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STADT LUZERN: Franz Kurzmeyer: Ein liberales Urgestein wird 80-jährig

Alt Stadt­präsident Franz Kurzmeyer wird heute 80. Aus der Politik hält er sich inzwischen bewusst heraus. Lieber besucht er Konzerte im KKL.
Hugo Bischof
Franz Kurzmeyer an seinem Lieblingsplatz vor dem KKL. (Bild Eveline Beerkircher)

Franz Kurzmeyer an seinem Lieblingsplatz vor dem KKL. (Bild Eveline Beerkircher)

Hugo Bischof

«Am liebsten beim KKL», sagt Franz Kurzmeyer spontan, als wir ihn um einen Lieblingsplatz in Luzern für einen Fototermin anfragen. Kurzmeyer, Luzerner Stadtpräsident von 1984 bis 1996, wird heute 80-jährig. Anlass für einen kurzen Gedankenaustausch. Im sandfarbenen Anzug mit orangem Foulard erscheint er zum Treffen. Wenn der alt Stapi über einen belebten Platz in Luzern schlendert, wird er noch immer oft erkannt. Da ein «Hallo Franz». Hier ein «Schau da, der Kurzmeyer».

Der frühere Stadtpräsident geht gerne auf Menschen zu. Er ist ein «Liberaler» im ursprünglichen Sinn – mit einem Herz für alle. «Alle Gruppierungen haben ein Anrecht, dass man mit ihnen den Kontakt pflegt», sagt er heute.

Vater des «Kulturkompromisses»

Kurzmeyer versuchte schon als Stadtpräsident, Minderheiten genauso ernst zu nehmen wie Mehrheiten. Daraus entstand etwa der berühmte Luzerner Kulturkompromiss, der die Alternativkultur ebenso berücksichtigt wie die etablierte Kultur. «Ja, der Bau des KKL war wichtig für Luzern», sagt Kurzmeyer heute, «aber ebenso wichtig war die Schaffung der alternativen Kulturräume Boa, Schüür, Bourbaki.» Die beiden letzteren existieren noch immer, die Boa nicht mehr. Kurzmeyer gesteht: «Mit der alternativen Kultur hatte ich anfänglich Mühe. Aber dann, mit der Zeit, fand ich richtig Freude daran.» Da ist es, das magische Wort. «Ech ha Fröid»: Das sagte Kurzmeyer oft. Auch 1994, als die Bevölkerung in einer denkwürdigen Abstimmung – nach jahrelangen Auseinandersetzungen und Rückschlägen – Ja sagte zum Bau des KKL. «Ich möchte allen Luzernerinnen und Luzernern für ihre Unterstützung danken, die sie mir immer gewährt haben», sagt Kurzmeyer. Bei Abstimmungen zu Sachgeschäften, aber auch bei seinen Wahlen – zuerst zum jungen Amtsrichter, dann zum Gerichtspräsidenten, Kantonsrat, Oberrichter und schliesslich zum Stadtpräsidenten.

Essen mit Ex-Stadträten

Eine seiner politischen Niederlagen war, als die Luzerner 1993 eine Weiterführung des von ihm initiierten Aufenthalts- und Betreuungsraums für Drogenabhängige an der Winkelriedstrasse ablehnten. Franz Kurzmeyer setzte sich stets für eine fortschrittliche Drogenpolitik ein. Auch hier stand für ihn der Mensch – in diesem Fall der Drogenkranke – im Mittelpunkt.

Er sei glücklich, in der «wunderschönen» Stadt Luzern leben zu dürfen, sagt Kurzmeyer heute. Und es sei ein Geschenk, «gesund alt werden zu dürfen». Er besucht gern Konzerte im KKL. Einmal pro Monat trifft er sich mit früheren Stadtratskollegen zum Essen. «Der Zusammenhalt im Stadtrat war stets gut, man half sich gegenseitig. Es ist grossartig, dass daraus Freundschaften entstanden sind.» Aus der heutigen Politik hält sich Kurzmeyer bewusst heraus. Auch die meisten Stiftungspräsidien, die er innehatte, hat er inzwischen abge­geben. Er geniesst das Leben an der Seite seiner Gattin Annemarie und im Kreis seiner drei Kinder und fünf Enkel.

Wir gratulieren Franz Kurzmeyer herzlich zum Geburtstag und wünschen ihm alles Gute, Gesundheit und viel «Fröid».

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