STADT LUZERN: Frigorex-Hallen weichen Tribschenstadt-Haus

Théâtre La Fourmi und Vasca da Gama: Für diese und andere in den Frigorex-Hallen beheimateten Kultureinrichtungen und Lokalitäten läutet per Ende Mai 2011 die Totenglocke.

Drucken
Teilen
Zeigt sich enttäuscht: Vasco-da-Gama-Chef Justino Matilde. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Zeigt sich enttäuscht: Vasco-da-Gama-Chef Justino Matilde. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Alle 28 Mietparteien – unter anderem das Théâtre La Fourmi, das Vasco da Gama und die Kunsthalle – haben auf diesen Termin die Kündigung erhalten, wie das Luzerner «Kulturmagazin» meldet.

100 Wohnungen geplant
Das 5200 m² grosse Frigorex-Areal ist seit 1996 im Privatbesitz der Brüder Jost und Beat Schumacher. Nun soll hier ein sechsstöckiger Neubau mit 100 Wohnungen und einem kleinen Anteil als Erweiterung der Tribschenstadt entstehen, wie es weiter heisst. Fünf Architekten seien für den Wettbewerb eingeladen worden, das Siegerprojekt werde im Februar 2010 erkoren. Der Baustart ist auf den Frühsommer 2011 geplant.

Für die Mieter und generell für die Luzerner Kultur stelle dies einen herben Verlust dar. Das sieht auch die Stadtluzerner Kulturchefin Rosie Bitterli so – aus städtebaulicher Sicht und auf dem politischen Parkett habe jedoch attraktiver Wohnraum naturgemäss höhere Priorität.

Alternative im Littauerboden?
Es mag paradox erscheinen, dass gerade Jost Schumacher, der den Stadtkeller kaufen und so Kultur erhalten will, die Frigorex-Liegenschaft verkauft. Gegenüber dem «Kulturmagazin» spricht Schumacher vom Plan einer Grossüberbauung auf dem Littauerboden, wo sich er durchaus vorstellen könnte, dass sich dort auch Kulturschaffende zu einem «erschwinglichen Preis» einmieten könnten.

scd

Die Frigorex-Hallen (rot eingekreist); links davon die Tribschenstadt, rechts das VBL-Busdepot. (Bild mapsearch.ch)