STADT LUZERN: Neue Gesichter prägen Luzerner Beizen

Es tut sich was in Luzerns Gastro­szene. Zahlreiche Lokale eröffnen neu oder haben ein neues Konzept. Und an die Reuss zieht ein Gault-Millau-Spitzenkoch.

Sandra Monika Ziegler
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Restaurant Reussfähre: Raphael und Marie-Louise Tuor vom Gasthaus Adler in Nebikon (17 Gault-Millau-Punkte) übernehmen ab 1. Mai das Traditionslokal Reussbad (Brüggligasse 19). Damit erfüllen sie sich einen lange gehegten Traum. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Restaurant Reussfähre: Raphael und Marie-Louise Tuor vom Gasthaus Adler in Nebikon (17 Gault-Millau-Punkte) übernehmen ab 1. Mai das Traditionslokal Reussbad (Brüggligasse 19). Damit erfüllen sie sich einen lange gehegten Traum. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Pächterwechsel können massiv Staub aufwirbeln. Besonders, wenn es sich dabei um traditionelle, geschichtsträchtige Lokalitäten handelt. Dazu gehört auch das Restaurant Reussbad «Las Torres» an der Brüggligasse 19. Nach 14 Jahren müssen Peter und Madeleine Schmidt-Bettex Ende Januar das Traditionshaus verlassen. Eine gewünschte Vertragsverlängerung wurde ihnen nicht gewährt. Eigentümerin der Liegenschaft ist die Stadt Luzern.

Kreativität statt Gault Millau

Ab dem 1. Mai wird im Reussbad der Sternekoch Raphael Tuor vom Gasthaus Adler in Nebikon zusammen mit seiner Frau Marie-Louise wirten. Den Michelin-Stern sowie die aktuell 17 Gault-Millau-Punkte können sie allerdings nicht mitnehmen. «Zurück an den Anfang, wir nehmen unsere Kreativität mit», sagt Tuor schmunzelnd. Denn mit dem «Reussbad» erfüllen sie sich einen lang gehegten Traum. Seine Kochkarriere startete Raphael Tuor vor 32 Jahren im Restaurant Rössli in Adligenswil. Die Tuors waren seither immer als Duo unterwegs.

 Drei Könige 
Ab Frühjahr soll die Quartierbeiz an der Kreuzung
Bruch-/Klosterstrasse wieder öffnen. Geschäftsführer Manuel
Berger will mit Schweizer Küche mit mediterranem Flair und
einer Treffpunkt-Bar punkten. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
9 Bilder
Meyer
Mit Qualitätsküche und regionalen Produkten beim Mittagsmenü
möchte Dominik Meyer seine Gäste zum Bundesplatz
locken. Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 8 bis 0.30 Uhr. Ab
17 Uhr darf geraucht werden, abends gibts Live-Events. (Bild: PD)
Piccolino
Die Café-Bar an der Klosterstrasse 12 (ehemals «Meridiani
») bietet mit Selbstbedienung diverse Snacks, Kaffee und
ein erlesenes Weinangebot. Edda Steinmann wirtet dort seit
Oktober. Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 7.30 bis 0.30 Uhr. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Metzgerhalle
Im Frühjahr steht im Lokal an der Baselstrasse 1
ein Pächterwechsel bevor. Victor Redonda gibt das Zepter nach
zehn Jahren ab. Wer kommt, ist noch unklar. Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag jeweils ab 16 Uhr. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
La Vie en rose
Die Confiserie Bachmann eröffnet in ihrer ehemaligen
Filiale an der Pilatusstrasse im Februar/März ein «Lifestyle-
Café». Dabei setzt sie gemäss eigenen Angaben auf guten
Kaffee und «Wohnstube-Atmosphäre». (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Houdini
Anouschka Barrus und Sandro Hodel setzen auf regionale
Produkte, gute Küche und Gemütlichkeit in der Winkelriedstrasse
64. Öffnungszeiten: Mo–Mi 8–22 Uhr; Do–Sa
8–24 Uhr. Ab 17 Uhr ist es ein Raucherlokal. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Restaurant Reussfähre
Die «Reussfähre» an der Sentimattstrasse 14 wurde sanft
renoviert. Neue Gastgeber sind Paolo Toniolatti (links) und
Hans Gertsch. Die beiden setzen auf Schweizer Küche.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10–00.30 Uhr. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Restaurant Reussbad
Raphael und Marie-Louise Tuor vom Gasthaus Adler in Nebikon
(17 Gault-Millau-Punkte) übernehmen ab 1. Mai das
Traditionslokal Reussbad (Brüggligasse 19). Damit erfüllen sie
sich einen lange gehegten Traum. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Restaurant Mill'Feuille
Nadine Sarg und Pascal Wirz wirten seit Anfang Dezember
am Mühlenplatz (Ex-Café Hug). Mit grosser Auswahl an kleinen
Gerichten will das Mill’Feuille die Luzerner anlocken.
Täglich 8–0.30 Uhr geöffnet. (Bild: Philipp Schmidli)

Drei Könige

Ab Frühjahr soll die Quartierbeiz an der Kreuzung Bruch-/Klosterstrasse wieder öffnen. Geschäftsführer Manuel Berger will mit Schweizer Küche mit mediterranem Flair und einer Treffpunkt-Bar punkten.

(Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Wehmut im Bruchquartier

Ebenfalls keinen reibungslosen Wechsel erlebte Edda Steinmann. Sie übernahm das Café Meridiani, nachdem der Hauseigentümer den Betreibern den Vertrag nach 15 Jahren nicht verlängert hatte. Mit einer viel beachteten Kulturwoche und wehmütigen Kommentaren auf Facebook nahmen die Luzerner Abschied vom «Meridiani». Seit Anfang Oktober führt die gelernte Köchin und Gastrofachfrau Edda Steinmann nun das Lokal unter dem neuen Namen «Piccolino». Der Start war nicht einfach für Steinmann. «Den Wechsel konnten viele nicht verstehen. Von den ehemaligen Gäste kommen einige, doch noch nicht alle», sagt sie.

Einen Neuanfang gab es auch am Mühlenplatz 6. Das langjährige Café Hug schloss im Sommer seine Tore. Seit Anfang Dezember ist dort nun das Mill’Feuille eingemietet. Pascal Wirz und Nadine Sarg empfangen die Gäste täglich ab 8 Uhr. Kleine Gerichte, gepflegte Kaffeekultur und ein breites Zeitungsangebot sind die Merkmale des neuen «Mill’Feuille». Die Innenausstattung wurde mit edlen Materialien nach dem Konzept von Samuel Vörös erstellt. Vörös machte sich in der Luzerner Gastroszene als Chef der Tavolago AG einen Namen. Er wirtet aktuell im «Bodu» am Kornmarkt.

«Ich bin ein klassischer Wirt»

Ebenfalls kein Unbekannter ist Hans Gertsch von der «Reussfähre». Ihn kennen einige noch vom «Weissen Schloss» her. Gertsch führt das Lokal zusammen mit Paolo Toniolatti. «Wir sind ein eingespieltes Team, und ich bin ein klassischer Wirt», sagt Gertsch, der Wert darauf legt, nie in der Systemgastronomie gearbeitet zu haben. Seine Gäste sind bunt gemischt, serviert wird Schweizer Küche aus Frischprodukten.

Die Schweiz ist hoch im Kurs

Das Restaurant Drei Könige an der Bruchstrasse 35 ist seit einigen Wochen geschlossen. Ab Frühjahr werden die vier Gesellschafter Manuel Kaufmann, Stefan Kaufmann, Philipp Rühle und Manuel Berger dort neu eröffnen. Manuel Berger wirkt als Geschäftsführer. Zusammen mit seinem Team vertritt Berger eine authentische, schweizerische Küche. Für den Sonntag, so viel ist gewiss, wird nicht nur Brunch, sondern auch Braten geboten. Die Schweiz ist auch in anderen neuen Lokalen der Stadt hoch im Kurs. Sowohl das «Houdini» in der Neustadt als auch das «Meyer» am Bundesplatz setzen voll auf regionale Produkte. Dominik Meyer vom «Meyer» am Bundesplatz sagt: «Wir boykottieren jegliche Grosskonzerne und bieten, wenn immer möglich, lokale und regionale Produkte an.»

Auch das «Houdini» – es hat dort neu eröffnet, wo das «Meyer» früher war – setzt ganz auf regionale Produkte. Das «Houdini» richtet sich vor allem an eine etwas alternative Kundschaft. «Dabei profitieren wir von einer Stammkundschaft, die schon beim ehemaligen ‹Meyer› ins Lokal kam», sagt Wirt Sandro Hodel.

Sandra Monika Ziegler, Mitarbeit Raphael Gutzwiller

Restaurant Mill'Feuile: Nadine Sarg und Pascal Wirz wirten seit Anfang Dezember am Mühlenplatz (Ex-Café Hug). Mit grosser Auswahl an kleinen Gerichten will das Mill'Feuille die Luzerner anlocken. Täglich 8-0.30 Uhr geöffnet. (Bild: Philipp Schmidli  / Neue LZ)

Restaurant Mill'Feuile: Nadine Sarg und Pascal Wirz wirten seit Anfang Dezember am Mühlenplatz (Ex-Café Hug). Mit grosser Auswahl an kleinen Gerichten will das Mill'Feuille die Luzerner anlocken. Täglich 8-0.30 Uhr geöffnet. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Restaurant Reussfähre: Die«Reussfähre» an der Sentimattstrasse 14 wurde sanft renoviert. Neue Gastgeber sind Paolo Toniolatti (links) und Hans Gertsch. Die beiden setzen auf Schweizer Küche.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10-00.30 Uhr. (Bild: Nadia Schärli /  Neue LZ)

Restaurant Reussfähre: Die«Reussfähre» an der Sentimattstrasse 14 wurde sanft renoviert. Neue Gastgeber sind Paolo Toniolatti (links) und Hans Gertsch. Die beiden setzen auf Schweizer Küche. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10-00.30 Uhr. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)