STADT LUZERN: Polizei prüft Leitzentrale auf EWL-Areal

Auf dem zwei Hektar grossen EWL-Areal bleibt in den nächsten Jahren fast kein Stein auf dem anderen. Künftig könnten von dort aus auch die Blaulichtfahrzeuge ausfahren.

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So sieht die Einsatzleitzentrale der Luzerner Polizei an der Kasimir-Pfyffer-Strasse heute aus. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 6. Juni 2017))

So sieht die Einsatzleitzentrale der Luzerner Polizei an der Kasimir-Pfyffer-Strasse heute aus. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 6. Juni 2017))

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Das EWL-Areal an der Industriestrasse in Luzern wird in den kommenden Jahren vollständig neu bebaut. Die Planung dafür läuft bereits seit 2013, am Dienstag gab es an einer Medienkonferenz Neuigkeiten dazu. Es informierten die EWL (Energie Wasser Luzern) und die Stadt Luzern. Demnach soll auf dem Areal nebst der heutigen Nutzung «ein Sicherheits- und Dienstleistungzentrum mit zusätzlicher Wohnnutzung» realisiert werden.
Bereits bekannt ist, dass die städtische Feuerwehr auf das EWL-Areal zieht; sie wird ihren heutigen Standort Kleinmatt aufgeben. Ebenfalls in den Neubau zügeln werden die Zivilschutzorganisation Pilatus, die Sanitätsnotrufzentrale Zentralschweiz des Luzerner Kantonsspitals sowie der Rettungsdienst.

Keine zusätzlichen Gewerbenutzungen

Neu dazukommen soll nun auch die Einsatzleitzentrale der Luzerner Polizei. Von ihr aus werden alle Polizeieinsätze auf Kantonsgebiet koordiniert; dort gehen auch alle Polizeinotrufe ein. Die Zentrale befindet sich zurzeit im Hauptgebäude der Polizei an der Kasimir-Pfyffer-Strasse. «Eine Verlegung auf das EWL-Areal wird im Rahmen des kantonalen Konsolidierungsprogramms 2017 geprüft», bestätigt Erwin Rast, Mediensprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements. Ein Grund dafür kann eine engere Zusammenarbeit der Polizei mit der Sanitätsnotrufzentrale 144 sein. Diese wird ohnehin auf das EWL-Areal verlegt. Was nach einem Wegzug der Einsatzleitzentrale mit den freiwerdenden Räumlichkeiten am Polizeihauptsitz passieren würde, ist gemäss Rast noch offen: «Ein Bezug der EWL-Überbauung wäre wohl erst 2025 möglich.»

Eigentümer und Hauptnutzer des 21'524 Quadratmeter grossen EWL-Areals ist die EWL selber, sie wird dort auch in Zukunft ihren Hauptsitz haben. Ebenfalls auf dem Gelände verbleiben werden die städtischen Dienstabteilungen Tiefbauamt, Geoinformationszentrum und Umweltschutz, die da seit einiger Zeit einquartiert sind. Zusätzliche Gewerbenutzungen sind nicht vorgesehen. Laut Stadtrat und Sicherheitsdirektor Adrian Borgula hat der Neubau folgenden Vorteil: «Durch den gemeinsamen Standort der städtischen und kantonalen Blaulichtorganisationen sowie der technischen Dienste der Stadt und der EWL werden Synergien bei der Infrastruktur und Organisation ermöglicht.»

Das zentral gelegene EWL-Areal sei zudem ein idealer Standort für die Blaulichtfahrzeuge: «Von hier aus erreichen sie fast alle Stadtgebiete in kürzester Zeit.» Zur Finanzierung des Neubaus wollen die Stadt und EWL eine gemeinsame Aktiengesellschaft gründen. Ein weiterer Partner könnte die Allgemeine Baugenossenschaft Luzern ABL sein. Mit diesem Finanzierungsmodell würden die Eigentumsansprüche und Mitsprache der Beteiligten sichergestellt und deren unterschiedlichen Interessen am besten erfüllt, so Borgula. Von den 56'000 Quadratmetern Nutzfläche sollen rund 20'000 Quadratmeter für Wohnungen zur Verfügung stehen. Ein substanzieller Teil davon sollen gemeinnützige Wohnungen sein, betonte Borgula. Es würden auch alternative Wohnformen wie etwa ein Pilotprojekt für Generationenwohnen geprüft. Wie viele Wohnungen es geben wird, ist noch nicht bekannt.

Nur das «Rote Haus» bleibt stehen

Gemäss EWL-Geschäftsleiter Stephan Marty wird mit Gesamtkosten von 250 Millionen Franken gerechnet. Alle bestehenden Gebäude werden abgerissen. Als einziges bleibt das «Rote Haus» von 1929 bestehen, das einst als Wasser-Gas-Spaltanlage diente. Es soll eine öffentliche Nutzung erhalten, etwa als Quartiertreff.

Über den städtischen Baukredit wird es im Jahr 2019 eine Volksabstimmung geben. Geplanter Baustart ist im Sommer 2021. Die Überbauung soll von 2023 bis 2025 etappenweise bezogen werden. Das EWL-Grundstück wird einem Investor im Baurecht abgegeben. Dieser wird noch gesucht.

Das EWL-Areal in der Stadt Luzern mit dem Hauptsitz oben rechts. (Bild: PD)

Das EWL-Areal in der Stadt Luzern mit dem Hauptsitz oben rechts. (Bild: PD)