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Stadt Luzern: Kommt die «Tourismus-Zone light»?

Der Luzerner Stadtrat will im Rahmen eines Pilotversuchs die Ladenöffnungszeiten in der Innenstadt ausdehnen. Er nimmt den Kritikern nun den Wind aus den Segeln.
Robert Knobel
Die Weggisgasse in der Luzerner Altstadt. Hier will der Stadtrat längere Tourismus-Öffnungszeiten einführen. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 22. Oktober 2018))

Die Weggisgasse in der Luzerner Altstadt. Hier will der Stadtrat längere Tourismus-Öffnungszeiten einführen. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 22. Oktober 2018))

Wie soll die geplante «Tourismus-Zone» konkret aussehen? Dies war das Thema eines Workshops des Luzerner Stadtrats, an dem 15 Interessenvertreter (Wirtschaftsverbände, Quartiervereine, Geschäfte etc.) teilgenommen haben. Eine zentrale Frage ist dabei die genaue Ausdehnung der Zone, innerhalb derer längere Ladenöffnungszeiten erlaubt wären. «Der Grundtenor ist ‹lieber grösser als kleiner›», sagt die städtische Finanzdirektorin Franziska Bitzi (CVP), die zum Workshop einlud. Konkret sei von einer Mehrheit der Wunsch geäussert worden, die Tourismus-Zone nicht nur auf die Altstadt zu beschränken, sondern auch Teile der Neustadt mit einzubeziehen.

Sonntagsverkauf ist wohl vom Tisch

Um eine wichtige Erkenntnis reicher ist man auch bei der Frage, wie lange die Läden innerhalb dieser Zone geöffnet sein dürfen. Die Tourismus-Klausel im kantonalen Ladenschlussgesetz ist hier extrem liberal: Werktags dürfen die Läden maximal bis 22.30 Uhr offen haben, sonntags bis 20 Uhr. Genau dies hatte aber den Zorn des Detaillistenverbands (DVL) und der Gewerkschaften auf sich gezogen. Sie sehen darin eine Totalliberalisierung der Öffnungszeiten durch die Hintertür. Nun nimmt der Stadtrat zu diesem Vorwurf Stellung. Franziska Bitzi stellt klar: «Wir wollten nie die maximalen Öffnungszeiten ausnützen, sondern lediglich auf die konkreten Bedürfnisse einer urbanen Bevölkerung reagieren.» Dies lässt darauf schliessen, dass innerhalb der künftigen Tourismus-Zone wohl nicht die regulären touristischen Öffnungszeiten gelten werden, sondern lediglich leicht längere als heute. «Das grösste Bedürfnis wäre, samstags ein bis zwei Stunden länger offen zu haben», sagt dazu Franziska Bitzi. Dass kaum ein Geschäft tatsächlich bis 22.30 Uhr oder sogar sonntags offen halten möchte, hat auch eine Umfrage unserer Zeitung gezeigt.

«Wir wollten nie die maximalen Öffnungszeiten ausnützen, sondern lediglich auf die konkreten Bedürfnisse einer urbanen Bevölkerung reagieren.»

Franziska Bitzi, Stadträtin

Franziska Bitzi betont zudem, dass auch künftig jedes Geschäft innerhalb des gesetzlichen Rahmens selber über die Öffnungszeiten entscheiden kann. Einen Zwang zu längeren Öffnungszeiten gebe es nicht.Über die Details der Tourismus-Zone sowie über die definitive Einführung wird der Stadtrat in den nächsten Monaten entscheiden.

Verbände bieten Deal an: Längerer Samstag gegen weniger Abendverkauf

Um den Workshop des Stadtrats ist in den letzten Tagen einiger Wirbel entstanden. Der Luzerner Detaillistenverband (DVL), die Gewerkschaften und der Quartierverein Hochwacht haben den Anlass boykottiert, weil sie die geplante Tourismus-Zone grundsätzlich ablehnen. Der Detaillistenverband sowie der Luzerner Gewerkschaftsbund und die Gewerkschaft Unia gelangen nun aber mit einem neuen Vorschlag an die Öffentlichkeit. Sie bieten Hand für eine Stunde länger Einkaufen am Samstag bis 17 Uhr – und dies nicht nur in der Luzerner Altstadt, sondern kantonsweit. Im Gegenzug soll einer der beiden Abendverkäufe abgeschafft werden. Allerdings bedeutet dies nicht etwa eine Ausdehnung der Öffnungszeiten, sondern im Gegenteil sogar eine Verkürzung um insgesamt 1,5 Stunden pro Woche.

«Die rote Linie am Samstag bleibt bei 17 Uhr»

DVL und Gewerkschaften wären aber bereit, auch über die regulären Ladenschlusszeiten an Werktagen zu diskutieren, wenn dafür zusätzlich der zweite Abendverkauf gestrichen würde. «Die rote Linie am Samstag bleibt aber bei 17 Uhr, denn Ladenschluss bedeutet noch lange nicht Feierabend», schreiben die Verbände in einer Mitteilung. Ihren Vorschlag haben sie bereits beim kantonalen Justizdepartement deponiert. Eine entsprechende Änderung des Ladenschlussgesetzes müsste der Kantonsrat beschliessen. Dort ist aber auch noch eine Motion der FDP hängig, die fordert, dass die Ladenschlusszeiten künftig kommunal geregelt werden (wir berichteten).

Leserbriefe zum Thema Ladenöffnungszeiten:

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