STADT LUZERN: Pilotprojekt mit Gutscheinen läuft an

Ab Mittwoch werden in der Stadt Luzern nun Betreuungsgutscheine für die familienergänzende Kinderbetreuung im Vorschulalter ausbezahlt. Das Pilotprojekt ist einzigartig in der Schweiz.

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Kinder in einer Luzerner Krippe. (Bild Adrian Baer/Neue LZ)

Kinder in einer Luzerner Krippe. (Bild Adrian Baer/Neue LZ)

Eine Begleitevaluation soll die Wirksamkeit von Betreuungsgutscheinen aufzeigen. Es wird beispielsweise geprüft, ob sich dadurch Beruf und Familie besser vereinbaren lassen und ob das Betreuungsangebot elterngerecht ausgestattet ist.

Der Grosse Stadtrat stimmte im Januar 2008 dem Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung zu. Das bisherige Finanzierungssystem der Leistungsverträge beruhte auf relativ aufwändigen Verhandlungen mit ausgewählten Betreuungsinstitutionen. Deshalb suchte die Stadt nach einem neuen Finanzierungssystem.


Wie die Stadt in einer neuen Medienmitteilung schreibtm sind ab sofort alle Erziehungsberechtigten mit Kindern im Vorschulalter ab dem vollendeten dritten Lebensmonat bis zum Kindergarteneintritt und mit Wohnsitz in der Stadt Luzern bezugsberechtigt (ab 2010 inklusive Littau), sofern sie die Bezugskriterien erfüllen:

  • Die Erziehungsberechtigten verfügen über einen zugesicherten Betreuungsplatz in einer im Pilotprojekt anerkannten Betreuungsinstitution in der Stadt oder Agglomeration Luzern. Dies stellt sicher, dass nur Gutscheine, die auch eingelöst werden können, ausgegeben werden.
  • Das Einkommen des Haushalts liegt unter 100?000 Franken beziehungsweise unter 124?000 Franken, wenn die Kinder jünger als 18 Monate sind.
  • Das Erwerbspensum beträgt bei allein Erziehenden mindestens 20 Prozent, bei Paaren mindestens 120 Prozent.


Die maximale Subvention an die Eltern beträgt bei Kindern von 3 bis 18 Monaten 107 Franken pro Tag, für Kinder über 18 Monaten bis zum Eintritt in den Kindergarten maximal 77 Franken pro Tag. Die Differenz zwischen Gutscheinbetrag und Kosten des Betreuungsplatzes geht zu Lasten der Eltern. Der Elternbeitrag beträgt aber mindestens 15 Franken pro Tag und Kind, sonst wird der Gutscheinbetrag gekürzt.

Evaluation und Qualitätsentwicklung
Das Pilotprojekt werde eingehend evaluiert, so die Stadt, um die Qualität des Projekts zu sichern und allenfalls anzupassen. Weiter werde das System der Betreuungsgutscheine auf übergeordnete Ziele untersucht - beispielsweise die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die elterngerechtere Ausgestaltung des Betreuungsangebots. Zudem würde man die Qualität der Dienstleistungen der Kindertagesstätten (Kitas) und Tageseltern fortlaufend beobachten.


kst