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STADT LUZERN: Im März fahren am Grendel die Bagger auf

Satte 26 Jahre dauerte es von den ersten Projekten bis zum Baustart für die Neugestaltung des Grendels. Gestartet wird in Etappen, ab 5. März mit dem Löwengraben, ab Mai mit dem Grendel. Eine Chronologie.
Der Falkenplatz wird mit den alten Steinen neu gepflastert und beim Brunnen zwei Sitzbänke montiert. (Bild: Visualisierung)

Der Falkenplatz wird mit den alten Steinen neu gepflastert und beim Brunnen zwei Sitzbänke montiert. (Bild: Visualisierung)

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

«Ende gut, alles gut». Nach rund 26 Jahren wird am 5. März mit der Neugestaltung des Strassenzugs Löwengraben-Grendel in der Luzerner Altstadt begonnen. Das teilte die Stadt Luzern am Freitagmorgen mit. Das 3,7-Millionen-Franken-Projekt soll in Etappen jeweils von Frühling bis Herbst 2018 und 2019 ausgeführt werden.

Die Trottoirs werden aufgehoben, und so entsteht eine Flaniermeile vom Schwanenplatz über den Grendel und Falkenplatz bis hin zum Löwengraben. Als gestalterisches Element werden ein Granitband eingelassen und sechs Sitzbänke ohne Lehne montiert. Der Brunnen auf dem Falkenplatz aus dem Jahr 1898 bleibt in seiner heutigen Gestaltung erhalten. Dazu der städtische Projektleiter Daniel Nussbaumer: «Anfänglich wollten wir die jetzigen Sitzgelegenheiten links und rechts vom Brunnen ersetzen. Doch diese bleiben und werden mit zwei Bänken ergänzt. Ebenso bleiben alle drei Abfallkübel.»

CVP-Grossstadtrat Albert Schwarzenbach, langjähriger Präsident der IG Löwengraben, ist hoch erfreut über den Baustart: «Seit 2003 kämpfen wir für das Projekt und haben dazu fünf politische Vorstösse eingereicht, drei Stadträte haben sich damit befasst und jetzt geht es endlich los. Man glaubt es kaum.»

Chronologie einer Flaniermeile

Im Jahr 1992 beschloss der damalige Luzerner Stadtrat eine Fussgängerzone vom Schwanenplatz über den Grendel und Löwengraben bis zur Spreuerbrücke. Doch nur schon, bis das Verkehrskonzept umgesetzt wurde, zogen Jahre ins Land. Beschwerden verzögerten das Projekt. Erst neun Jahre später kam es zur Umsetzung, und der Grendel wurde ab 2001 autofrei.

Der nächste Projektstopp erfolgte dann im Mai 2003. Mit einer knappen Mehrheit von rund 700 Stimmen wurde an einer Volksabstimmung die Grendel-Neugestaltung gekippt. 48 Prozent der Stimmberechtigten waren bei einer Stimmbeteiligung von 54,13 Prozent für das Projekt. Der damalige Baudirektor Kurt Bieder ortete gleich mehrere Gründe für die knappe Ablehnung. Das Projekt sei mit 2,6 Millionen Franken zu teuer, vielleicht müsste die Neugestaltung in Etappen geplant werden. Oder die Strasse werde nicht verändert und nur die Infrastruktur verbessert. Denn eines zeigte die Abstimmung: Die Notwendigkeit einer Sanierung beziehungsweise einer Aufwertung für diesen Strassenabschnitt bestreiten die wenigsten.

Die Ablehnung sorgte dann bei diversen Geschäftsleuten auch für Visionen. Im Februar 2007 wurde mittels Motion vom Stadtrat ein neuer Anlauf gefordert. Im gleichen Jahr kam die Idee eines «Walk of Watches» am Grendel auf. Auf einem halben Quadratmeter sollten sogenannte Strassen-Schaufenster eingelassen werden. Darin wären dann berühmte Markenuhren versenkt und mit Glas bedeckt worden. «Ein Blickfang, eine Touristenattraktion», schwärmte damals Robert Casagrande, Inhaber der gleichnamigen Souvenir-Geschäfte und Präsident der IG Grendel.

Im Januar 2009 kam es dann nach weiteren politischen Vorstössen zu einer «Kick-off-Veranstaltung». Es wurden Ideen und Möglichkeiten der Neugestaltung diskutiert. Es sollte vorwärts gehen. Vor allem sollten die drei zusammenhängenden Strassen Grendel, Grabenstrasse und Löwengraben als Ganzes betrachtet werden. Mit am Tisch waren der Quartierverein Altstadt, die IG Löwengraben, die IG «Walk of Watches», die City-Vereinigung, Pro Velo und diverse Liegenschaftsbesitzer und Gewerbler. Der Plan war, nach der Verlegung der neuen Leitungen, im Jahr 2010 den Grendel und ein Jahr später den Löwengraben umzugestalten.

Mit dem Ideenwettbewerb «Neuzeit im Grendel» erhielt das Vorhaben einen Extraschwung. Gewonnen hatten ihn vier Architekturstudenten mit «Topographie der Zeit». Doch es blieb bei der Idee. Denn die Stadt brach die «Übungsanlage» aus finanziellen Gründen ab und dies, obwohl damals CVP-Grossstadtrat Albert Schwarzenbach von einer «mehrheitsfähigen Lösung» sprach. Der Frust sass tief. Nach fünf weiteren Jahren liegt jetzt das eingangs erwähnte Projekt vor. Im März 2016 stimmten 32 Grossstadträte dem 3,7-Millionen-Franken Projekt zu.

Hinweis: Detaillierte Infos zum Projekt sind unter: www.grendel.stadtluzern.ch

Falkenplatz (nachher - vorher)

Grabenstrasse (nachher - vorher)

Grendel (nachher-vorher)

Löwengraben (nachher-vorher)

Der «Walk of Watches» – Granitplatten mit eingelassenen Uhrenlogos- blieb eine Vision. (Bild: Visualisierung)

Der «Walk of Watches» – Granitplatten mit eingelassenen Uhrenlogos- blieb eine Vision. (Bild: Visualisierung)

So sollte der Falkenplatz mit dem Siegerprojekt «Topographie der Zeit» aussehen. (Bild: Computerbild vom Siegerprojekt)

So sollte der Falkenplatz mit dem Siegerprojekt «Topographie der Zeit» aussehen. (Bild: Computerbild vom Siegerprojekt)

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