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STADT LUZERN: Museum sucht Weg aus Sackgasse

Das Natur-Museum wird vom Kanton seit Jahren stiefmütterlich behandelt. Kann die Zusammenarbeit mit dem Gletschergarten die Wende bringen?
Robert Knobel
Der Kasernenplatz mit dem Natur-Museum (vorne links) und dem angrenzenden Historischen Museum. Bild: Roger Grütter (Luzern, 21. Februar 2017)

Der Kasernenplatz mit dem Natur-Museum (vorne links) und dem angrenzenden Historischen Museum. Bild: Roger Grütter (Luzern, 21. Februar 2017)

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Die Luzerner Regierung will Kooperationen zwischen dem Natur-Museum und dem Gletschergarten prüfen (Ausgabe vom 18. Februar). Dies hat den grünen Kantonsrat Michael Töngi zu einer Dringlichen Anfrage veranlasst. Er will wissen, wie es mit den beiden Museen weitergeht. Die Frage lässt sich noch nicht beantworten: «Wir stehen momentan noch am Anfang dieser Prüfung», sagt Karin Pauleweit, Leiterin der kantonalen Dienststelle Hochschulbildung und Kultur.

Im Extremfall könnte der Kanton sein Natur-Museum an den privaten Gletschergarten auslagern, verbunden mit einem Leistungsauftrag. Wie viel Geld der Kanton dafür aufwenden würde, ist ebenso offen wie die Zukunft des Museumsgebäudes am Kasernenplatz. An diesem Gebäude manifestiert sich, wie schwer sich der Kanton mit seinem Natur-Museum tut. Seit dem Neubau 1978 wurde das Museum nie saniert – der Zustand des Gebäudes verschlechtert sich laufend. Auch die Dauerausstellung aus den frühen 80er-Jahren ist veraltet und entspricht in keiner Weise den Kriterien eines zeitgemässen Museums – die handgestrickten Tonbildschauen und flimmernden Bildschirme sind selbst fast museumsreif.

Eine Erneuerung wurde im Jahr 2000 beschlossen, zusammen mit der Totalsanierung des benachbarten Historischen Museums. Letzteres konnte 2003 die sanierten Räumlichkeiten inklusive erneuerter Ausstellung einweihen. Das neue Natur-­Museum hätte dann 2005 eröffnet werden sollen. Doch anstelle einer Neueröffnung gab es 2005 einen Regierungsratsbeschluss, die Schliessung des Museums zu prüfen. So weit kam es zwar nicht, aber die Sanierung liess weiter auf sich warten.

Erst im Herbst 2016 signalisierte der Regierungsrat, dass er das 12 Millionen Franken teure Sanierungsprojekt nun starten will. Mit den neusten Plänen ist das Projekt aber erneut sistiert. Dies, obwohl für die Planung der Sanierung bereits 750000 Franken ausgegeben wurden.

Historisches Museum behält die Oberhand

Eine Strategie für die Zukunft des Natur-Museums hat der Kanton also noch nicht. Erschwerend für das Museum kommt hinzu, dass in der Vergangenheit Entscheide getroffen wurden, die seine Position schwächten. So wurde 2013 die Führungsstruktur für die beiden kantonalen Museen (Natur-Museum und Historisches Museum) neu organisiert. Waren die beiden Museen bisher als gleichberechtigte Partner direkt der Dienststelle Hochschulbildung und Kultur unterstellt, steht der Direktor des Historischen Museums nun auch der Direktion des Natur-Museums vor. Das Natur-Museum hat damit im Gegensatz zum Historischen Museum den direkten Draht zu den Entscheidungsträgern beim Kanton verloren. Dies, obwohl das Natur-Museum publikumsmässig deutlich erfolgreicher ist: 2016 zählte es 54000 Eintritte und war damit das drittgrösste Museum der Stadt Luzern. Das Historische Museum zählte 42000 Eintritte. Beide erhalten vom Kanton jährlich je 2 Millionen Franken, was den grössten Teil ihrer Budgets ausmacht. Den Gletschergarten unterstützte der Kanton bisher mit einmaligen Investitionsbeiträgen. Zuletzt wurde ein 3-Millionen-Beitrag für das Ausbauprojekt «Fels» beschlossen. Mit einer Kooperation könnte der Kanton seine Unterstützung künftig auf eine feste Basis stellen – etwa in Form einer Leistungsvereinbarung, bei der ein Teil des bisherigen Aufwands für das Natur-Museum an den Gletschergarten ginge.

Doch weshalb wird nur für das Natur-Museum eine Kooperationslösung geprüft und nicht für das Historische? Karin Pauleweit begründet dies mit den ohnehin anstehenden baulichen und inhaltlichen Veränderungen: Bevor man über das 12-Millionen-Sanierungsprojekt definitiv entscheide, wolle man alternative – und günstigere – Möglichkeiten zumindest prüfen.

Eine Auslagerung oder «Teilprivatisierung» könnte für das Natur-Museum aber auch eine Chance sein. Beispiele wie das Luzerner Sinfonieorchester zeigen, dass Institutionen flexibler agieren können, wenn sie aus der kantonalen Verwaltung herausgelöst werden. Sie können eher Sponsorengelder generieren und ihr Angebot unabhängiger gestalten. Dass dies auch bei Museen funktioniert, zeigt das Beispiel des Natur-Museums St. Gallen. Dieses wird zwar vom Kanton finanziert, ist organisatorisch aber eigenständig. Kürzlich eröffnete das Museum einen Neubau, bei dem Private 13 Millionen Franken beisteuerten.

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