zu wechseln und das Konzept anzupassen. Wie es in einer Medienmitteilung der Stadt Luzern vom Donnerstag heisst, soll dieses, von der kantonalen Drogenkonferenz auf Behördenebene vorgeschlagene, Vorgehen Klarheit darüber schaffen, ob der Bedarf nach einer solchen Institution gegeben ist oder nicht.

Schlechte Auslastung wird überprüft
Aufgrund der anhaltend schlechten Benutzungsfrequenzen wird der Fixerraum im ehemaligen Restaurant Geissmättli per Ende August geschlossen. Wäre die Frage nach den Ursachen der niedrigen Frequenzen eindeutig damit zu beantworten, dass zu wenig Bedarf nach einem solchen Angebot besteht, könnte laut Mitteilung das Pilotprojekt Fixerraum als gescheitert betrachtet und die Institution ersatzlos geschlossen werden.

Die von der kantonalen Drogenkonferenz eingesetzte Arbeitsgruppe kommt nach sorgfältigen Abklärungen jedoch zum Schluss, dass möglicherweise andere Gründe für die schlechte Auslastung verantwortlich sind, heisst es. Diese Vermutung solle in der verbleibenden Projektphase mit dem vorgesehenen Standort- und Konzeptwechsel überprüft werden. Im Fokus der Evaluation stehen neben den Benutzungsfrequenzen auch die Auswirkungen auf die Umgebung und auf das schon bestehende Angebot der Gassenküche.

«Echogruppe» für Anliegen der Nachbarschaft
Wie in der ersten Pilotphase wird «der Sicherheit der Umgebung und der transparenten Kommunikation auch nach dem Standortwechsel hohe Priorität beigemessen», heisst es in der Mitteilung. Einzelpersonen und Institutionen aus der Nachbarschaft würden wiederum die Möglichkeit haben, ihre Beobachtungen und Anliegen in einer sogenannten «Echogruppe» direkt mit den
Projektverantwortlichen zu diskutieren und Lösungen zu erarbeiten, heisst es.

Der Standortwechsel sei im Rahmen des bisherigen Projektbudgets zu bewältigen und wird bei einer Zustimmung des Grossen Stadtrats an seiner Sitzung vom 25. September zum vorgeschlagenen Vorgehen bis etwa Mitte Oktober vollzogen sein, schreibt die Stadt Luzern weiter. Bei einem positiven Verlauf wird die kantonale Drogenkonferenz auf Behördenebene Vorschläge für ein definitives Modell erarbeiten lassen.

ana