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STADT LUZERN: Im Dancing liefen die Drähte heiss

Vor 20 Jahren verschwand das legendäre «Alpengarten»-Dancing in Luzern. Gebaut wurde es 1913 als eine Art Disneyland-Vorläufer.
Der «Alpengarten» wich in den 1990er-Jahren einer Wohnüberbauung bei der Dietschiberg-Bahn-Talstation. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der «Alpengarten» wich in den 1990er-Jahren einer Wohnüberbauung bei der Dietschiberg-Bahn-Talstation. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der «Alpengarten» wich in den 1990er-Jahren einer Wohnüberbauung bei der Dietschiberg-Bahn-Talstation. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der «Alpengarten» wich in den 1990er-Jahren einer Wohnüberbauung bei der Dietschiberg-Bahn-Talstation. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Bekannt war der «Alpengarten» für seine Tischtelefone. Auf zwanzig Tischen verteilt standen die Apparate. Wer eine attraktive Tanzpartnerin oder einen ansehnlichen Tanzpartner an einem andern Tisch erspähte, konnte sich telefonisch mit ihr oder ihm in Verbindung setzen. Dabei wurden offenbar auch Telefonverbindungen fürs Leben hergestellt. Denn als die «Alpengarten»- Pächterin Claire de Zaiacomo im Oktober 1993 wenige Tage vor der Lokalschliessung zu einem letzten grossen Fest einlud, waren auch Ehepaare dabei, die sich in dem Dancing neben der Dietschiberg-Bahn-Talstation kennen gelernt hatten.

Die Pächterin war eine Institution im Luzerner Gastgewerbe. 33 Jahre lang führte sie den «Alpengarten». Der war eine Art Gastro-Gemischtwarenladen: Ab 16.30 Uhr war Apéro- und Jasszeit, bis 20.30 Uhr war das Restaurant (Spezialitäten: Alpengarten-Schnitzel und Siedfleischteller à la Claire) offen, danach herrschte Dancing-Betrieb mit Livemusik. Die Älpli-Bar war für Nachtschwärmer bis 2.30 Uhr geöffnet.

Busse wegen saurem Rahm

Bevor der «Alpengarten» einer Wohnüberbauung an der Felsentalstrasse wich, titelte die Tageszeitung LNN: «Ein Stück Geschichte verschwindet.» Die Pächterin wurde im Artikel zitiert, sie sei in den 33 Jahren nur einmal vom Lebensmittelinspektorat gebüsst worden, und das erst noch zu Unrecht – wegen einer Flasche mit saurem Rahm. Als eine Aktiengesellschaft unter Führung des liberalen Nationalrats Alois Moser 1913 den «Alpengarten» baute, hatte sie freilich ein anderes Zielpublikum im Visier als Nachtschwärmer. Auf dem Gelände bei der Dietschiberg- Bahn-Station war eine Art Swiss Miniatur für Reisende zu Stande gekommen, denen der Aufstieg auf die Berge zu beschwerlich war. Sie fanden im «Alpengarten der Urschweiz» gegen einen Eintrittspreis von einem Franken einen botanischen Garten mit Zwergtannen, Alpenveilchen und Edelweissblumen sowie grosse Wandgemälde mit Motiven aus der Entstehungsgeschichte der Eidgenossenschaft vor.

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Alle bisher erschienenen Artikel zur Serie lesen Sie auf www.luzernerzeitung.ch/serien

Der «Alpengarten». (Bild: Stadtarchiv Luzern)

Der «Alpengarten». (Bild: Stadtarchiv Luzern)

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