STADT LUZERN: Pensionskasse mit hoher Unterdeckung

Der Stadtrat findet, eine Sanierung der städtischen Pensionskasse sei «dringend geboten». Er hat einen entsprechenden Bericht und Antrag an das Parlament ausgearbeitet.

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Franz Müller, Finanzdirektor der Stadt Luzern, hier bei einer Medienkonferenz. (Archivbild Beat Blättler/Neue LZ)

Franz Müller, Finanzdirektor der Stadt Luzern, hier bei einer Medienkonferenz. (Archivbild Beat Blättler/Neue LZ)

Nicht nur der wirtschaftliche Abschwung bescherte der städtischen Pensionskasse das Problem der Unterdeckung, sondern auch ihre Struktur, wie die Stadt Luzern mitteilt: Sie hat im Vergleich zu den aktiven Mitgliedern sehr viele Rentner mit fix garantieren Rentenauszahlungen – die Kasse verfüge daher über wenig finanziellen Spielraum. Je rascher gehandelt wird, desto weniger einschneidend werden die Massnahmen sein, wie es weiter heisst. Die Massnahmen sind auf längstens fünf Jahre begrenzt. Wenn vorher ein Deckungsgrad von 100% erreicht wird, werden die Sanierungsmassnahmen wieder beendet.

«Alle müssen Beitrag leisten»
Der Stadtrat will die Sanierung – der aktuelle Deckungsgrad von 85,3% entspricht einem versicherungstechnischen Defizit von etwa 170 Mio. Franken – nicht über Lohnprozente erreichen, sondern er will die Kaufkraft bei den Aktiven erhalten: Das Alterskapital soll weniger verzinst werden. Bei den Rentenbezügern wird nicht vom Prinzip abgewichen, dass gesprochene Renten garantiert sind. Hingegen wird der Teuerungsausgleich auf den Renten um 1% reduziert. Der Stadtrat ist der Überzeugung, dass diese Massnahmen fair sind: «Alle Beteiligten müssen ihren Beitrag zur Sanierung leisten».

Ebenso sei das Massnahmenpaket «arbeitnehmerfreundlich». Das zeige sich darin, dass die Stadt und die angeschlossenen Arbeitgeber klar mehr als die Hälfte der benötigten Mittel zur Sanierung übernehmen werden. Die Stadt trägt im ersten Jahr rund 10 Millionen Franken. Eine Sanierung zum jetzigen Zeitpunkt mache «absolut Sinn und sei ausgewogen».

scd