Stadt Luzern
Neuer Vorschlag aus dem Stadtparlament: Regen-Rückhaltebecken soll unter dem Tennisplatz entstehen

Der Grosse Stadtrat bewilligt den Projektierungskredit für ein Hochwasserbecken am Carl-Spitteler-Quai. Doch der Stadtrat muss noch weitere Standortabklärungen vornehmen.

Robert Knobel
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Die beste Kläranlage nützt wenig, wenn die Kanalisation überlastet ist. Und dies ist am rechten Luzerner Seeufer immer wieder mal der Fall. Bei starken Regenfällen können die Kanalisationsleitungen das Wasser nicht mehr aufnehmen – das überschüssige Regenwasser wie auch das Abwasser aus den Haushalten fliessen dann ungefiltert in den See.

Abhilfe schaffen soll ein unterirdisches Becken, das das überschüssige Wasser bei Bedarf speichern kann. Es soll eine Kapazität von 2 Millionen Litern haben. Das Prinzip funktioniert so, dass das gespeicherte Wasser später kontrolliert wieder über die Kanalisation abgeleitet wird, sobald diese wieder Kapazität hat. Das Stadtparlament hat dafür am Donnerstag einen Projektierungskredit von 1,4 Millionen Franken bewilligt. Die eigentlichen Baukosten werden auf 16 bis 28 Millionen Franken geschätzt.

Sorge um Bäume auf der Wiese

Der Stadtrat favorisiert als Standort die Wiese am Carl-Spitteler-Quai. Aufgrund einer Forderung aus dem Parlament muss er auch eine Verschiebung in Richtung Tennisplätze in die Abklärungen einbeziehen. Eine knappe Mehrheit war der Ansicht, dass es möglicherweise Sinn machen würde, das Becken nicht unter einer Wiese zu bauen, sondern in einem Gebiet, das bereits bebaut ist. So sagte Mario Stübi (SP): «Auf der Wiese wird nachher nie mehr ein grosser Baum wachsen können.»

Die Wiese in der Bildmitte war als Standort für das Regenbecken vorgesehen. Nun soll eine Verschiebung zu den Tennisplätzen rechts geprüft werden.

Die Wiese in der Bildmitte war als Standort für das Regenbecken vorgesehen. Nun soll eine Verschiebung zu den Tennisplätzen rechts geprüft werden.

PD

Stübi brachte noch eine andere Idee ins Spiel: Das Casino-Parking als Regenbecken umzunutzen. So müsste man kein neues Bauwerk erstellen und nicht zusätzlichen Boden versiegeln. Doch Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) winkte ab: «Die Betreiber haben nicht die Absicht, das Parkhaus aufzugeben.» Zudem wäre es gemäss Borgula auch nicht sinnvoll, ein grosses Parkhaus einfach zu schliessen. Schliesslich strebe man ja eine Verlagerung weg von den öffentlichen Strassenparkplätzen hin zu grossen Sammelparkierungsanlagen an.

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