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STADT LUZERN: Gilt hier bald ein Fahrverbot?

Auf der Sagenmattstrasse gibt es laut einer Studie viel Schleichverkehr. Um diesen zu unterbinden, greift die Stadt jetzt zum «letzten Mittel».
Simon Bordier
Die Sagenmattstrasse soll ab diesem Sommer nur noch von Anwohnern und Zulieferern befahren werden dürfen. (Bild Pius Amrein)

Die Sagenmattstrasse soll ab diesem Sommer nur noch von Anwohnern und Zulieferern befahren werden dürfen. (Bild Pius Amrein)

simon bordier

Auf der Bernstrasse in Luzern herrscht zu Stosszeiten notorisch Stau. Dies bekommen nicht nur Anwohner der Bernstrasse mit, sondern auch jene der benachbarten Sagenmattstrasse. Die Einbahnstrasse wird nämlich von staugeplagten Autofahrern als Schleichweg Richtung Kreuzstutz gebraucht: Über die Kanonenstrasse gelangen sie zur Sagenmattstrasse und reihen sich vor dem Kreuzstutz an der Spitze der Kolonne wieder ein. Dies sorgt für Unmut im Quartier. Denn die Quartier­strasse ist auch ein beliebter Schulweg.

Dem Schleichverkehr will die Stadt nun einen Riegel vorschieben: «Wir streben ein Fahrverbot auf der Sagenmattstrasse beim Abschnitt zwischen der Kanonenstrasse und dem Kreuzstutz an», erklärt Simon Steffen, Projektleiter Verkehrsplanung. Demnach dürften nur noch Anwohner und Zulieferer die Strasse befahren. Die neue Massnahme sei noch nicht vom Stadtrat beschlossen, so Steffen. «Wir rechnen aber damit, dass das Verbot im Verlauf des Sommers in Kraft treten kann», sagt er.

Damit würde neu auf der gesamten Sagenmattstrasse ein Fahrverbot gelten. Denn bereits 2014 wurde ein provisorisches Verbot auf dem Abschnitt zwischen Bernerweg und Kanonenstrasse verfügt. Ein Fahrverbot sei «das letzte Mittel», auf das die Stadt zur Unterbindung des Schleichverkehrs zurückgreife, betont Steffen.

80 Prozent Durchgangsverkehr

Eine von der Stadt in Auftrag gegebene Studie habe gezeigt, dass das Verkehrsaufkommen auf der Tempo-30-Strasse übermässig hoch sei. «80 Prozent des Verkehrs ist auf Durchgangsverkehr zurückzuführen», sagt er. Unter diesen Umständen lasse sich die Einführung eines Fahrverbots klar begründen.

Doch warum erfolgt die Massnahme erst jetzt? Seitens der Anwohnerschaft werden schliesslich schon seit Jahren Lösungen gefordert. Stefan Brücker, ein Anwohner der Sagenmattstrasse, hat sich kürzlich in einem Brief an unsere Zeitung gewandt: «Seit Jahren gibt es im Babel-Quartier ein Problem, das Quartierverein, Schule und Behörden kennen und dessen Behebung zwar in Gesprächen von Stadträtin Manuela Jost seit 2012 versprochen, bis jetzt aber nicht angegangen wurde», schreibt er.

Steffen erklärt, das Verkehrsproblem an der Sagenmattstrasse sei «eines von vielen». Um die Menge der Fälle aus den verschiedenen Quartieren der Stadt zu prüfen, müssten bei der Verwaltung Prioritäten gesetzt werden. Zudem nehme eine Verkehrsstudie, wie sie bei der Einführung eines Fahrverbots nötig ist, viel Zeit in Anspruch. «Daran kann Frau Jost nichts ändern.»

Fussgängerstreifen nicht möglich

In der Zwischenzeit sei aber nicht nichts passiert, so Steffen. Kritisch sei die Lage vor allem bei der Einmündung der Kanonenstrasse aus Richtung Gütsch in die Sagenmattstrasse. Denn die Kanonenstrasse führt durch Waldgebiet, ist steil und beschreibt kurz vor der Einmündung eine Kurve. Kurz: Die Situation ist unübersichtlich. Als erste Massnahme sei in der Tempo-30-Zone die Signalisation verstärkt worden, erklärt Steffen. Unter anderem wurde ein Tempo-30-Schild auf der Kanonenstrasse installiert, das zugleich als Hindernis dient.

Solche Massnahmen sind wichtig, weil der ursprüngliche Fussgängerstreifen an der Kreuzung vor Jahren entfernt wurde. Eine Wiedereinführung steht laut Steffen nicht zur Diskussion. «Fussgängerstreifen sind nur dort möglich, wo gewisse Sichtverhältnisse gegeben sind», erklärt er. Autofahrer müssten den Fussgängerstreifen sowie am Rand wartende Fussgänger rechtzeitig erkennen können. Diese Bedingungen seien an der Kreuzung nicht erfüllt. «Ein Fussgängerstreifen würde falsche Sicherheit vortäuschen.» Wer die Strasse passiere, müsse wachsam bleiben.

Neue Strassenschwelle geplant

Als weitere Massnahme soll nun aber auf der Kanonenstrasse, kurz vor der Einmündung in die Sagenmattstrasse, eine sogenannte Anrampung gebaut werden: eine Strassenschwelle, die den Passanten einen günstigen Ort zum Überqueren weist und die Autofahrer zum Bremsen zwingt. Läuft alles nach Plan, soll diese Massnahme im Verlauf dieses Jahres errichtet werden.

Steffen betont, dass die Lage an der Sagenmattstrasse «komplex» und «kritisch» sei, es handle sich aber nicht um eine «Notsituation». In den letzten zehn Jahren habe es keine Verkehrsunfälle mit Passanten gegeben. Die Strasse sei eng und steil, doch es gebe schon heute ein Trottoir.

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