Stadt Luzern: Neubau im Klostergarten Wesemlin erhält vom Bundesgericht grünes Licht

Das Bundesgericht hat die Beschwerde gegen das Projekt «Francesco» im Klostergarten Wesemlin in der Stadt Luzern abgewiesen. Damit steht dem Vorhaben nun nichts mehr im Weg.

Sandra Peter
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So soll das sechsstöckige Haus im Garten des Klosters Wesemlin dereinst aussehen.

So soll das sechsstöckige Haus im Garten des Klosters Wesemlin dereinst aussehen.

Visualisierung: Marques Architekten

Das Bundesgericht stützt das Neubau-Projekt «Francesco» des Kapuzinerklosters Wesemlin in Luzern. Es hat, wie bereits im Januar 2019 das Kantonsgericht Luzern (wir berichteten), die Beschwerde vollumfänglich abgewiesen, wie das Kapuzinerkloster am Donnerstag mitteilte. «Das ist eine grosse Erleichterung für uns», sagt Bruder Damian Keller, Präsident des Stiftungsrats und Guardian Kloster Wesemlin Luzern. «Nach dem langen Warten auf den definitiven Bescheid freuen wir uns, das Projekt endlich realisieren zu können. Wir sind nach wie vor überzeugt davon.»

Geplant ist ein sechsstöckiges Wohnhaus mit 30 Wohnungen im Garten des Klosters. Mit den erwarteten Mieteinnahmen wollen die Kapuziner den Betrieb und Erhalt der Klosteranlage sichern. Nachdem die Stadt 2017 die Baubewilligung erteilt hatte, reichten zwei Anwohner, die Stiftung Archicultura für Orts- und Landschaftsbildpflege und die Firma AC&P Immobilien AG mit Sitz in Luzern, Beschwerde gegen das Vorhaben ein (wir berichteten). Sie zogen damit bis vor Bundesgericht. Die Beschwerdeführer beanstandeten unter anderem, dass das Projekt nicht mit dem Denkmalschutz vereinbar sei. Die Einwände wies nun auch die oberste Instanz ab.

Im Sommer will das Kapuzinerkloster zusammen mit dem Architekten und Baumanager das Projekt vorantreiben. Den gesamten Apparat wieder hochzufahren, werde aber einige Monate dauern, so Keller. «Wir gehen davon aus, dass die zunächst anstehenden Abbrucharbeiten im nächsten Jahr starten. Wenn alles nach Plan verläuft, sind erste Wohnungen im Spätherbst 2022 bezugsbereit», schätzt der Guardian der Kapuziner.

Beim Projekt handelt es sich um einen Holzbau, entworfen vom Luzerner Büro Marques Architekten. Die Investitionskosten liegen gemäss einer früheren Aussage von Urs L. Steger, Präsident der Baukommission Francesco, im «zweistelligen Millionenbereich». Ursprünglich hätten die Bauarbeiten im Frühjahr 2017 beginnen sollen.

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