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STADT LUZERN: Metro-Initianten hoffen auf Kehrtwende

Die Initianten der Metro sagen, ihr Projekt habe weiterhin finanzkräftige Investoren hinter sich. Bevor diese aber den Geld­beutel öffnen, müsse die Politik ein Zeichen setzen.
So könnte das Parkhaus Reussegg im Gebiet Ibach aussehen. Dieses soll durch eine Metro mit dem Stadtzentrum verbunden werden. Visualisierung PD

So könnte das Parkhaus Reussegg im Gebiet Ibach aussehen. Dieses soll durch eine Metro mit dem Stadtzentrum verbunden werden. Visualisierung PD

Robert Knobel

Die Metro Luzern Holding AG steht in einem Konkursverfahren. Da stellt sich die Frage, wie es mit dem Megaprojekt Metro weitergeht. Zur Erinnerung: Die Metro Luzern AG hat zum Ziel, die Luzerner Innenstadt durch eine unterirdische Schnellbahn vom Verkehr zu entlasten. Konkret soll die Metro von einem neuen Parkhaus im Gebiet Reussegg zum Schwanenplatz führen. Besucher der Innenstadt könnten ihr Fahrzeug im Parkhaus nahe der Autobahn parkieren und mit der Metro bequem ins Zentrum gelangen. Das neue Parkhaus soll rund 3500 Parkplätze für Autos und Cars umfassen.

Vorarbeiten kosteten 1 Million

Nun droht der Metro AG also der Konkurs. Die Firma gehört dem Ruswiler Unternehmer Franz Zihlmann als Alleinaktionär. Er hat vor rund einem Jahr seine bisherige Immobilienfirma in Metro Luzern umbenannt mit dem Ziel, damit grosse Verkehrsinfrastrukturprojekte zu planen und zu realisieren. Da die Metro AG Zihlmann allein gehört, hatten die übrigen Initianten des Metro-Projekts kaum Einsicht in die finanziellen Belange. Kommt es zum Konkurs, werden die Initianten ohne den bisherigen Hauptgeldgeber des Projekts dastehen.

Franz Zihlmann war für unsere Zeitung nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Gemäss Schätzungen hat der Unternehmer aber bereits rund 1 Million Franken in die Vorarbeiten des Projekts Metro investiert. Dazu gehört insbesondere eine Machbarkeitsstudie. «Auf Drängen der Stadt wurde die Studie sogar noch erweitert, was die Sache entsprechend teurer machte», sagt Marcel Sigrist, Projektleiter der Metro.

Ärger über Stadtbehörden

Sigrists Ärger gilt denn auch den Stadtbehörden, die nie an das Projekt Metro geglaubt hätten. Der Stadtrat hat bekanntlich entschieden, sich für das Konkurrenzprojekt, das Parkhaus Musegg, einzusetzen. Die fehlende politische Unterstützung ist gemäss Sigrist momentan das Hauptproblem. Trotz drohendem Konkurs der Metro Holding gebe es nach wie vor potente Geldgeber, die den Bau einer Metro gerne finanzieren würden. «Die Investoren stehen hinter dem Projekt. Aber sie wollen nicht gegen eine Behörde ankämpfen, die das Projekt ablehnt», sagt Marcel Sigrist.

Anders gesagt: Die Investoren wollen kein Geld in die Hand nehmen, solange der politische Support für das Metro-Projekt nicht vorhanden ist. Doch wird sich dies jemals ändern – zumal sich der Stadtrat klar für das Parkhaus Musegg und gegen die Metro ausgesprochen hat? «Zurzeit gibt es nichts anderes als abzuwarten», sagt Marcel Sigrist. Früher oder später, glaubt Sigrist, werde sich das Parkhaus Musegg als nicht machbar erweisen – etwa weil der Widerstand im betroffenen Quartier zu gross ist. «Dann wird der Stadtrat erneut über die Bücher müssen.» Und dann, so Sigrists Überzeugung, werde die Stunde der Metro-Initianten schlagen. Die Investoren hätten denn auch Geduld signalisiert.

«Wir werden nicht angehört»

Die Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass eine Metro grundsätzlich machbar wäre. Die Baukosten belaufen sich auf rund 400 Millionen Franken. Als Nächstes steht nun die Ausarbeitung eines Vorprojekts an, das laut Sigrist 2 bis 3 Millionen Franken kosten wird. Aber auch hier ist man auf die Hilfe der Investoren angewiesen, die ihrerseits erst aktiv werden wollen, wenn das politische Umfeld ändert. «Es fehlt dem Stadtrat an einer visionären Haltung», beklagt sich Marcel Sigrist. Die Behörden hätten sich auf das Projekt Musegg versteift, «während wir nicht einmal angehört werden».

Die beiden Projekte Parkhaus Musegg und Metro Schwanenplatz buhlen seit 2013 darum, die Verkehrsprobleme in der Innenstadt zu lösen. Die Initianten des 150 Millionen Franken teuren Parkhauses Musegg haben die Unterstützung des Stadtrats sowie der Uhrenfirma Bucherer auf sicher. Letztere engagiert sich mit 500 000 Franken an den Projektierungskosten. Die Metro-Initianten haben derweil prominente Namen im Beirat. Darunter Patric Graber, Präsident von Luzern Hotels, SVP-Nationalrat Felix Müri und Alexander Gonzalez, Präsident des städtischen Wirtschaftsverbands.

Sympathisanten fordern Klarheit

Gonzalez ist im Beirat, «weil wir für die Verkehrsprobleme eine Lösung brauchen», wie er sagt. Das Bekenntnis zur Metro sei aber keinesfalls als Ablehnung des Konkurrenzprojekts Musegg zu verstehen. «Ich versuche, beide Projekte weiterhin zu unterstützen. Meine grösste Sorge ist, dass am Schluss beide Projekte begraben werden – finanziell und politisch.» In Sachen Metro fordert Gonzalez nun aber mehr Klarheit. Es brauche konkrete Informationen, was die Realisierbarkeit und mögliche Investoren betrifft. Davon wolle er seinen Verbleib im Beirat abhängig machen.

Auch Robert Casagrande, Geschäftsführer des gleichnamigen Souvenirgeschäfts am Grendel, ist im Metro-Beirat vertreten. Er räumt zwar ein, dass im Musegg-Projekt im Moment mehr Zug drin ist. «Ich persönlich finde das Projekt Metro aber sehr gut», sagt Casagrande. Dies insbesondere deshalb, weil eine Metro später noch erweiterbar wäre Richtung Bahnhof oder andere Stadtteile.

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