Stadt Luzern plant Hunde-Freilaufzone

Frei laufende Hunde sorgen stets für Diskussionen zwischen Spaziergängern und Hundehaltern. Die Stadt schlägt eine Lösung auf der Allmend vor.

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Noch muss Heinz Gut, Präsident des Kynologischen Vereins Luzern seine Hündin Rhea auf der Allmendwiese an der Leine führen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Noch muss Heinz Gut, Präsident des Kynologischen Vereins Luzern seine Hündin Rhea auf der Allmendwiese an der Leine führen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Wegen des Leinenzwangs geraten sich Spaziergänger und Hundehalter oft in die Haare. Die Luzerner Stadtbehörde hat deshalb in der Vergangenheit mit Kampagnen versucht, Hundehalter zu sensibilisieren. Nun zeichnet sich eine Lösung ab, die für Spaziergänger und Hundehalter akzeptabel sein könnte.

Die Stadt plant im Rahmen der Umsetzung des Freiraumkonzepts Allmend eine Zone, in der sich Hunde frei bewegen dürfen. Stefan Herfort, zuständiger Projektleiter, erklärt: «Die Stadt schlägt als Lösung vor, dass auf der Allmendwiese zwischen der Kaserne und der ehemaligen Häuserkampfanlage auf einer Fläche von 2,5 Hektaren der Hundefreilauf offiziell zugelassen wird.» Dieser Bereich würde mit Schildern signalisiert, aber nicht eingezäunt. Auf der übrigen Allmend gelte Leinenzwang. Zudem dürfe die Pferderennbahn weiterhin für Hundeausbildung und Hundesport benutzt werden.

Die Idee haben Vertreter der Stadt mit der Hunde-Liga (Luzerner Interessen Gemeinschaft Allmend), dem Kynologischen Verein Luzern KVL und weiteren Gesprächspartnern an regelmässigen Sitzungen diskutiert und nun ein Konzept erarbeitet. Dieses kommt bei Heinz Gut, dem Präsidenten des Kynologischen Vereins Luzern, gut an. «Ich war angenehm überrascht, dass die Stadt auf diese Weise Hand bietet», sagt er. Gut würde aber gerne sehen, wenn der südliche Teil des Geländes bis zur Häuserkampfanlage ebenfalls freigegeben würde. Zumindest zu bestimmten Zeiten.

Ähnlich sieht dies Jörg Willi, Präsident der Hunde-Liga. Er äussert sich grundsätzlich positiv. Aber der generelle Leinenzwang auf der übrigen Allmend sei nicht gerechtfertigt. «Damit könnten wir uns nur abfinden, wenn das ganze bisher genutzte Gebiet als Freilaufzone deklariert würde.» Dies weil einerseits nur ein ausreichend grosses Gebiet dem Bewegungsbedürfnis von Hunden gerecht werde und anderseits eine Parzellierung immer zu Konflikten führe.

Freilaufzone noch dieses Jahr?
Als Nächstes wird die Stadt nun die Antworten der Teilnehmer des runden Tisches abwarten und diese analysieren. Stefan Herfort meint, dass das Konzept im Verlauf des Winters oder im Frühling weiterentwickelt werden kann und dass die Freilaufzone möglicherweise noch in diesem Jahr realisiert wird. Das Freiraumkonzept Allmend beabsichtigt, dass ein friedliches Nebeneinander zwischen Hundehaltern mit ihren Hunden und anderen Allmend-Nutzenden möglich sein kann. Das definitive Konzept für den Hundefreilauf wird entweder vom Stadtrat oder von der Projektsteuerungsgruppe abgesegnet werden.
In Zürich ist 2010 ein ähnliches Konzept realisiert worden. Dort ist eine Fläche als Natur- und Erholungsplatz gestaltet und zur hundefreien Zone erklärt worden. Dafür dürfen sich Hunde auf der übrigen Allmend frei bewegen.

Roger Rüegger

<em>Den ausführlichen Artikel zu diesem Thema lesen Sie in der &laquo;Neuen Luzerner Zeitung&raquo; vom 21. Januar 2012 und im E-Paper.</em>