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STADT LUZERN: Hotelfachschule überlegt Standortwechsel

Das Kantonsgericht hebt die Baubewilligung für den Neubau der Hotelfachschule auf. Nun will die Stadt die strengen Regeln für die Ortsbildschutzzone lockern. Die Schule droht derweil mit Wegzug.
Sandra Monika Ziegler
Keine Augenweide – und dennoch vor Abriss geschützt: das Wohnheim an der Haldenstrasse. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 16. Februar 2018))

Keine Augenweide – und dennoch vor Abriss geschützt: das Wohnheim an der Haldenstrasse. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 16. Februar 2018))

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Die Stiftung Hotelfachschule Luzern (SHL) und die Hotel Montana AG wollten das bestehende Studentenwohnheim an der Haldenstrasse abreissen und einen grossen Neubau mit Schulräumen und Studios realisieren ( Artikel vom 11. Juli 2017 ). Doch daraus wird vorerst nichts. Das Luzerner Kantonsgericht hat eine Beschwerde von Anwohnern gutgeheissen. Das Gericht ist der Meinung, dass die Stadt die Bewilligung für den Abriss des Hauses an der Haldenstrasse 41 zu unrecht erteilt hat. Der Grund: Das Gebäude befindet sich in der Ortsbildschutzzone B und ist damit vor einem Abriss geschützt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und könnte ans Bundesgericht weitergezogen werden. Ob dies geschehen wird, ist gemäss der Stiftung SHL noch unklar. Man bedaure den Entscheid des Kantonsgerichts, sagt SHL-Direktorin Christa Augs­burger. Die Verantwortlichen der Hotelfachschule werden sich nächste Woche mit ihrem Rechtsanwalt beraten und das weitere Vorgehen besprechen. «Wir werden alle Varianten besprechen, dazu gehört auch ein Standortwechsel», erklärt Christa Augsburger.

Kaum Chancen auf Erfolg in Lausanne

Neben der SHL könnte auch die Stadt Luzern den Gerichtsentscheid anfechten. Doch im Stadthaus rechnet man sich nicht viele Chancen auf Erfolg aus. Der städtische Baujurist Daniel Bernet sagt dazu: «Die Wahrscheinlichkeit ist klein, dass das Bundesgericht den Kantongerichtsentscheid korrigieren würde.» Denn das Bundesgericht hatte bereits in einem ähnlichen Fall, ebenfalls neben dem Hotel Montana, gleich argumentiert. Die Rechtslage ist demnach weitgehend klar. Trotzdem will es die Stadt nicht dabei bewenden lassen. Denn die Regeln der Ortsbildschutzzone B sind strenger als dies der Stadt lieb ist. Wie erwähnt, ist dies nun schon das zweite Mal, dass die Stadt im Montana-Quartier über ihre eigenen Bestimmungen stolpert und eine erteilte Baubewilligung zurück nehmen muss. Wegen der Schutzzone B sind auch weitere Neu- und Ausbauprojekte, etwa der LUKB an der Pilatusstrasse, und bei der Bodum-Villa an der Obergrundstrasse, blockiert.

Die Regeln zur Ortsbildschutzzone sollen daher gelockert werden. «Im Rahmen der BZO-Revision wird eine Bestimmung aufgenommen, welche das Problem löst», verspricht Daniel Bernet. Das Grundproblem ist, dass in der Schutzzone B, welche weite Teile der Luzerner Innenstadt umfasst, sämtliche Gebäude geschützt sind – selbst solche, die ganz offensichtlich das Ortsbild stören. Ein Abbruch ist nur möglich, wenn sich dies aus statischen Gründen aufdrängt, oder wenn eine Sanierung wirtschaftlich untragbar wäre. Das Bau- und Zonenreglement soll vermutlich so geändert werden, dass der Schutz auf einzelne, wirklich schützenswerte Gebäude beschränkt wird, und nicht mehr grossflächig für ganze Quartiere gilt. In den nächsten Wochen werde der Stadtrat das Urteil diskutieren und die konkreten weiteren Schritte festlegen, so Bernet weiter. Eine Änderung des Bau- und Zonenreglements wird öffentlich aufgelegt und bietet damit das Recht zur Einsprache. Zudem untersteht die Änderung dem fakultativen Referendum. Es ist also möglich, dass am Ende das Volk das letzte Wort hat.

Übrigens: Auf den «Fall Obergrund» hat das Urteil keine direkten Auswirkungen. Der Streit um den Abriss der Bodum-Villa hatte letztes Jahr hohe Wellen geworfen. Das Urteil ändere nichts am Vorgehen der Stadt, sagt Daniel Bernet. Das heisst: Die Stadt will von einem Abriss der Villa weiterhin nichts wissen.

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