STADT LUZERN: Hirschmatt-Quartier wie vor über 40 Jahren

Im 2015 und 2016 werden im Hirschmatt-Quartier Werkleitungen saniert. Im Rahmen dieser Bauarbeiten soll unter anderem die Verkehrssicherheit im Quartier durch eine Neugestaltung der Strassen erhöht werden.

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Neben- und Verbindungsstrassen zur Hirschmattstrasse sollen im 2015 und 2016 saniert werden. Das Quartier soll dann wieder aussehen wie im Jahr 1970. (Bild: Archiv)

Neben- und Verbindungsstrassen zur Hirschmattstrasse sollen im 2015 und 2016 saniert werden. Das Quartier soll dann wieder aussehen wie im Jahr 1970. (Bild: Archiv)

Die Werkleitungen im Hirschmattquartier sind alt und müssen dringend saniert werden. Konkret handelt es sich dabei um alle Wasser-, Abwasser-, Strom- und Gasleitungen in derMorgarten-, Sempacher-, Franken-, Winkelried- und Dornacherstrasse sowie am Kauffmannweg.Gleichzeitig werden die Cablecom- und Swisscom-Leitungen erneuert und das Glasfasernetz eingebaut.

Intensive Bauweise

Durch die intensive Bauweise können die Bauarbeiten in zwei Halbjahren statt in fünf bis sechs Jahren durchgeführt werden. Dadurch sollen das Quartier, die Anwohner und die Geschäfte möglichst wenig belastet werden. Für die Bauarbeiten wird die ganze Strasse für den Verkehr gesperrt. Die Liegenschaften sind zu Fuss aber jederzeit erreichbar, die Geschäfte sind immer geöffnet.

Die Bauarbeiten sehen einen Zwei-Schicht-Betrieb vor: Montag bis Freitag von 5 bis 22 Uhr und am Samstag von 7 bis 17 Uhr.

So sieht der Sanierungsplan aus

2015

  • Morgartenstrasse (April/ Juni)
  • Sempacherstrasse (Juni/ Juli/ August)
  • Frankenstrasse (September/ Oktober/ November)

2016

  • Winkelriedstrasse (April/ Juni)
  • Kauffmannweg (Juli/ August/ September)
  • Dornacherstrasse (September/ Oktober/ November)

Dieseprovisorischen Termine gelten für die Arbeiten im Strassenbereich.

Dutzende Parkplätze werden aufgehoben

Mit der Sanierung der Werkleitungen soll unter anderem die Verkehrssicherheit im Hirschmattquartier erhöht werden. Dazu sollen die Kreuzungen insbesondere jene bei der Murbacher-/Winkelriedstrasse übersichtlicher gestaltet werden. Zudem werden unter anderem das Fuss- und Velonetz ausgebaut und die Schrägparkplätze in der Franken-, Sempacher- und Dornacherstrasse aufgehoben, da es dort oft zu Unfällen kommt. Durch die Aufhebung der Schrägparkplätze fallen 60 Parkplätze weg. Weitere 25 Parkpätze werden im Zusammenhang mit der Aufwertung des Quartiers und der Neuanordnung der Parkplätze aufgehoben.

Im Gegenzug wird im Rahmen des neuen Parkplatzreglements die Parkzone D erweitert. Dadurch können Anwohner und Geschäfte im Hirschmattquartier zusätzlich über 100 Parkplätze benutzen. Insgesamt stehen den Autofahrern im Hirschmattquartier heute rund 1140 private und 509 öffentliche Parkplätze zur Verfügung.

Die Dornacherstrasse heute. (Bild: pd / Visualisierung)
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Die Dornacherstrasse wie sie nach der Sanierung aussehen soll. (Bild: pd / Visualisierung)
Die Frankenstrasse heute. (Bild: pd / Visualisierung)
Die Frankenstrasse, wie sie nach der Sanierung aussehen soll. (Bild: pd / Visualisierung)
Die Winkelriedstrasse heute. (Bild: pd / Visualisierung)
Die Winkelriedstrasse wie sie nach der Sanierung aussehen soll. (Bild: pd / Visualisierung)
Die Morgartenstrasse heute. (Bild: pd / Visualisierung)
Die Morgartenstrasse wie sie nach der Sanierung aussehen soll. (Bild: pd / Visualisierung)
Die Sempacherstrasse heute. (Bild: pd / Visualisierung)
Die Sempacherstrasse wie sie nach der Sanierung aussehen soll. (Bild: pd / Visualisierung)
Die Waldstätterstrasse heute. (Bild: pd / Visualisierung)
Die Waldstätterstrasse, wie sie nach der Sanierung aussehen soll. (Bild: pd / Visualisierung)
Die Strassen im Hirschmattquartier werden ab April 2015 saniert. (Bild: Keystone)

Die Dornacherstrasse heute. (Bild: pd / Visualisierung)

Aufwertung

Die neue Gestaltung soll auch dazu beitragen, die Lebens- und Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Heute ist das Quartier vor allem vom Verkehr dominiert. Auf der Grundlage des Gründerplans von Heinrich Meili-Wapf um 1890 wurde ein neues Gestaltungskonzept entworfen, das vorsieht, im Quartier den Zustand vor 1970 wiederherzustellen. Dazu werden die Trottoirs verbreitert und die Trottoirabsätze auf drei Zentimeter reduziert. Die Strassen bleiben gleich breit, werden aber optisch verengt, was die Verkehrssicherheit erhöht. Durch die Verbreiterung können die Trottoirs künftig flexibel, zum Beispiel zum Parkieren oder für Boulevardrestaurants genutzt werden. Wegen der Bauarbeiten müssen einige Bäume gefällt werden. Nach Beendigung der Arbeiten wird es mehr Bäume als heute haben. Die Arbeiten zur Umgestaltung werden im Sommerhalbjahr 2017 in jenen Strassen ausgeführt, die saniert werden müssen. Langfristig sollen auch die anderen Strassen des Quartiers nach diesem Konzept umgestaltet werden.


Neue Mobilitätslösungen des TCS

Das Projekt hat zur Folge, dass von den heute 509 öffentlichen Parkplätzen insgesamt 85 Parkplätze abgebaut werden. Der TCS fordert, dass die Stadt Luzern dem motorisierten Individualverkehr alternative Lösungen in Aussicht stellt. Da der öffentliche Raum im urbanen Gebiet begrenzt ist, sind neue und innovative Mobilitätslösungen gefragt.

Teilen von Parkplätzen
Rund zwei Drittel der Parkplätze im Hirschmattquartier sind in privatem Besitz. In einem ersten Projekt schlägt der TCS unter dem Aspekt des «Teilens» vor, die geschäftlichen und privaten Parkplätze bei Nichtgebrauch anderen Personen zur Verfügung zu stellen. Dies könnte ganz einfach in Form einer Parkplatzbörse mit der passenden Applikation eines Smartphone oder via Internet geschehen. Das Parkplatzangebot könnte so vergrössert und der lästige Suchverkehr eingeschränkt werden. Erste Erfahrungen aus dem Ausland zeigen den grossen Erfolg eines solchen «Parkplatz-Sharings».

Parkraumbewirtschaftung in Abhängigkeit zur Fahrzeuggrösse
Eine zweite Idee betrifft die grössengesteuerte Parkraumbewirtschaftung. Dabei würde auf die Unterteilung der Längsparkfelder verzichtet werden. Der eingeschränkte Platz könnte optimal bewirtschaftet werden: Es könnten gleichzeitig mehr Autos auf der gleichen Fläche parkieren. Die Autofahrer würden in diesem Fall je nach Grösse ihres Fahrzeugs unterschiedlich hohe Parkplatzgebühren bezahlen. Kleine Fahrzeuge würden von vergünstigten Tarifen profitieren. Entsprechende Zahlautomaten sind auf dem Markt bereits erhältlich.

Die Sektion Waldstätte plant, diese beiden Ideen auch für die Zeit nach den Sanierungsarbeiten mit geeigneten Partnern weiter zu verfolgen.

pd/nop