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STADT LUZERN: Im Luzerner Krematorium soll neues Leben einkehren

Seit über zehn Jahren wird das alte Krematorium im Friedental nicht mehr genutzt. Das soll sich bald ändern - doch die Stadt hat hier ein Luxusproblem.
Das ehemalige Luzerner Krematorium aus der Vogelperspektive. (Bild PD Stadt Luzern)

Das ehemalige Luzerner Krematorium aus der Vogelperspektive. (Bild PD Stadt Luzern)

Es erinnert an eine Schlossanlage mit ausladendem Park - doch im markanten Kuppelbau im Luzerner Friedental residierten keine Adligen, sondern wurden Verstorbene zur letzten Ruhe geleitet. Seit der Eröffnung des Neubaus im Jahr 2005 steht das alte Krematorium allerdings leer. Das soll sich bald ändern. Die Stadt sucht zusammen mit der Besitzerin des Krematoriums, der Stiftung Luzerner Feuerbestattung (STLF), nach neuen Nutzungsmöglichkeiten. Dazu soll bis Frühling 2018 ein denkmalpflegerisches Gutachten erstellt werden. Danach soll das Areal öffentlich ausgeschrieben werden.

Es sollen viele Leute kommen - doch die Ruhe soll bleiben

Wie eine künftige Nutzung des alten Krematoriums aussehen könnte, ist noch völlig offen. Für Heinz-Peter Stamm, Mitglied des Stiftungsrats der STLF, ist aber klar, dass das alte Krematorium mit den schön gestalteten Grabhallen und Gartenanlagen öffentlich zugänglich bleiben muss. «Wir wünschen uns einen Magnet, der die Leute anzieht», sagt Stamm. Das ist allerdings einfacher gesagt als getan. Denn die Lage des Krematoriums ist zwar wunderschön, doch aufgrund der speziellen Umgebung mit dem Friedhof Friedental sind gewisse Nutzungen von vornherein ausgeschlossen. «Wir wollen keine Popkonzerte im Friedental», erklärt Heinz-Peter Stamm.

Auch Cornel Suter, Leiter der Luzerner Stadtgärtnerei, sagt: «Es soll eine Nutzung sein, die zum Ort passt, der mit Ruhe, Würde, Natur und Pietät verbunden ist. Es soll aber auch eine Nutzung sein, die der Bevölkerung dient. Denn die Fläche hat ein riesiges Potenzial; sie liegt an einer schönen Lage, wird zurzeit aber nur schwach genutzt.»

Stadt sucht zündende Ideen für vier historische Perlen

Die grosse Herausforderung wird also sein, die Belebung des Ortes mit den hohen Anforderungen an Pietät und Ruhe zu verbinden. Kommt hinzu, dass die Stadt Luzern in Sachen historische Gebäude zurzeit ein Luxusproblem hat: Mit dem Konservatorium Dreilinden, dem Am-Rhyn-Haus und dem Schlössli Utenberg warten noch drei andere «Perlen» auf eine sinnvolle öffentliche Nutzung. Eine wirklich zündende Idee fehlt bisher für alle drei Gebäude. Beim Krematorium kommt erschwerend hinzu, dass es abseits der grossen Passantenlagen liegt.

Das alte Krematorium wurde 1924 in Betrieb genommen und war das erste überhaupt in Luzern. Die erste Person, die sich dort einäschern liess, war übrigens kein Geringerer als Literaturnobelpreisträger Carl Spitteler. 2005 wurde das Krematorium aufgrund verschärfter Regeln zur Luftreinhaltung stillgelegt. Der Neubau verfügt über eine umfangreiche Filteranlage - deren Einbau im alten Bau aus Platzgründen nicht möglich gewesen wäre. Sporadisch genutzt wird im alten Krematorium einzig noch die Abdankungshalle.

Im Park befinden sich noch Gräber

Je nach Art der Neunutzung müsste das Gebäude umgebaut werden. Der Bau befindet sich im nationalen Inventar der schützenswerten Ortsbilder (ISOS). Eine grundlegende Renovation ist aber nicht nötig, da der bauliche Zustand gut ist.

Zur Neunutzung ausgeschrieben werden soll auch die Parkanlage vor dem Krematorium, welche der Stadt gehört. Der Park wurde früher als Urnenfriedhof genutzt. Heute befinden sich noch einige Gräber auf dem Areal, deren Konzession in den nächsten 10 bis 20 Jahren ausläuft. Um eine neue Nutzung des Parks zu vereinfachen, sollen die übers ganze Areal verstreuten Gräber allenfalls an einem Ort konzentriert werden.

Das Gutachten sowie ein anschliessend geplanter Workshop mit möglichen Interessenten einer zukünftigen Nutzung bilden die Basis für eine öffentliche Ausschreibung des Areals. Wann diese erfolgt, ist noch offen und hängt vom Gutachten und von den Resultaten des Workshops ab. Finanziert wird das Gutachten zu je einem Drittel von der Stadt Luzern (Stadtgärtnerei), dem Kanton Luzern (Denkmalpflege) und der Stiftung Luzerner Feuerbestattung.

Im neuen Krematorium im Friedental werden pro Jahr rund 3000 Verstorbene kremiert. Sie stammen in erster Linie aus den Kantonen Luzern, Zug, Aargau, Ob- und Nidwalden.

Robert Knobel und Gabriela Jordan

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