Stadt Luzern gibt 8 Millionen für gemütlichere Schul-Container aus

Die Schüler des Grenzhof-Schulhauses in Littau müssen sich auf ein längeres Provisorium einstellen. Die Stadt will ihnen den Aufenthalt in den Schul-Containern aber so angenehm wie möglich machen.

Robert Knobel
Merken
Drucken
Teilen
Das Schulhaus Grenzhof in Littau: Ab 2020 soll der Unterricht hier in Schul-Containern stattfinden. Bild PD

Das Schulhaus Grenzhof in Littau: Ab 2020 soll der Unterricht hier in Schul-Containern stattfinden. Bild PD

Ab 2025 sollen die Kinder des Schulhauses Grenzhof in der ausgebauten Schulanlage Rönnimoos unterrichtet werden. Der Schulbetrieb im Grenzhof wird dann eingestellt. Doch bereits heute kann ein Teil der Grenzhof-Schüler ihr Schulhaus nicht mehr nutzen. Der Grund: Im einen Trakt werden die Naphthalin-Grenzwerte in der Luft überschritten. Dank Provisorien und ausgelagerten Klassenzimmern kann der Schulbetrieb zurzeit aufrecht erhalten werden.

Anfang 2020 soll der Schulbetrieb dann auch im anderen Trakt eingestellt werden. Ab dann bis zur Eröffnung der Schulanlage Rönnimoos sollen alle Grenzhof-Schüler in Modulbauten unterrichtet werden. Die Module sollen unmittelbar neben dem Grenzhof-Schulhaus aufgestellt werden und insgesamt 8,2 Millionen Franken kosten. Das Stadtparlament hat am Donnerstag einen entsprechenden Kredit bewilligt.

Das Provisorium wird lange dauern - deshalb soll es eine gute Qualität aufweisen

Die Kosten von über 8 Millionen sind deutlich höher als der Preis, den andere Gemeinden für ähnliche Schul-Container bezahlt haben, etwa Ebikon oder Horw. Der Stadtrat rechtfertigt dies unter anderem mit den höheren Qualitätsansprüchen, beispielsweise in Sachen Energieeffizienz und Schallschutz. Es sei richtig, die Ansprüche höher anzusetzen, sagt Stadtpräsident und Bildungsdirektor Beat Züsli (SP) mit Verweis auf die lange Nutzungsdauer im Fall Grenzhof: Meist würden solche Schul-Container nur für eine kurze Sanierungsdauer eingesetzt. Beim Grenzhof seien es hingegen mindestens fünf bis sechs Jahre, wie Beat Züsli sagt:

«Eine Generation von Kindern wird ihre ganze Schulkarriere hier verbringen. Es ist deshalb wichtig, dass wir eine gute Situation schaffen - erst recht in einem Quartier, das nicht gerade privilegiert ist.»

Die Modulbauten haben eine Lebensdauer von rund 20 Jahren. Was nach der Eröffnung der Schulanlage Rönnimoos mit den Grenzhof-Containern geschieht, ist noch offen. Sie sollen als Provisorien für Schulhaus-Sanierungen weiter verwendet - oder allenfalls auch verkauft werden.

Hochspannungsleitung über dem Schulhaus kommt weg

Wann die Schulanlage Rönnimoos genau eröffnet wird, ist ebenfalls unsicher. Der Stadtrat lässt durchblicken, dass das Ziel 2025 ambitioniert ist, zumal der Architekturwettbewerb noch gar nicht lanciert ist. Eine gute Nachricht in Sachen Rönnimoos gibt es aber: Gemäss Baudirektorin Manuela Jost ist inzwischen klar, dass die Hochspannungsleitung, die heute mitten durch das Schulareal führt, bis 2023 im Boden verschwinden wird.

Offen ist des weiteren das Schicksal des Grenzhof-Schulgebäude. Der Stadtrat will es nach dem Auszug der Schule bekanntlich abreissen, wogegen sich die Denkmalbehörden aber wehren.