Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

STADT LUZERN: Jetzt werden die Standplätze ausgeschrieben

Standbetreiber müssen sich neu in einem offenen Wettbewerb durchsetzen, wenn sie ihre Produkte in Luzern verkaufen wollen. Die regionale Verankerung soll bestehen bleiben – dennoch könnten Bisherige das Nachsehen haben.
Anna Moos am Wochenmarkt mit frischem Gemüse vom Biohof Widacher in Malters. (Bild: Roger Grütter (Luzern 24. Januar 2017))

Anna Moos am Wochenmarkt mit frischem Gemüse vom Biohof Widacher in Malters. (Bild: Roger Grütter (Luzern 24. Januar 2017))

Ab 29. Mai schreibt die Stadt Luzern die Standplätze am Luzerner Wochenmarkt erstmals öffentlich aus. Alle Interessierten haben danach bis Ende August Zeit, sich für einen der Standplätze zu bewerben. Das teilte die Stadt Luzern gestern mit. Die neue Vergabepraxis ist aufgrund eines Bundesgerichtsurteils 2012 nötig geworden. Eine Marktfahrerin hatte Beschwerde eingereicht, weil sie sich durch die bisherige Vergabepraxis benachteiligt fühlte. Alle Interessenten für einen Standplatz müssten gleich lange Spiesse haben – unabhängig davon, ob sie schon seit Jahrzehnten am Wochenmarkt seien oder ob es sich um «Neulinge» handle, urteilte das Bundesgericht.

Bislang erteilte die Stadt Luzern für die rund 80 Plätze auf dem dienstags und samstags stattfindenden Wochenmarkt Jahresbewilligungen. Wer bereits eine Bewilligung hatte, erhielt sie in der Regel für das folgende Jahr erneut. «Das hat zwar den Charakter des beliebten Marktes garantiert», so der Stadtrat. «Neue Interessierte hatten es jedoch schwer, einen der begehrten Standplätze zu erhalten.»

«Bewährte Eigenschaften» sollen beibehalten werden

Künftig werden alle Bewerbungen von bisherigen Standbetreibenden wie auch von neuen Interessierten «aufgrund derselben, im Voraus festgelegten Kriterien bewertet», sagt Stadtrat Adrian Borgula. Die Standplätze gehen «an diejenigen, welche die Kriterien am besten erfüllen». Sortiment, Herstellung und Verarbeitung, Verkauf und Vertrieb der Produkte sowie Logistik am Wochenmarkt sind die entscheidenden Kriterien. «Bei deren Erarbeitung legte die Stadt viel Wert darauf, dass bisher bewährte Eigenschaften des Wochenmarktes, etwa die regionale und saisonale Produktion und Verarbeitung, gebührend berücksichtigt werden», so Borgula. Einbezogen würden auch die via Umfrage erhobenen Bedürfnisse von Kunden, die mit dem Markt «sehr zufrieden» seien.

«Ein attraktiver Produktemix mit Berücksichtigung der regionalen Ausrichtung, die Angebotsqualität und die Kundennähe bleiben gewährleistet», versichert Borgula. Zudem soll die Mehrheit der Standbetreiber «weiterhin Produzenten und Verarbeiter und nicht reine Händler sein». Klar sei aber auch: «Können sich entsprechend qualifizierte neue Bewerber im Auswahlverfahren durchsetzen, sind ab 2019 Veränderungen am Markt möglich.» Der Stadtrat sehe dies auch als Chance, dass sich der Wochenmarkt im Rahmen eines fairen Verfahrens weiterentwickeln könne.

Voraussichtlich bis Ende Januar 2018 werden die Interessenten über die Entscheide informiert. Wer den Zuschlag erhält, kann seine Produkte ab 1. Januar 2019 am Wochenmarkt anbieten – für mindestens fünf Jahre. Dann findet die nächste Ausschreibung statt. Zuständig für die Vergabe der Standplätze ist die Stadt, konkret die Dienstabteilung Stadtraum und Veranstaltungen. Eine von der Stadt ins Leben gerufene Kommission mit Vertretern der Marktbetreiber, des Gewerbes und der Quartiere begleitet das Projekt beratend.

Bisherige Standbetreiber bleiben skeptisch

Die neue Vergabepraxis wurde schon im Vorfeld kritisiert – vor allem von langjährigen Standplatzbesitzern. Deren Skepsis bleibt. «Die Qualität des Luzerner Wochenmarktes steht und fällt mit jenen regionalen Standbetreibern, die sich über die Jahre hinweg einen treuen Kundenstamm aufgebaut haben; und deren Motivation, sich weiter zu engagieren, droht mit der neuen Vergabepraxis zu sinken», sagt Edy Spielhofer, bis vor kurzem Präsident der IG Luzerner Wochenmarkt. Zudem sei der Aufwand bei der neuen Vergabepraxis viel zu gross. «Wenn es herauskommt wie beim neuen Taxireglement, ist es schlecht. Dann sind Beschwerden so sicher wie das Amen in der Kirche.»

Die Ausschreibung läuft vom 30. Mai 2017 bis 31. August. Die Unterlagen sind ab dem 30. Mai auf der Webseite der Stadt (www.stadtluzern.ch/wochenmarktausschreibung) zu finden. Voraussichtlich bis Ende Januar 2018 sollen die Interessenten über die Zuschlags- respektive Absageentscheide informiert werden.

Hugo Bischof
hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Infoveranstaltung

An einem Marktstand Interessierte können sich im Vorfeld der Ausschreibung über das Verfahren informieren. Dazu organisiert die Stadt Luzern am Montag, 29. Mai von 19.30 bis 21.00 Uhr eine Infoveranstaltung. Ortist der Marianische Saal, Bahnhofstrasse 18, Luzern. Eine Anmeldung ist erforderlich via : info.stav@stadtluzern.ch oder 041 208 78 53. Anmeldefrist ist der 19. Mai 2017.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.