STADT LUZERN: Himmelrich-Überbauung sorgt für Rekordjahr

Baugesuche für rund 690 Millionen Franken bewilligte die Stadt 2015 – so viele wie noch nie. Und der Bauboom dürfte weitergehen.

Gabriela Jordan und Robert Knobel
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Die Grossbaustelle Himmelrich in Luzern: Hier entstehen bis zu 250 Wohnungen. (Bild Boris Bürgisser)

Die Grossbaustelle Himmelrich in Luzern: Hier entstehen bis zu 250 Wohnungen. (Bild Boris Bürgisser)

Vom Kantonsspital über Wohnhäuser bis zu Geschäftslokalen – in der Stadt Luzern wird derzeit kräftig gebaut: Im vergangenen Jahr bewilligten die städtischen Behörden ein Bauvolumen von 690 Millionen Franken – ein Rekord. In den letzten fünf Jahren lagen die geplanten Kosten für die bewilligten Bauprojekte um bis zu 400 Millionen Franken tiefer (siehe Tabelle).

Quelle: Jahresrechnung Stadt Luzern

Quelle: Jahresrechnung Stadt Luzern

10 Projekte, 394 Millionen

Der Grund für das hohe Investitionsvolumen ist jedoch nicht eine erhöhte Zahl an Baugesuchen, sondern mehrere grosse Projekte, wie Stadträtin Manuela Jost (GLP) auf Anfrage mitteilt. Für das hohe Bauvolumen sorgt insbesondere das Siedlungsprojekt Himmelrich der Allgemeinen Baugenossenschaft Luzern. Insgesamt sollen 250 Wohnungen auf dem Areal bis 2020 entstehen. Mit einem Investitionsvolumen von 138 Millionen Franken ist es mit Abstand das grösste Bauvorhaben in der Stadt Luzern. Fünf weitere Projekte haben Manuela Jost zufolge Investitionssummen zwischen 40 und 50 Millionen Franken. Die zehn grössten Projekte des vergangenen Jahres haben zusammen ein Investitionsvolumen von 394 Millionen Franken.

840 Wohnungen geplant

Zu den grössten Bauvorhaben gehören nach dem Himmelrich das Neubauprojekt am Luzerner Kantonsspital (neues Zentrum für Notfall- und Intensivmedizin) sowie geplante Wohn- und Geschäftshäuser. Laut dem Juristen der Baudirektion, Daniel Bernet, handelt es sich bei diesen um folgende Baustellen: das Gmür-Areal an der Kreuzung Brünigstrasse-Kellerstrasse, das Gebiet Grossmatte West im Stadtteil Littau sowie die Überbauungen im Tribschenquartier. Auf dem früheren Areal der Transportfirma Gmür sollen 78 Wohnungen entstehen. In der geplanten 2000-Watt-Siedlung in Littau sind es deren 450 und im Tribschenquartier 111. Laut Bernet stellt sich bei diesen Wohnüberbauungen die Frage nach einem Ausbau der Strasseninfrastruktur nicht: Die Gebiete sind bereits gut erschlossen.

Weshalb stieg das Investitionsvolumen ausgerechnet letztes Jahr auf Rekordhöhe? Jost zufolge haben sicherlich die anhaltende hohe Konjunktur im Baubereich sowie das tiefe Zinsniveau dazu beigetragen.

Klarere Regeln für Bauherren

Zudem ist im Jahr 2014 die revidierte Bau- und Zonenordnung in Kraft gesetzt worden. Dies hat für die Bauherren wieder klarere Verhältnisse geschaffen, weshalb in der Folge wieder mehr Baugesuche eingereicht wurden. Ob der Bauboom in diesem Umfang weitergehen wird, kann sie allerdings nicht vorhersagen. Aber: «Wenn der Trend des ersten Trimesters 2016 anhält, sieht es für dieses Jahr bis jetzt ähnlich aus.»

Elektronische Baugesuche

Im Zusammenhang mit Baugesuchen gibt es in der städtischen Verwaltung zudem eine Neuerung: Mit dem Projekt «eBaugesuch» – der elektronischen Verarbeitung der Baugesuche – soll die Verwaltung effizienter werden. Eine erste Phase konnte bereits im April umgesetzt werden. Manuela Jost: «Auch wenn die Anzahl der Baugesuche nicht steigt, werden die Gesuche sowie die Anforderungen an die Prüfung immer aufwendiger.»

Gabriela Jordan und Robert Knobel