STADT LUZERN: «Gütsch»-Direktor geht nicht freiwillig

Der jüngste Chefwechsel im «Gütsch» war eine Entlassung. Das erklärt Richard Horton, neuer Betreiber des Schlosshotels. Ein neuer Direktor ist bereits eingestellt.

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Das Schlosshotel macht es sich nicht einfach mit der Suche nach dem richtigen Direktor. (Bild: Archiv / Manuela Jans / Neue LZ)

Das Schlosshotel macht es sich nicht einfach mit der Suche nach dem richtigen Direktor. (Bild: Archiv / Manuela Jans / Neue LZ)

Sarah Weissmann und Yasmin Kunz

«Unter normalen Umständen diskutieren wir unsere internen Geschäfte nicht in der Öffentlichkeit», schreibt der neue operative Chef des Hotels Château Gütsch, Richard Horton, in einem E-Mail an unsere Zeitung. Doch habe die einseitige Kommunikation seitens des scheidenden Direktors Olaf Galaburda unklare Fakten geschaffen. Und er wolle nun die Tatsachen richtigstellen.

Neuer Protagonist im «Gütsch»

Neuer operativer Chef im «Gütsch»? Tatsächlich ist mit der tschechischen Firma nun ein Protagonist am Drücker, der bisher nicht öffentlich bekannt war. Die Castle Holdings s.r.o. aus dem tschechischen Prag ist laut Horton seit dem 1. Januar dieses Jahres die Verwaltungsgesellschaft des Hotels Château Gütsch. Die Firma ist somit für den Hotel- und den Restaurantbetrieb verantwortlich. Sie gehört dem Kanadier Horton und seiner tschechischen Frau Eva Horton.

Im Château Gütsch unterscheiden sich die Führungsstrukturen offensichtlich von den in der Schweiz gängigen Linien. Demnach ist Alexander Lebedew seit 2007 der Besitzer des Hotels. Stellvertretend für ihn fungiert die Château Gütsch Immobilien AG mit Sitz in Zürich, deren Geschäftsführerin Gesa Eichler ist. Eva Horton von der tschechischen Firma hat die nötigen Lizenzen, um als Hauptgeschäftsführerin (General Manager) des Hotels zu arbeiten, sie übt diese Funktion auch im «Gütsch» aus. Olaf Galaburda (47) war der Hoteldirektor (Hotel Manager) und war Eva Horton unterstellt.

«Er war nicht der Richtige»

Richard Horton, der seit 15 Jahren zusammen mit seiner Frau in Tschechien lebt und dort zwei Hotels führt, war es, der Galaburda eingestellt hat. Und er war es, der Galaburda am 6. März 2015 wieder entlassen hat. Zu den Entlassungsgründen sagt Horton auf Anfrage unserer Zeitung: «Es stellte sich heraus, dass Olaf Galaburda nicht der Richtige für das Hotel Château Gütsch war.» Was das konkret heisst, will er nicht kommunizieren, «das ist eine private Angelegenheit».

Doch Horton selbst war es, der das Vorstellungsgespräch mit Galaburda geführt hatte. Der Deutsche wurde daraufhin Anfang Februar eingestellt. Gestern sagte Horton dazu: «Ich habe mir zu wenig Zeit genommen und traf die Einstellungsentscheidung zu schnell.» Er sieht diesen Fehler freimütig ein.

Olaf Galaburda bestätigt auf Anfrage nun, dass ihm gekündigt wurde. Zu den Gründen sagt er: «Wir haben nicht zueinander gepasst.» Mehr wolle er dazu nicht sagen. «Für mich ist die Sache abgeschlossen. Mein Wunsch ist es nun, ein Boutique-Hotel mit Leidenschaft zu führen, das einen persönlichen Service mit Liebe zum Detail und einen hohen Qualitätsstandard garantiert.» Aktuell befindet sich Galaburda in laufenden Vorstellungsgesprächen. Er hofft, dass er wieder in der Schweiz arbeiten kann.

Österreicher ist neuer Direktor

Die neue tschechische Betreiberfirma stellte gestern auch klar: Das Hotel Château Gütsch hat bereits seit dem 9. März einen neuen Hoteldirektor den 29-jährigen Tim Moitzi. «Er ist Österreicher und ist mit einer Luzernerin verheiratet. Moitzi wohnt nur 15 Minuten vom Hotel entfernt», sagt Horton. Moitzi war zuvor in mehreren Hotels in Davos tätig und wurde dem Geschäftsführer Horton empfohlen, woraufhin er ihn nach Luzern holte.

Der 29-Jährige ist bereits der dritte Direktor seit der Eröffnung des Hotels im Mai des vergangenen Jahres. Von Mai bis Dezember 2014 führte der 33-jährige Gérard Olivier Kuhn das Hotel. Kuhn, der sowohl für das Restaurant als auch für den Hotelbetrieb des Luzerner Wahrzeichens verantwortlich war, beendete die Zusammenarbeit mit den «Gütsch»-Inhabern damals «in gegenseitigem Einvernehmen». Doch Quellen aus dem Umfeld des Schlosshotels berichteten unserer Zeitung, dass der Verwaltungsrat mit Kuhns Gastgeberqualitäten nicht zufrieden gewesen sei.