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STADT LUZERN: Grünes Licht für Cannabis-Projekt

Das Parlament unterstützt die Teilnahme an einer Studie zum kontrollierten Cannabisverkauf. Der Konsum könne dadurch entkriminalisiert werden. Von bürgerlicher Seite gab es aber auch kritische Stimmen.
Beatrice Vogel
Getrockneter Cannabis – für Studienteilnehmer bald in der Apotheke käuflich. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Getrockneter Cannabis – für Studienteilnehmer bald in der Apotheke käuflich. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

Gras legal kaufen und kiffen mit Erlaubnis der Behörden – das ist für ausgewählte Stadtluzerner bald möglich. Die Stadt Luzern wird sich an einem Forschungsprojekt der Universität Bern zu reguliertem Cannabisverkauf beteiligen. Untersucht werden die Auswirkungen auf das Konsumverhalten und die Gesundheit der Teilnehmer (siehe Interview). Der Grosse Stadtrat hat einen entsprechenden Bericht am Donnerstag zustimmend zur Kenntnis genommen.


Dem Bericht des Stadtrats ging ein Postulat der GLP voraus, das im April 2016 überwiesen wurde. Der Stadtrat hatte bereits in eigener Kompetenz entschieden, an der Studie teilzunehmen. Er unterbreitete aber gestern dem Parlament den Bericht zur Kenntnisnahme. Wenn auch teilweise zähneknirschend – weil sie den Cannabiskonsum grundsätzlich ablehnten – attestierten fast alle Parlamentarier der Studie einen Nutzen.

SVP kritisiert die hohen Kosten

Einzig die SVP lehnte in der Diskussion das Vorhaben ab: «Hunderte von teuren Arbeitsstunden werden für diese Cannabis-Studie verbraten. Wir sollten endlich aufhören, immer mehr Ausgaben zu erfinden», begründete Lisa Zanolla. Kritisch gegenüber der Studie war auch die CVP, sie will diese aber «konstruktiv begleiten», versprach Albert Schwarzenbach. Er attestierte der Studie Seriosität, da auch Bundesbehörden daran mitwirkten. Zudem könne man nicht die Augen vor dem Cannabiskonsum verschliessen, denn: «Es zeichnet sich eine Legalisierung ab.»

Ins gleiche Horn stiessen die übrigen Fraktionen, die eine Teilnahme am Forschungsprojekt unterstützten. «Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Substanz in der Schweiz. Seine Popularität kann durch ein Verbot nicht unterdrückt werden», so Peter Krummenacher (FDP). Seine Fraktion sei mehrheitlich für die Studie, «aber nicht für eine schleichende Legalisierung». Die GLP fand, dass die Hürden für einzelne Personen, an der Studie teilzunehmen, ziemlich hoch seien. So sind die Teilnehmer nicht anonym und müssen einen regelmässigen Konsum nachweisen. «Diese Studie kann wertvolle und aussagekräftige Erkenntnisse liefern und mehr Sachlichkeit in die emotional geprägte Diskussion über den Cannabiskonsum bringen», sagte Marco Müller (Grüne) und warb gleich noch für einen legalisierten Verkauf: «Ein kontrollierter Verkauf bedeutet effektiven Jugendschutz, Qualitätskontrolle und verhindert eine Vermischung von weichen und harten Drogen.» Auch SP-Grossstadt­rätin Nora Peduzzi betonte, dies sei ein Schritt zur Entkriminalisierung des Cannabiskonsums.

Sozialdirektor Martin Merki (FDP) freute sich über die sachliche Diskussion: «Cannabis ist kein Reizthema mehr.» Nun könne man einen kontrollierten Versuch durchführen. Wenn Luzern mitmache, sei das Resultat der Studie umso aussagekräftiger. Das weitere Vorgehen sehe folgendermassen aus: Sobald das Bundesamt für Gesundheit grünes Licht gibt, startet die Stadt Bern mit dem Cannabisversuch. Luzern wird spätestens im Sommer 2018 als Projektpartner dazustossen. Die Kosten werden in Luzern auf 140000 Franken veranschlagt.

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