STADT LUZERN: Pfarrei St. Michael rückt näher an St. Anton

In der städtischen Kirche St. Michael bleiben bei den Gottesdiensten oft zahlreiche Plätze leer. Das hat nun Konsequenzen für die 3000 Mitglieder der Kirchgemeinde.

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Gottesdienst in der Kirche St. Michael. (Bild pd)

Gottesdienst in der Kirche St. Michael. (Bild pd)

Neu wird ein/e Quartierseelsorger/in gesucht, die als motivierende und verbindende Ansprechperson für Gruppen und Personen im Rodtegg-Gebiet wirken soll, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Für die pfarreilichen Aufgaben (Pfarreirat, Liturgie, Kirchenmusik, Religionsunterricht) sei eine enge Zusammenarbeit mit der Nachbarpfarrei St. Anton geplant. Die Pfarreileitung werde vom dortigen Pfarrer übernommen.

Gottesdienste werden reduziert
Die neue Lösung soll einerseits die Nähe der Kirche zum Quartier betonen. Der/die neue Seelsorger/in könne sich auf die Aufgabe konzentrieren, mit bestehenden Gruppen in Kontakt zu kommen und neue Menschen anzusprechen. Andererseits wird die Angebotsdichte im Quartier (Gottesdienste und Veranstaltungen) reduziert. Damit die bestehenden Räume (Kirche, Unterkirche, Pfarreiheim, Pfarrhaus) trotzdem gut genutzt werden, ist die Zusammenarbeit mit einer Migrantenseelsorge vorgesehen. Gespräche mit der zuständigen Stelle bei der kantonalen Landeskirche dürften bald konkrete Ergebnisse bringen.

Halbierung der Vollzeitpensen
Die Veränderung bringt eine Reduktion der Stellen von sechs auf drei Vollzeitpensen und eine Kostenreduktion von rund 400'000 Franken pro Jahr mit sich. Mit den betroffenen Mitarbeitenden seien bereits Lösungen mit Einsätzen in anderen Pfarreien oder Pensenreduktionen vorbesprochen. 

Der Diskussionsprozess, der zur vorliegenden Lösung geführt hat, sei durch den Weggang des letzten Gemeindeleiters im vergangenen Sommer ausgelöst worden. Im Auftrag der verantwortlichen städtischen Kirchengremien (Kirchenrat und Dekanatsleitung) und in Absprache mit der Bistumsleitung habe eine breit abgestützte Projektgruppe den gegenwärtigen Zustand der Pfarrei analysiert und festgestellt, dass die Angebote und Räume sehr unterschiedlich genutzt werden. Für die mitgliedermässig relativ kleine Pfarrei mit rund 3000 Katholiken sei es daher nahe gelegen, stärker die Zusammenarbeit zu suchen und ihre Räume mit anderen zu teilen, wie es weiter heisst.

Die neue Lösung steht auch in Zusammenhang mit dem Seelsorgeplan 2006/2010, den die Katholische Kirche Stadt Luzern umsetzt.

scd