Stadt Luzern
Grüne ziehen ihre Stadtklima-Initiative zurück

Weil das Stadtparlament den Forderungen der Stadtklima-Initiative weitgehend nachkommt, fällt die geplante Volksabstimmung nun aus.

Robert Knobel
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Vorbildlich: Die Parkplätze bei der Ufschötti sind nicht asphaltiert. Doch solche unversiegelten Flächen sind in der Stadt Luzern noch immer die Ausnahme.

Vorbildlich: Die Parkplätze bei der Ufschötti sind nicht asphaltiert. Doch solche unversiegelten Flächen sind in der Stadt Luzern noch immer die Ausnahme.

Bild: Boris Bürgisser

Im Februar hätte die Stadtluzerner Bevölkerung über die Stadtklima-Initiative abstimmen sollen. Doch diese wurde von den Grünen am Donnerstag zurückgezogen. Dies zu Gunsten eines vom Stadtparlament bewilligten Gegenvorschlags.

Inhaltlich verfolgen sowohl Initiative als auch Gegenvorschlag dasselbe Ziel: der zunehmenden Versiegelung des Bodens entgegenzuwirken. Als versiegelt gelten Strassen und Plätze aus Asphalt und Beton, auf denen das Regenwasser nicht versickern kann. Gleichzeitig erhitzen sich solche Flächen im Sommer stark, was angesichts des Klimawandels zunehmend zum Problem wird. Auch Gebäude tragen zur Versiegelung bei.

Grüne Dächer und Gras-Parkplätze

Abhilfe schaffen kann man mit der Begrünung von Dächern, oder indem man zum Beispiel Parkplätze mit Rasensteinen anstelle von Asphalt ausgestaltet.

Die Stadtklima-Initiative der Grünen hatte einen Versiegelungsstopp in der Stadt Luzern gefordert. Dem Stadtrat ging dies aber zu weit, weshalb er einen Gegenvorschlag präsentierte. Dieser sah vor, mit diversen Massnahmen den Forderungen der Initiative entgegenzukommen. Konkret wollte der Stadtrat in den nächsten zehn Jahren 3,7 Millionen Franken zur Verfügung stellen, um beispielsweise Dach- und Fassadenbegrünungen zu fördern oder die Entsiegelung von bestehenden Flächen zu ermöglichen.

Parlament bewilligt eine zusätzliche Million

SP und Grünen genügte dies allerdings nicht. Sie setzten eine Erhöhung des Kredits auf 4,7 Millionen durch. Zudem wurde eine Klausel festgeschrieben, wonach die Stadt Gegenmassnahmen ergreifen muss, wenn die Versiegelung trotz aller Bemühungen weiter zunimmt.

Somit waren die Forderungen der Initiative in weiten Teilen erfüllt – für die Initianten Grund genug, das Volksbegehren zurückzuziehen. Martin Abele (Grüne) sagte dazu: «Unsere Kernforderung ist, dass die versiegelte Fläche nicht weiter zunimmt. Das ist absolut entscheidend, um die Auswirkungen des Klimawandels abzufedern.»