Schutz des Würzenbachquartiers vor Überschwemmungen: Stadt Luzern präsentiert Massnahmen

Die Stadt Luzern präsentierte am Dienstag Hochwasserschutzmassnahmen für das Würzenbachquartier. Damit reagieren die Behörden auf die dort regelmässig überschwemmten Strassen.

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Hochwasser nach einem starken Unwetter auf der Haldenstrasse beim Verkehrshaus im Juli.

Hochwasser nach einem starken Unwetter auf der Haldenstrasse beim Verkehrshaus im Juli.

Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 2. Juli 2020)

(pjm) In Folge von Starkregen trat der Gerlisbach am 2. Juli an der Schädrütistrasse/Schlösslihalde über die Ufer. In einer Medienmitteilung der Stadt Luzern wird die Überlastung des 2018 erbauten Geschiebereglers (im Bild) verantwortlich gemacht. So wurde dieser von Geschiebe und Sperrholz verstopft, woraufhin Material in den unterirdischen Bachlauf gelangte und auch diesen verstopfte. Zudem sei das Entwässerungsnetz für die Strassen überlastet gewesen.

Der 2018 neu gebaute Geschiebesammler Gerlisbergbach mit Korbrechen.

Der 2018 neu gebaute Geschiebesammler Gerlisbergbach mit Korbrechen.

Bild: oeko-b AG
Schwemmholz und Geschiebe im Bachlauf des Gerlisbergbaches oberhalb des Geschiebe-sammlers nach dem Ereignis am 2. Juli 2020. Bei starken Niederschlägen wird dieses Material bachabwärts geschwemmt.

Schwemmholz und Geschiebe im Bachlauf des Gerlisbergbaches oberhalb des Geschiebe-sammlers nach dem Ereignis am 2. Juli 2020. Bei starken Niederschlägen wird dieses Material bachabwärts geschwemmt.

Bild: oeko-b AG

Um weitere Überschwemmungen möglichst zu verhindern, hat die Stadt Luzern zusammen mit dem Kanton Sofortmassnahmen erarbeitet. Die Dienststelle Verkehr und Infrastruktur des Kantons soll demzufolge nebst der Installation eines neuen Korbrechens und Grobholzrechens zum Rückhalt von Geschiebe und Holz auch einen Umbau des Einlaufbauwerkes in die unterirdische Bachleitung vornehmen. Das Strasseninspektorat der Stadt Luzern wird derweil die Einlaufschächte an der Haldenstrasse ersetzen (siehe Grafik unten). Dadurch verspricht man sich eine bessere Abflusskapazität.

Bild: Stadt Luzern

Der Bereich Siedlungsentwässerung und Naturgefahren der Stadt hat indes Neuvermessungen und Instandhaltungsarbeiten am unterirdischen Bachlauf und den Leitung vorgenommen.

Nebst den bis Ende Jahr zu vollendenden Sofortmassnahmen sind von der Stadt auch Konzeptmassnahmen vorgesehen. Dafür wird eine Überarbeitung der Konzepte des Gerlisberg- und Würzenbaches, sowie ein Vorzug der Optimierung der Entwässerung um den Brüelkreisel unternommen.

Auf die Frage ob diese Massnahmen zukünftige Überschwemmungen verhindern könnten, antwortet Miriam Asanger, Leiterin Siedlunngsentwässerung der Stadt Luzern: «Es wird viel unternommen, um die Situation in den Griff zu bekommen. Allerdings ist es wichtig zu betonen, dass man im Bereich der Naturgefahren nie eine 100-prozentige Sicherheit gewährleisten kann.»

Unterirdisches, ursprünglich als Regenklärbecken konzipiertes Bauwerk an der Ecke Schädrütistrasse und Schlösslihalde. Dieses wird nun im Rahmen der Sofortmassnahmen geöffnet und für den Notfall zugänglich gemacht wird.

Unterirdisches, ursprünglich als Regenklärbecken konzipiertes Bauwerk an der Ecke Schädrütistrasse und Schlösslihalde. Dieses wird nun im Rahmen der Sofortmassnahmen geöffnet und für den Notfall zugänglich gemacht wird.

Bild: Stadt Luzern
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